Alexander von Humboldt-Stipendiatin am FLI

Jena. Seit Juli 2018 ist die ukrainische Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Yuliya Kurlishchuk am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena zu Gast. Ihr zweijähriger Aufenthalt wird durch ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht. Die promovierte Zellbiologin arbeitet in der Forschungsgruppe „Transkriptionelle Kontrolle des Gewebeerhalts“ von Dr. Björn von Eyss mit, um die Regenerationsfähigkeit von Zellen zu erforschen.

Die Forschungsstipendiatin

Dr. Yuliya Kurlishchuk studierte Biologie an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw in der Ukraine. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zellbiologie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und promovierte im Februar 2017 auf dem Gebiet der Zellbiologie mit einer Arbeit zur metabolischen Dickdarmkrebsbehandlung.

„Ich war bereits vor ein paar Jahren schon einmal in Deutschland, als ich als Doktorandin auf dem Gebiet der Krebsforschung am OncoRay der Technischen Universität Dresden für 10 Monate arbeitete“, erzählt Dr. Kurlishchuk. „Nun freue ich mich auf meinen zweijährigen Aufenthalt am FLI in Jena und bin schon ganz gespannt darauf“, so Kurlishchuk weiter. „Als Erstes ist mir hier am Institut die tolle hochmoderne Ausstattung in den Laboren aufgefallen, die mir vielfältige Forschungsmöglichkeiten bietet“.

Der Gastaufenthalt am FLI in der Forschungsgruppe von Dr. Björn von Eyss ermöglicht es der jungen Wissenschaftlerin in einem internationalen Forschungsumfeld ihrem eigenen Forschungsthema nachzugehen. In den nächsten zwei Jahren fokussiert sie sich auf Untersuchungen zur Regulierung von YAP in Zellen mit stammzellähnlichen Eigenschaften; ein Forschungsgebiet, das auch für die Alternsforschung interessant ist, da bei der Erneuerung von Geweben Stammzellen eine wesentliche Rolle spielen. „Ich freue mich, mit meiner Arbeit am FLI meinen Teil zu diesem wichtigen Forschungsgebiet beitragen zu können“, betont Dr. Kurlishchuk ihre Motivation.

Zur Vorbereitung auf ihren Aufenthalt in Deutschland besuchte die ukrainische Forscherin bereits einen viermonatigen Sprachkurs, der von der Stiftung zur Verfügung gestellt wurde. Auch am FLI möchte sie ihre Sprachkenntnisse weiter verbessern und nimmt deshalb am institutseigenen Deutschkurs teil. Aber auch die Wissenschaftler des FLI profitieren von dieser Zusammenarbeit: „Ganz besonders freue ich mich auf den fachlichen Austausch mit Frau Dr. Kurlishchuk und die daraus resultierende internationale Vernetzung, die sich durch ihren Gastaufenthalt in unserer Gruppe zukünftig ergeben wird“, unterstreicht Dr. Björn von Eyss, Juniorgruppenleiter am FLI. Als Gastgeber übernimmt er während des Aufenthalts am Institut die wissenschaftliche Betreuung der Postdoktorandin. Die Humboldt-Stipendiatin kann darüber hinaus an verschiedenen von der Alexander von Humboldt-Stiftung organisierten Veranstaltungen teilnehmen und dort Kontakte zu den anderen Stipendiaten knüpfen, um so ihr eigenes Netzwerk aufzubauen.

Das Stipendium

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung. Sie fördert Wissenschaftskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschern und unterstützt die sich daraus ergebenden wissenschaftlichen und kulturellen Verbindungen.

Das Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für Postdoktoranden wird an überdurchschnittlich qualifizierte Nachwuchswissenschaftler vergeben, um sie zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere durch die Förderung von langfristigen Forschungsaufenthalten an wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland zu unterstützen. In Kooperation mit Gastgebern von deutschen Wissenschaftseinrichtungen können die Stipendiaten so ein eigenständiges Forschungsvorhaben bearbeiten.

Kontakt

Dr. Kerstin Wagner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 03641-656378, E-Mail: presse@leibniz-fli.de

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Hintergrundinformation

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena widmet sich seit 2004 der biomedizinischen Alternsforschung. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten ().

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern und ermöglicht jährlich über 2.000 Forscherinnen und Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern ().

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro ().

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