Ästhetische Nasenkorrekturen: Patienten haben oft unrealistische Erwartungen

Auch wenn ein ästhetischer Eingriff an der Nase technisch perfekt abgeschlossen ist, sind zahlreiche Patienten mit dem Ergebnis dennoch unzufrieden. „Ursache ist bei einigen Betroffenen eine psychische Erkrankung wie die Dysmorphophobie oder der Thersites-Komplex“, erklärt Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch, Direktor der Klinik für Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart. „In diesen Fällen leiden die Patienten unter dem Gefühl der Hässlichkeit, ohne dass es objektiv solche körperlichen Mängel gibt. Oder aber sie geben kleinen Mängeln eine übergroße Bedeutung.“ Untersuchungen bestätigen, dass lediglich ein Drittel der Patienten realistische Vorstellungen hinsichtlich des Ergebnisses eines ästhetischen Eingriffs haben. Der andere Teil hatte gravierend unrealistische Erwartungen oder wies eine emotionale Labilität auf. Neben der medizinischen Kompetenz müsse ein verantwortungsvoller Nasenchirurg folglich auch psychologische, soziale und ethische Aspekte bei der Indikation berücksichtigen, so Gubisch.

Für eine erfolgreiche Operation ist neben diesen Aspekten eine gründliche Fehleranalyse operativer Methoden ebenfalls unverzichtbar. Denn zwischen fünf und 15 Prozent aller Patienten sind nach erfolgter Nasenkorrektur so unzufrieden mit dem Ergebnis, dass sie erneut einen operativen Eingriff in Kauf nehmen. Meist leiden diese Betroffenen unter den Ergebnissen an der Nasenspitze, gefolgt von funktionellen Problemen und Unregelmäßigkeiten am Nasenrücken. „Die Komplikationsrate in der Rhinoplastik, also bei operativen Korrekturen an der Nase, liegt bei etwa 30 Prozent“, so Privatdozent Dr. med. Andreas Dacho, Leiter des Nasenkompetenzzentrums Essen. „Das liegt daran, dass bei einer Nasenkorrektur viele anatomische und physiologische Details berücksichtigt werden müssen und aufgrund der Komplexität mehr Fehlerquellen bestehen, als bei anderen ästhetischen Eingriffen.“ Aus diesem Grunde rät die DGHNO KHC Patienten, sich bei Nasenoperationen an HNO-Fachärzte zu wenden, die die Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“ erworben haben.

Auf der 84. Jahrestagung informieren HNO-Ärzte über neueste Erkenntnisse in der ästhetischen Chirurgie, über Fehler, Komplikationen und Gefahren bei solchen Eingriffen sowie über Lösungsansätze zur Verbesserung der Komplikationsrate. Außerdem findet während des Kongresses am 12. Mai eine Live-Übertragung einer Nasen-Operation statt. Weitere Informationen zur 84. Jahresversammlung finden Interessierte unter www.hno.org.

Terminhinweise:
84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 8. Bis 12. Mai 2013
Ort: Nürnberg Convention Center (NCC Ost)

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 7. Mai 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Maritim Hotel Nürnberg, Raum Martin Behaim, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg
Thema u. a.:
Komplikationen im Operationssaal: Wie können Ärzte und Kliniken alltägliche Gefahren für den Behandlungserfolg vermeiden?
Dr. med. Gerald Burgard, Chefarzt und Fachgruppenleiter der Anästhesie am Helios Klinikum Erfurt

Vortrag:
Fehler und Gefahren: Die ästhetische Rhinoplastik sowie Brauen-, Lid- und
Ohrmuschelkorrektur
Termin: Donnerstag, 9. Mai 2013, 8.00 bis 9.30 Uhr
Ort: Saal Tokio, Nürnberg Convention Center (NCC Ost)

OP-Live-Übertragung Septo-Rhinoplastik
(aus der Univ. HNO-Klinik Erlangen)
Termin: Sonntag, 12. Mai, 12.00 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal Tokio, Nürnberg Convention Center (NCC Ost)

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle der 84. Jahresversammlung der DGHNO KHC:
Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
Telefax: 0711-8931-167
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

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