Alles muss raus: der Garten im Mai

Von unserem dtd-Korrespondenten Johannes Neisinger

(dtd). Waldmeisterbowle und Spargel, Fliederduft und die erste Apfelblüte: der Mai verwöhnt uns bereits mit üppigen Farben und Düften. Jetzt könnte der Sommer eigentlich kommen – nur ein Wetterhindernis muss noch genommen werden: die gefürchteten Eisheiligen (11.-15. Mai). Pankratius, Servatius und Bonifatius, dazu noch im Norden der Mamertus und im Süden die kalte Sophie: so heißen die gestrengen Damen und Herren, die viele Gärtner in der ersten Maihälfte nochmal das Fürchten lehren können. Die letzte Nachtfröste treten in aller Regel in dieser Zeit auf und können allzu zarten Pflänzchen im Freien Schaden zufügen. Sind die Eisheiligen endlich vorübergezogen kann der Sommer beginnen: jetzt gibt es kein Halten mehr für echte Gartenfreunde, und alles, was grünt und blüht, muss raus.

Sommerblumen säen und pflanzen

Sämereien und Zwiebeln für Sommerblumen kommen ab der dritten Maiwoche in die Beete, damit Fuchsien, Männertreu, Margeriten und Vergissmeinnicht, Löwenmäulchen und fleißige Lieschen die heißen Tage mit bunten Farbtupfern versüßen. Frostempfindliche Stauden können danach ebenfalls in die Beete gepflanzt werden. Lückenlose Blühpracht im Beet schafft man mit einfach zu pflegenden und hübschen Sommerblumen wie Malve, Studentenblume und Kapuzinerkresse – deren Blüten und Blätter sind übrigens eine hübsche und wohlschmeckende Deko für jeden Sommersalat.

Vitamine für die heiße Jahreszeit

Im Gemüsebeet geht es jetzt ebenfalls rund. Liebevoll auf dem Fensterbrett vorgezogene zarte Gemüsepflänzchen wie Kürbis und Zucchini, Gurken, Auberginen, Paprika und Sellerie. Wer keine Setzlinge vorgezogen hat, findet auf vielen grünen Wochenmärkten, in Gärtnereien und Garten- und Baumärkten eine große Auswahl an Gemüse-Jungpflanzen. Zur Aussaat direkt ins Beet stehen Rote Beten, Mangold, Winterendivien sowie Bohnen an, auch Kartoffeln können jetzt gelegt werden. So gut wie alle Kohlarten, Brokkoli, Blumenkohl, Lauch, und Fenchel können unabhängig von den Eisheiligen schon Anfang Mai gepflanzt werden. Alle Kräuter, auch sonnenverwöhnte mediterrane Pflanzen, können jetzt ins Freibeet. Bei allen Neuanpflanzungen und Sämereien ist darauf zu achten, dass der Boden gut vorbereitet ist und dass gut gewässert werden, bis sie angewachsen sind und etwas tiefer reichende Wurzeln entwickelt haben. Gut geeignet sind dazu Spezialerden und –dünger von Spezialisten wie asb Greenworld (http://www.asb-greenworld.de). Sinnvoll ist es auch, den Boden zu mulchen, bis die Blätter der Pflanzen den Boden weitgehend bedecken. Geeignet sind dazu gehäckselte Gartenabfälle, gemischt mit Grasschnitt.

Vorsicht, Mitesser!

Zarte junge Triebe im Gemüse- und Blumenbeet locken auch ungebetene Gäste an: die Schnecken sind wieder zu voller Aktivität erwacht. Ausrotten kann und sollte man sie nicht – sie sind ein wichtiges Glied der natürlichen Verwertungskette. Empfehlenswert sind natürlich verwilderte Ecken im Garten z.B. mit altem feuchtem Holz, die man den Schnecken als von Natur aus attraktives Rückzugsgebiet anbietet. Hilfreich sind auch Schneckenzäune im Beet und Schneckenkorn. Dessen Wirkstoff Metaldehyd schadet bei richtiger Anwendung nur den Kriechtieren, ist aber für Mensch und Haustier unbedenklich (Infos: http://www.metaldehyde.com).

Schöner Sommerrasen: Regelmäßig schneiden, mäßig wässern

(dtd). Das Wachstum vor und hinter dem Haus nimmt jetzt volle Fahrt auf Regelmäßiges Scheiden ist der sicherste Garant, dass er dicht und grün wächst. Wer sich den Schnitt besonders bequem machen will, überlässt ihn einfach einem der modernen Wer sich die Arbeit erleichtern will, greift zu einem Akkumäher wie dem Bosch Rotak mit besonders ergonomischen Griffen (http://www.bosch-pt.de). Fast wie von selbst geht es mit den neuen Robotermähern wie iMow von Viking, die sich vorprogrammieren lassen und ihre Ladestation dann automatisch jede Woche verlassen, um den Rasen auf die gewünschte Länge zu stutzen. Wenn der Akku leer ist oder regen droht, finden sie sogar alleine zu ihrer Ladestation zurück.
Wässern sollte man den Rasen im Mai nur bei längerer Trockenheit. Wird er zu feucht gehalten, bleiben seine Wurzeln flach. Mit tieferen Wurzeln aber ist das Gras besser für die kommende trockene Jahreszeit gerüstet.

