Allergien – Hauptsache, es hilft

Sommerzeit ist Allergiezeit. Für viele bedeutet das, mit tränenden Augen oder einer geschwollenen Nase zu leben. Dazu kommen oft allergisch bedingte Hauterkrankungen oder das allergische Asthma, das sich im Falle einer unbehandelten Allergie ausbilden kann. Gegenmaßnahmen gibt es zwar, doch sind die Erfolgschancen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Eine Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2012 verglich den allgemeinen Gesundheitszustand von Kindern mit und ohne Allergien. Generell gesehen geht es dem überwiegenden Teil der jeweiligen Gruppe von Kindern gut bis sehr gut. Bei den Nicht-Allergikern waren es 57,4 Prozent, denen es sehr gut geht. Weitere 38 Prozent verfügen über einen guten Allgemeinzustand. Bei den Allergikern zeichnet sich hingegen ein anderes Bild: Nur bei 34 Prozent der Kinder kann der allgemeine Gesundheitszustand als sehr gut beschrieben werden, bei 50,3 Prozent als gut. Obwohl die Zahlen nur geringfügig abweichen, zeigen sie, dass eine Allergie den allgemeinen Gesundheitszustand beeinflusst. Das subjektiv empfundene Leid kann allerdings viel größer sein.

Hyposensibilisierung kann Abhilfe schaffen

Eine Hyposensibilisierung ist die einzige kausale Therapie, die gegen eine Allergie wirken kann. In der Regel bekämpft man das Hauptallergen, das dem Allergiker in einem Abstand von vier bis sechs Wochen unter die Haut injiziert wird. Die Therapie dauert mehrere Jahre. Der Körper ist somit immer wieder dem Stoff ausgesetzt, auf den das Immunsystem überreagiert. Auf diese Weise gewöhnt sich der Körper an den Stoff und bildet idealerweise eine Toleranz aus – die Allergie verschwindet. Soweit zur Wirkungsweise der Therapie, ob sie allerdings wirkt, ist individuell sehr unterschiedlich.

Medikamente unterdrücken die Symptome

Um mit den schlimmsten Beschwerden umzugehen, nehmen viele Medikamente gegen Allergien, die die Symptome oftmals zuverlässig und ohne weitere Nebenwirkungen behandeln. Meistens handelt es sich dabei um sogenannte Antihistaminika, also Medikamente, die die Wirkung von Histamin abschwächen oder aufheben. Histamin ist ein körpereigener Stoff, der die zentrale Rolle bei einer allergischen Reaktion spielt. Es dient des Weiteren als Botenstoff in der Entzündungsreaktion. Die Wirkungsweise der meisten Medikamente setzt genau hier an, doch nicht immer ganz ohne Nebenwirkung. Klassische Symptome wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit wurden den Antihistaminika der ersten Generation zugeordnet und sollen heute nicht mehr auftreten. Andere Nebenwirkungen wie Einwirkungen auf den Geschmackssinn oder innere Unruhe treten jedoch mitunter auf – doch auch das ist individuell sehr verschieden.

Alternative Methoden auf dem Vormarsch

Wenn die Schulmedizin nicht wirkt, schauen sich Menschen gerne nach anderen Therapien um. Dabei kann man schnell an unseriöse Heiler geraten, die einen nicht um die Allergie, sondern um viel Geld erleichtern. Als Patient kann man sich an den Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V. wenden, wenn man weitere Fragen hat oder nicht einzuschätzen vermag, ob man es mit einem seriösen Heilpraktiker zu tun hat. Viele Heilpraktiker bieten Therapien gegen Allergien an, die von der Schulmedizin nicht anerkannt sind. Um eine solche handelt es sich beispielsweise bei der Bioresonanztherapie. Hier geht man davon aus, dass Krankheiten als veränderte elektromagnetische Schwingungen im Körper messbar sind. Mittels zwei Elektroden werden Schwingungen durch den Körper geleitet, die die schädlichen Schwingungen überlagern und somit von den Krankheiten befreien sollen.

Fast hat man den Eindruck, dass immer mehr Menschen an Allergien erkranken. Die Therapiemöglichkeiten hingegen sind recht überschaubar geblieben, und deren Erfolgschancen von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als Betroffener braucht man sehr viel Geduld um herauszufinden, was für einen wirkt. Eine gewisse Offenheit alternativen Therapien gegenüber kann dabei durchaus hilfreich sein.

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