Alle Jahre wieder: Konfetti, Kamelle und … Alkohol!

2016 wurden insgesamt mehr als 110.000 Patienten aufgrund einer akuten Intoxikation, also eines Vollrauschs, ins Krankenhaus eingeliefert und dort behandelt. Alkoholbedingte Krankheiten – im Fachjargon: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol – waren auch 2016 wieder der zweithäufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung mit über 320.000 stationären Fällen – bei Männern sogar der häufigste Grund, noch vor der Herzinsuffizienz. Insbesondere die Zahl der volltrunkenen Jugendlichen ist besorgniserregend: Seit 2000 hat sich die Zahl der Vorfälle bei den unter 20-jährigen mit circa 20.000 Fällen mehr als verdoppelt. Generell führen auch hier die Jungs vor den Mädels die negative Rangliste an – nur in der Altersgruppe der 13-15-Jährigen werden mehr Mädchen als Jungs in Folge einer Alkoholvergiftung in eine Klinik eingewiesen.

Die Gesamtkosten zur Betreuung von Patienten mit Störungen durch psychotrope Substanzen, also Substanzen, die das Nervensystem und so auch die Psyche beeinflussen, betrugen 2016 mehr als 3,6 Mrd. Euro. Davon stellen die alkoholbedingten Vorfälle mehr als ¾ der Gesamtauslagen. Zum Vergleich: die Steuereinnahmen aus Branntwein und Biersteuer betrugen 2016 ca. 2,8 Mrd. Euro.

Angesichts dieser Entwicklung gibt Prof. Teyke zu bedenken, dass die Folgen des exzessiven Individualverhaltens auf die Allgemeinheit umgewälzt werden. Noch dringlicher sei der Schutz der Jugend. Gefragt seien hier moderne Interventionen, durch die Jugendliche über ihnen vertraute Kanäle und in ihrer Sprache erreicht werden. „Bei YouTube finden sich mehr Videos mit Tipps gegen Kater als Aufklärungsvideos zu den gesundheitlichen Schäden und den privaten und gesellschaftlichen Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums!“, mahnt der Gesundheitsökonom.

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