Achtsamkeit beim Einsatz von Antibiotika

Mit ihrem fünften Jahrestag macht eine europaweite Kampagne auf die zunehmende Widerstandsfähigkeit (Resistenz) von Bakterien gegenüber Antibiotika aufmerksam. Ziel des sogenannten „Europäischen Antibiotikatages“ („Antibiotic Awareness Day“ am 18. November) ist es, Hintergründe für Bakterienresistenzen zu erklären.

„Unser Klinikum setzt im Kampf gegen Keime auf eine mehrgleisige Strategie: Hier hat sich ein spezielles Konzept bewährt, bei dem effektive krankenhaushygienische Maßnahmen mit modernen und schnellen Methoden der Labordiagnostik und einem umsichtigen Einsatz von Antibiotika Hand in Hand gehen“, erläutert Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack. Der letzte Aspekt wird als „Antibiotic Stewardship“ bezeichnet und bereits seit zwei Jahren im HDZ NRW erfolgreich praktiziert.

Es ist bekannt, dass die Widerstandsfähigkeit der Bakterien an die Art und Qualität der eingesetzten Antibiotikatherapie in der Human- und Veterinärmedizin gekoppelt ist. Daher sind Antibiotika stets für das richtige Anwendungsgebiet in der optimalen Dosierung und in den richtigen Abständen für den notwendigen Zeitraum zu verabreichen. Darauf achtet im Herz- und Diabeteszentrum NRW ein interdisziplinäres Team, das sich aus Klinik-Oberärzten und den Koordinatorinnen Dr. Claudia Christine Freytag, Oberärztin der Mikrobiologie und Krankenhaushygienikerin, und Anke Möller, Leiterin der Krankenhausapotheke, zusammensetzt. Allen Mitarbeitern der zehnköpfigen Arbeitsgruppe steht die Ausbildung zum Antibiotika-Experten offen, die in mehrwöchigen Fortbildungskursen nach den Vorgaben der Fachgesellschaften absolviert wird. Zwei von ihnen haben dieses Zertifikat bereits erhalten.

Regelmäßig nimmt die Arbeitsgruppe eine Bewertung des Antiinfektiva-Verbrauches in Korrelation zur Resistenzsituation der Bakterien vor. Zudem werden hauseigene Therapieleitlinien erarbeitet.
Ein weiterer Schwerpunkt sind wöchentliche klinische Visiten, bei denen Mikrobiologin, Apothekerin und behandelnder Arzt gemeinsam Patienten mit Infektionen besprechen, um mögliches Verbesserungspotential zu erkennen. „Eine Strategie, die sich bewährt hat“, so lautet die einhellige Meinung der beteiligten Experten.

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