Adipositasforschung in Leipzig ausgezeichnet

Der Wissenschaftler am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen und Arzt in der Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig, Dr. Andreas Oberbach, erhielt den Best Basic Science-Award beim Weltkongress für Minimalinvasive Kinderchirurgie (IPEG) in San Diego (USA).

Die IPEG (International Pediatric Endosurgery Group) fördert den Austausch zwischen Experten aus über 50 Ländern im Bereich endoskopischer Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen. Die Fachorganisation verlieh dem Leipziger Arzt und Humanbiologen die Auszeichnung für die Untersuchung der Auswirkungen verschiedener chirurgischer Eingriffe auf Stoffwechselprozesse und Gefäßerkrankungen bei Adipositas. Oberbach setzte sich bei der internationalen Fachjury gegen 300 weitere Preisanwärter durch.

Der 42-jährige Forscher konnte in Grundlagenexperimenten zeigen, dass erhöhte Harnsäurewerte für die Entstehung von Bluthochdruck, sowie Herz- und Gefäßerkrankungen mitverantwortlich sind. In einer klinischen Studie zeigte er außerdem, dass es nach bestimmten endoskopischen Adipositas-Operationen (Magenband, Schlauchmagen und Roux-Y-Magenbypass) bei extrem adipösen 12- bis16-Jährigen zwölf Monate nach dem Eingriff zu einer signifikanten Senkung des Harnsäurespiegels im Blut kommt. Die Verringerung der Harnsäurewerte und somit des Erkrankungsrisikos fiel nach bariatrischer Adipositastherapie deutlicher aus als nach konservativen Behandlungen.

Der Preisträger unterstreicht, dass diese Untersuchungsergebnisse bei Kindern und Jugendlichen ermöglichen, „den Einfluss metabolischer Chirurgie auf das Risiko für kardio-vaskuläre Erkrankungen zu bewerten.“ In Deutschland werden im Vergleich zu anderen Ländern bariatrische Eingriffe bei adipösen Kindern und Jugendlichen sehr zurückhaltend eingesetzt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind in den USA bei 100.000 Menschen rund 100 bariatrische Eingriffe zu verzeichnen, in Belgien 25 und hierzulande etwa fünf.

Prof. Holger Till, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, unterstreicht: „Die IPEG-Auszeichnung ist auch eine Bestätigung für die erfolgreiche interdisziplinäre und translationale Adipositas- und Stoffwechselforschung der Universitätsmedizin Leipzig. Nur so kommen wir wirksamen und dem Patienten individuell angepassten Therapien der Adipositas näher.“

Doris Gabel

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Zur Patientenbehandlung stehen eine IFB AdipositasAmbulanz für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Das IFB wird das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Kontakt

Prof. Dr. med. Holger K.H. Till, Direktor
Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Andreas Oberbach MPH
Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Liebigstr. 20a
04103 Leipzig
Tel.: +49 (0)341 / 97-26400
Fax: +49 (0)341 / 97-26409

Doris Gabel
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen
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