ADHS-Behandlung hilft auch langfristig

(djd). Wenn Kinder und Jugendliche mit ADHS durch ihr unangepasstes Verhalten in Schule oder Familie anecken und Ablehnung erfahren, leidet ihr Selbstwertgefühl. Wird eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) jedoch fachgerecht behandelt, so bessern sich die typischen Symptome wie Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Hyperaktivität oft schnell. Aber auch auf lange Sicht kann die Behandlung helfen. So zeigt eine aktuelle Auswertung von über 350 wissenschaftlichen Studien, dass sich über 70 Prozent der untersuchten Bereiche langfristig durch eine fachgerechte Behandlung besserten.

Das Selbstwertgefühl profitiert am stärksten

Die Studienauswertung zeigte, dass eine Behandlung der ADHS das Selbstwertgefühl der Betroffenen in 90 Prozent der untersuchten Fälle stärkt. Daneben wurden acht weitere Kategorien von Langzeitfolgen untersucht. Besonders im schulischen Bereich und im sozialen Umfeld hatten Kinder und Jugendliche mit ADHS häufig mit negativen Auswirkungen zu kämpfen. Mit einer Behandlung konnte auch hier oft eine deutliche Verbesserung erreicht werden. So ergab sich eine Besserung im sozialen Umfeld von etwa 83 Prozent, sowie auf dem Gebiet der schulischen Leistungen von 71 Prozent der untersuchten Fälle.

Versorgungssituation muss verbessert werden

Obwohl eine fachgerechte Behandlung die Lebensqualität vieler Betroffener und ihrer Familien verbessern kann, lässt die Versorgungssituation in Deutschland zu wünschen übrig. Bis eine gesicherte Diagnose gestellt wird, vergehen im Durchschnitt eineinhalb Jahre. „Wir brauchen mehr spezialisierte Ärzte, die ADHS fachgerecht diagnostizieren und behandeln können. Je früher eine ADHS erkannt und eine individuelle Therapie begonnen wird, desto besser für die betroffenen Kinder und deren Familien“, fordert deshalb Dr. Myriam Menter, Geschäftsführerin des Selbsthilfeverbands ADHS Deutschland e.V. Mehr Informationen zu ADHS unter http://www.adhs-zukunftstraeume.de

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