Alkoholpräventionsprojekte aus Greifswald erhalten internationalen Wissenschaftspreis

Ziel der Forschungsprojekte von Dr. Jennis Freyer-Adam ist die Optimierung von Präventionsprogrammen, mit denen Menschen motiviert werden sollen, übermäßigen Alkoholkonsum zu reduzieren. Das Problem in Deutschland: Es gibt keine wirksamen Programme zur Senkung dieses gesundheitsriskanten Konsums. Zudem erreichen bereits existierende Präventionsangebote die Menschen oft nicht.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Freyer-Adam am Institut für Sozialmedizin und Prävention der Universitätsmedizin Greifswald hingegen spricht Menschen einzeln an und motiviert zur Teilnahme am Präventionsprogramm. Dadurch werden Personen mit ganz unterschiedlich niedriger oder hoher Motivation, weniger zu trinken, erreicht. Die Präventionsprogramme sind besonders gut auf diese Unterschiede eingestellt, so dass der Einzelne eine auf ihn persönlich zugeschnittene Beratung erhält.

Die Arbeitsgruppe konnte nun in diesem Jahr erstmals zeigen, dass auf verschiedenen Stationen der Universitätsmedizin ganze Patientengruppen mit übermäßigem Alkoholkonsum für computer-basierte Beratung erreicht und auch motiviert werden können, weniger Alkohol zu trinken. Auf dreizehn Klinikstationen ist das in besonderer Weise gelungen. Die Patienten zeigten hohe Bereitschaft, ihr Verhalten zu ändern. Sie wurden bei diesem Prozess zwei Jahre begeleitet.

Eine weitere Zielgruppe bildeten Arbeitsuchende in Greifswald und Stralsund. In drei Arbeitsvermittlungseinrichtungen wurden computer-basierte Beratungen angeboten. Hier zeigte die Arbeitsgruppe von Frau Freyer-Adam, dass besonders Menschen, die anfänglich wenig motiviert waren, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, langfristig von den computer-basierten Beratungen profitierten.

In diesen beiden Projekten konnte gezeigt werden, dass sehr kurze motivierende Gespräche oder computer-erstellte Beratungsbriefe den übermäßigen Alkoholkonsum in den einbezogenen Bevölkerungsgruppen bedeutsam reduzieren können.

Übermäßig wird Alkoholkonsum aus medizinischer Sicht, wenn Frauen mehr als sieben, Männer mehr als 14 Getränke pro Woche zu sich nehmen. Ein alkoholisches Getränk ist entweder ein halbes Glas (0,1 l) Wein, eine halbe Flasche (0,25 l) Bier oder 4 cl Spirituosen. Zusätzlich sollten Frauen nie mehr als drei und Männer nie mehr als vier solcher alkoholischen Getränke zu einer Gelegenheit konsumieren. Diese international etablierten Grenzen sind in der Bevölkerung kaum bekannt. Etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland überschreitet diese Grenzen und geht damit ein erhöhtes Risiko für beispielsweise Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Verletzungen ein.

Weitere Informationen
Institut für Sozialmedizin und Prävention

Porträt PD Dr. Jennis Freyer-Adam
Foto: Kilian Dorner
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Ansprechpartnerin an der Universitätsmedizin Greifswald
PD Dr. Jennis Freyer-Adam, Dipl.-Psych.
Institut für Sozialmedizin und Prävention
Walther-Rathenau-Straße 48, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-7724
Telefax 03834 86-7701

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