Acht Millionen Euro für die Infektionsforschung

„Damit können wir unsere erfolgreiche Arbeit fortführen“, freut sich der Naturstoff-Chemiker Professor Gerhard Bringmann, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB). Die Einrichtung besteht seit 2003 und hat seitdem über die Deutsche Forschungsgemeinschaft rund elf Millionen Euro öffentliche Fördermittel erhalten.

Getragen wird der SFB von Wissenschaftlern der Fakultäten für Chemie und Pharmazie, Biologie, Medizin, Physik und Astronomie sowie der Missionsärztlichen Klinik. In der effizienten interdisziplinären Zusammenarbeit dieser Gruppen sieht der Forschungsverbund die Grundlage für seinen Erfolg.
Schlafkrankheit und Malaria: Effektive Wirkstoffe gefunden

Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit können sich sehen lassen. Im Würzburger Sonderforschungsbereich 630 haben die Wissenschaftler zum Beispiel neue Substanzen identifiziert, die sich im Tiermodell als hoch wirksam gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum erwiesen haben. Sie haben auch effektive Wirkstoffe gegen den Erreger der Schlafkrankheit gefunden: Der einzellige Parasit wird von Tsetse-Fliegen auf den Menschen übertragen; unbehandelt führt die Schlafkrankheit immer zum Tod.

Klinische Studien als nächstes Ziel

Bislang standen das Auffinden neuer Substanzen mit anti-infektiver Wirkung im Mittelpunkt sowie die chemische Optimierung dieser Substanzen und die Aufklärung ihrer molekularen Wirkmechanismen. In der nächsten Förderperiode sollen die Substanzen weiterentwickelt und in klinische Studien gebracht werden, also in die erstmalige Testung an Patienten. Dabei werden die Uni-Forscher unter anderem mit der pharmazeutischen Industrie und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen kooperieren.

Grundlagen für die Forschung geschaffen

Nicht nur neue Wirkstoffe können die Forschungsgruppen des SFB vorweisen: Sie haben auch Werkzeuge für die Grundlagenforschung erarbeitet oder verfeinert. Etwa im Bereich der biologischen Testung. Hier geht es darum, wie man potenzielle Wirkstoffe gegen die Erreger am besten testet, und zwar unter Einsatz eines Qualitätsmanagements. Auch für die chemische Optimierung der Wirkstoff-Moleküle oder für die Analyse von Wirkmechanismen haben die Wissenschaftler wichtige Grundlagen geschaffen. All das sind wertvolle Ressourcen für die Infektionsforschung an der Universität.

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