Alzheimerforschung – Neue Ansätze, offene Fragen

Gehirntumoren

Alzheimer ist heute die mit Abstand häufigste Form der Demenz. Allein in Deutschland gibt es mehr als eine Million Patienten. Doch bislang ist kein Mittel auf dem Markt, das nachhaltig hilft. Neuere Ansätze einer Antikörper-Impfung gegen die Demenz allerdings hält Alzheimerexperte Christian Haass, Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselbiochemie, Biomedizinisches Centrum der LMU, und Münchner Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) für aussichtsreich. In entsprechenden Studien zeigten sich nach anfänglichen Fehlschlägen nun doch erste Erfolge. „Man sollte sicher nicht zu große Hoffnungen wecken, aber diese Ansätze verfolgen definitiv die richtige Spur“, erklärt Haass aus Anlass des 100. Todestages von Alois Alzheimer. (Interview im Wortlaut – http://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2015/haass_alzheimer_100_sl.html)

Bisherigen Ansätzen, die sogenannten Sekretasen mit Medikamenten lahmzulegen, begegnet Haass mit Zurückhaltung. Diese molekularen Scheren produzierten zwar das pathogene Amyloid-Eiweiß, hätten aber im Hirnstoffwechsel womöglich auch Dutzende anderer Substrate, deren Umsetzung ebenfalls inhibiert würde – mit nicht absehbaren Folgen. Haass selbst hatte erst vor Kurzem ein Protein entdeckt, das von molekularen Scheren aus demselben Vorläuferprotein geschnitten wird wie das bekannte pathogene Amyloid-Beta. Das neue ebenfalls giftige Protein, Amyloid-Aeta, bremst die Aktivität von Nervenzellen aus. Und, davor warnt Haass, es entsteht verstärkt, wenn die sogenannte Beta-Sekretase gehemmt wird – einer der medikamentösen Ansätze, die derzeit in klinischen Studien untersucht werden. Haass: „Das sollte man sich tunlichst anschauen.“

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Haass
Tel.: 089 / 4140-46549
E-Mail: christian.haass@mail03.med.uni-muenchen.de
http://www.biochemie.abi.med.uni-muenchen.de/haass/index.html

 

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