Aktuelles aus der Urologie – Präsident benennt Zukunftsstrategien

Sein persönliches Engagement, das wissen nicht nur Kenner der Urologie, beschränkt sich nicht auf seine Amtszeit als DGU-Präsident. „Es ist meine tiefe Überzeugung, dass die Urologie in ihrer gesamten Breite erhalten und weiterentwickelt werden muss. Dies gilt insbesondere für die Uro-Onkologie, aber auch für vermeintliche periphere Bereiche der Urologie, wie die von mir besonders geförderte urologische Andrologie, aber auch die Kinderurologie, Aspekte der Inkontinenz und Beckenbodenchirurgie im Rahmen der Urologie der Frau sowie die Chemotherapie urogenitaler Tumore. Dabei sehe ich die Etablierung des Spezialgebietes Andrologie und die feste Integration dieses Bereiches nicht als gesondert an, sondern eher als Beispiel für eine geglückte Integration in unser Fach“, sagt Professor Weidner, der die Ausrichtung des weltweit drittgrößten Urologen-Kongresses zugleich als große Ehre wie auch als Herausforderung wahrnimmt.
In seiner Funktion als DGU-Präsident sieht der renommierte Urologe und Androloge vor allem zwei Aufgaben, die es für die Zukunft zu meistern gelte: „Das ist einmal die Frage, wie wir uns von dem chirurgischen Mutterfach weiter sinnvoll abgrenzen und profilieren können, insbesondere auch unter dem Aspekt von laparoskopischen und roboter-chirurgischen Verfahren, deren Organisation zunehmend unter ökonomischen Aspekten in generalisierten, methodisch dominierten Zentren diskutiert werden. Hier ist es notwendig, die urologische Expertise frühzeitig einzubringen. Weiter ist es für mich eine ganz entscheidende Frage, dass wir unseren Nachwuchs für unser breit aufgestelltes Fach begeistern und motivieren können, um nicht in vielen Bereichen in einen gravierenden Nachwuchsmangel hineinzulaufen“.

Letzterer Aufgabe haben sich der Präsident und die Programm-Kommission mit der aktuellen Kongressagenda bereits angenommen. „Wir haben neben den Arbeitskreisforen, insbesondere auch Expertenkurse und Experten-Hands on-Kurse eingeführt, die sich in strukturierter Form durch ausgewiesene Experten an jüngere Kolleginnen und Kollegen wenden, die besondere Aspekte einmal direkt und nah vermittelt bekommen werden. Hier ist eine interaktive Förderung des Nachwuchses vorgesehen und wir hoffen auf großes Interesse.“

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Jahrestagung sind breit aufgestellt. Rund 7000 Besucher aus aller Welt werden erwartet, aktueller Wissenschaftsaustausch, Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen der Urologie sind gewährleistet. Die translationale Medizin, so der DGU-Präsident, werde immer wieder herausgestellt. „Wir vermitteln während des Kongresses in einer großen Anstrengung, gemeinsam mit der Akademie in den Foren wichtige „State of the Art“-Ergebnisse, Studienergebnisse, Leitlinien und in vielen Sitzungen auch neueste Aspekte der Forschung.“ Die Erwartung eines großen Durchbruchs beim Deutschen Urologen-Kongress sei indes unrealistisch. „Urologische Forschung und die Anwendung erfolgt schrittweise in Wellenbewegungen, wobei manchmal eine Innovation, insbesondere die Diskussion in der Öffentlichkeit bestimmt. Richtig ist auf jeden Fall, dass nur ein kontinuierliches Bestreben Neues für uns und unsere Patientinnen und Patienten sichern wird.“
Viele Fortschritte seien in den letzten Jahren bereits erreicht, viele vermeintliche Tabus, auch in der Öffentlichkeit, gebrochen worden. „Ich glaube, dass die Urologie keine Tabus kennen sollte. Von vielen Tabu-Themen werden ausführlich die Problemkreise Inkontinenz, Erektionsstörung und Unfruchtbarkeit in Düsseldorf aufgegriffen. Hier sehen wir heute viele Möglichkeiten mit den Patienten ins Gespräch zu kommen und wir haben auch in den letzten Jahren große Fortschritte in der Diagnostik und Therapie erzielt, wobei in die Behandlung dieser genannten Erkrankungen auch psychosomatische Komponenten und Aspekte der Partnerschaft integriert werden sollten“, betont Professor Weidner, dessen Gießener Urologie jüngst 40-jähriges Bestehen feierte.

Dank erfolgreicher Aufklärungsarbeit der Urologen blickt er auch beim vermeintlichen Sorgenkind der Medizin optimistisch in die Zukunft. „Der Begriff ‚Gesundheitsmuffel Mann’ sollte Vergangenheit sein. Wir vermitteln Männern das Gefühl, dass – genau wie beim Auto – der Urologe sozusagen als Vertragswerkstatt angesehen werden soll. Wir sind die Experten und werden alles tun, die Gesundheit beim Mann bis ins hohe Alter zu erhalten“. Mit weiteren Ratgebern wie der frisch aufgelegten Patienteninformation über Harnsteine werde seine Fachgesellschaft Aufklärung und Prävention urologischer Erkrankungen weiter vorantreiben. Dies beträfe vor allem auch urologische Tumorerkrankungen, die heute ein Viertel aller Krebserkrankungen in Deutschland ausmachten und in über der Hälfte aller Beiträge auf dem Kongress angesprochen würden, was die Bedeutung der kommenden 62. Jahrestagung der Urologen in Düsseldorf noch einmal unterstreiche.

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(idw, 06/2010)

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