„Action FISCH“ – Wieviel Interessenvertretung braucht die Sozialarbeit?

(11. Mai 2010) In der Diskussionsrunde „Action FISCH“ am 5. Mai nahmen viele zukünftige Sozialarbeiter der FH Jena die Möglichkeit wahr, mit den Gewerkschafts- und Berufsverbandsvertretern Gerd Dillmann (ver.di), Gotthard Schmidt (GEW), Benjamin König (DBSH), Marcel Helwig (GEW) zu debattieren und auf ihre kritische Situation aufmerksam zu machen:

Bereits während des einjährigen unvergüteten Praktikums, das sie als Studienleistung absolvieren müssen, um ihren Abschluss zu erhalten, sind die gut ausgebildeten Studierenden mit einer prekären Arbeitssituation konfrontiert, die sich oft im Berufsleben fortsetzt, denn auch dort wird ihre berufliche Kompetenz durch geringfügige Bezahlung abgewertet.

„Wehrt man sich gegen diese Zustände, so droht die Entlassung, nimmt man sie hin, so ist eine qualifizierte und für Klienten parteiliche Arbeit kaum möglich“, so Frau Prof. Dr. Mechthild Seithe vom Fachbereich Sozialwesen der Hochschule, die die Diskussion leitete.

Ein Jahr lang hat sich Prof. Seithe gemeinsam mit ihren Studierenden beharrlich für das Zustandekommen dieser Veranstaltung eingesetzt, „um einen wichtigen Anfangsimpuls für die Lösung dieses Teufelskreises zu geben“, wie sie sagt.

Wie groß der Bedarf diesbezüglich ist, verdeutlichten die zahlreich anwesenden Studierenden und Absolventen mit erster Berufserfahrung. Sie brachten ihre Fragen und Lösungsvorschläge zu Papier und wünschten sich eine verbesserte Präsenz der Gewerkschaften an den Hochschulen, um sich als Berufsgruppe organisieren zu können und sich somit nachdrücklicher gemeinsam für den Schutz ihrer Berufsidentität einsetzen zu können.

ab
(idw, 05/2010)

Scroll to Top