Unkraut wittert Morgenluft

(dtd). Genau wie die erwünschten Gartenpflanzen, nutzen auch unerwünschte Kräuter die steigenden Temperaturen für üppiges Wachstum. Wenn der Boden noch feucht ist, lassen sie sich relativ einfach auszupfen – die Wurzeln müssen aber mit raus, sonst wachsen die meisten Pflanzen im Handumdrehen wieder nach. Bei hartnäckigen und tiefer wurzelnden Unkräutern helfen gezielt einsetzbare Pflanzenschutzmittel wie Roundup von Scotts Celaflor. Sie sollten in der Erde schnell durch Mikro-Organismen abbaubar und weder bienengefährlich noch bodenaktiv sein (Infos: http://www.roundup-garten.de). Selbst hartnäckige Pflanzen wie Giersch oder Löwenzahn, bei denen „Hausmittel“ wie Essigwasser oder Salkzlösungen versagen, lassen sich nachhaltig und wurzeltief bekämpfen.

Tulpenzwiebeln richtig behandeln – so geht’s

(dtd). Die Blüte der Tulpen neigt sich im Mai bereits ihrem Ende zu. Sofort abschneiden und ausbuddeln sollte man die Zwiebeln aber nicht. Die Blüte selbst kann man nach dem Verblühen abschneiden, das Laub dagegen sollte dranbleiben, bis es vollständig gelb geworden ist – so haben die neu gebildeten Zwiebeln Zeit, Kräfte für die nächste Wachstumsperiode zu sammeln und auch im nächsten Frühjahr wieder prächtige Blüten hervorzubringen. Wer die Zwiebeln ausgraben und überwintern will, lässt die Blätter dran und bewahrt sie am besten nach Farben sortiert in einzelnen Kisten auf – so gelingen in der kommenden Saison attraktive Farbkompositionen im Garten.

Regenwasser sammeln und den ganzen Sommer über sparen

(dtd). Wer Regenwasser sammelt, kann seinen Garten gratis bewässern und schont dazu noch die wertvolle Ressource Trinkwasser. Mit dem Einbau einer unterirdischen Zisterne, in der sich das Wasser von den Dachflächen des Hauses sammeln lässt, sollte man nicht länger warten. Denn noch ist Zeit genug, bis zum Sommer im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Stelle wachsen zu lassen, an der der Tank in den Gartenboden versenkt wird. Außer einem Tankdom und dem Wasseranschluss ist danach von dem Regenwasserspeicher nichts mehr zu sehen (Informationen unter http://www.platzregen.info). Praktische Flachtanks wie der Platin von Otto Graf lassen sich mit geringem Aufwand sogar einfach mit zwei Mann und zwei Spaten in den Boden bringen. Sticht man die Grasnarbe über der geplanten Grube vorsichtig ab und legt man den umliegenden Rasen zum Schutz vor dem Aushub mit einer Plane aus, ist die Baustelle schon nach wenigen Wochen wieder vergessen. Noch einfacher geht es, man bedeckt die Baustelle mit fertigem Rollrasen.

Preisgekrönte Gartentipps

(dtd). Ratgeberbücher für den Garten gibt es zuhauf, und manchmal ist es für den geneigten Leser schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Der Deutsche gartenbuchpreis macht die Auswahl ein wenig einfacher. Eine Fachjury prämiert im Auftrag von Schloss Dennenlohe und in Kooperation mit dem Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl jährlich die besten Neuerscheinungen in der Gartenliteratur, die sich durch Qualität und einen besonderen künstlerischen Anspruch abheben. 2011 wurde die begehrte Auszeichnung in sieben Kategorien verliehen, darunter war erstmals auch ein Leserpreis.

Die Sieger des Deutschen Gartenbuchpreises 2011 im Überblick:

Bester Ratgeber
Bernd Hertle: Kiesgärten – Blütenpracht ohne Gießen. Gräfe & Unzer Verlag.

Bester Bildband
Anja Maubach / Dr. Thomas Hagen (Lektor) / Ferdinand Graf von Luckner (Fotograf): Garten ist Leidenschaft. BLV Buchverlag.

Bestes Buch über Gartengeschichte
Björn Wissenbach: Mauern zu Gärten. Societäts-Verlag.

Bester Gartenreiseführer
Felicia Laue / Maria Theresia von Zerboni/ Ursula Grebe: Der Garten-Verführer Mittelfranken. Ars Vivendi Verlag GmbH & Co KG.

Bestes Gartenporträt
Viktoria Freifrau von dem Bussche: Wir müssen noch Unkraut pflanzen. LV-Buch.

Bestes Garten-Onlineportal: http://www.garten-literatur.de

Sonderpreis
Jonas Reif und Wolfgang Härtel: Foerster-Stauden Kompendium. Foerster Stauden GmbH.

Zum fünfjährigen Bestehen des Deutschen Gartenbuchpreises wurde in Kooperation mit dem Magazin „Mein schöner Garten“ zum ersten Mal auch ein Leserpreis in der Kategorie „Gartenpraxis“ verliehen. Dabei belegte das „Handbuch Bio-Gemüse“ von Andrea Heistinger (Eugen Ulmer Verlag) den ersten Platz.

Unter http://bit.ly/DGBP2011 gibt es eine ausführliche Begründung der Jury für alle Preisträger.

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