Achtsamkeit hilft gegen Schmerz und Burnout – Burnout ist eine krankmachende Entwicklung!

So genannte Achtsamkeitsübungen können sowohl bei chronischen Schmerzen als auch bei Burnout eine wirksame Hilfe sein. Sie können helfen, sich wieder auf die eigenen Werte zu besinnen, Stress und körperliche Beschwerden zu akzeptieren und so dem Zwang der Kontrolle oder Vermeidung zu entkommen. Über neue Erkenntnisse zu den Parallelen von Burnout und chronischen Schmerzen berichten Spezialisten beim Deutschen Schmerzkongress 2012 (17.-20. Oktober, Mannheim).

Alle Infos zum Kongress: http://www.schmerzkongress2012.de

Bei der multimodalen Schmerzbehandlung wie auch bei der Behandlung stressbedingter Symptome haben sich Akzeptanz und Achtsamkeit als wirksame Strategien erwiesen. Der Patient lernt mittels so genannter Achtsamkeitsübungen, sich nicht-wertend mit Schmerz und Stress auseinanderzusetzen und entwickelt so eine Haltung der Akzeptanz. Dadurch sinkt die Tendenz, Kontrolle ausüben oder vermeiden zu wollen und unterstützt eine Umorientierung auf die eigenen Werte.

Burnout: Stress und Verlust des tragenden Lebenssinns
„Burnout an sich ist kein Krankheitsbild, sondern eine krankmachende Entwicklung“, sagt Dr. Toni Brühlmann (Meilen, Schweiz). Der Burnout-Prozess, von Patienten als Erschöpfungsprozess beschrieben, kann in verschiedene psychiatrische Krankheitsbilder hineinführen. Im Zentrum steht eine gestörte Stressverarbeitung, aber auch der Verlust eines tragenden Lebenssinns. „Beide Aspekte sollten in einer Therapie berücksichtigt werden“, rät der Experte. „Der Patient muss sich seiner eigenen Werte wieder bewusst werden und Verantwortung dafür übernehmen.“ Werte wie das Gute, Schöne, Wahre kommen durch die typische Konzentration von Burnout-Patienten auf den Lebensbereich des Berufs, der Leistung und des Erfolgs häufig zu kurz. In diesem Fall können Achtsamkeitsübungen helfen.

Deutliche Parallelen zwischen Burnout und Schmerz
Auch chronische Schmerzen sind häufig gekoppelt an Stress und emotionale Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Ängste und Depressionen. „Es gibt deutliche Parallelen zum Burnout-Syndrom, wobei der Stress beim Burnout übermäßig antreibend, bei der Depression übermäßig bremsend wirkt.“

Auch gesellschafts- und sozialpolitische Antworten sind nötig
„Man darf Akzeptanz allerdings nicht verwechseln mit Resignation“, unterstreicht Dr. Joachim Korb (Mainz). „Achtsamkeitsübungen können dem Einzelnen eine wirksame Hilfe bei Stress, Burnout und Schmerzen sein, jedoch darf man ihm nicht die ganze Verantwortung für seine Situation aufbürden. Notwendige Veränderungen im Arbeitsleben bedürfen auch gesellschafts- und sozialpolitischer Antworten.“

Ansprechpartner
Dr. Joachim Korb, Psychol. Psychotherapeut, DRK Schmerz-Zentrum Mainz, Auf der Steig 16, 55131 Mainz, Tel. 0049-6131-988955, Fax. 0049-6131-988959, E-Mail: joachim.korb@drk-schmerz-zentrum.de, www.drk-schmerz-zentrum.de
Dr. Toni Brühlmann, Tel. 0041 44 925 15 16, E-Mail: toni.bruehlmann@hohenegg.ch

sowie speziell für die Medien:
Thomas Isenberg, Geschäftsführer Deutsche Schmerzgesellschaft e.V, Bundesgeschäftsstelle,
Alt-Moabit 101b, 10559 Berlin, Telefon 030-39409689-0, Fax: 030-3940969-9, isenberg@dgss.org

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