Abwechslungsreiche Wanderungen durch das Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin

(mpt-9) Mit dem Buchenwald Grumsin gehört seit Juni 2011 ein außerordentlicher Wald mit reizenden Buchen zum Weltnaturerbe der Unesco. Wunderbare Baumriesen bilden die Basis des facettenreichen Naturentwicklungsgebietes, das im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt und bereits seit 1990 nicht mehr für das Forstwesen genutzt wird. Wenn es glückt, dass der Bestand an Pflanzen möglichst lange ohne menschliche Einflussnahme dem natürlichen Werden, Wachsen und Vergehen überlassen wird, könnte sich das Gebiet bald wahrhaftig zu einem Urwald entwickeln. Und dies wäre etwas absolut Originelles – immerhin gibt es in Deutschland derzeit sonst keinen Urwald. Doch nicht nur das Weltnaturerbe an sich, sondern auch der angrenzende Wolletzsee eignet sich optimal für eine Erkundungstour mit der gesamten Familie.

Wanderwege im Buchenwald Grumsin

Wer das Gebiet auf einer der drei verschieden langen Strecken durchstreift, begibt sich auf ein Wandererlebnis der besonderen Art. Ab Oktober 2013 wird auch der jüngste – und möglicherweise schönste – Rundweg mit Schildern ausgestattet sein. Die Wanderroute mit einer Länge von 22 Kilometern lässt sich in circa sieben Stunden bestreiten: Beginn der Wanderung ist das Strandbad Angermünde am Wolletzsee. Über Altkünkendorf gelangen Wanderfreunde nach Luisenfelde – eine Ortschaft, die am großen Plunzsee liegt. Dort können sie im am Infopunkt Spannendes über das Unesco-Weltnaturerbe erfahren. Das nächste Teilstück führt dann bis nach Zuchenberg. Auf dem dortigen Gut Angermünde ist eine Turnierpferde-Zucht ansässig. Danach führt der Weg weiter zur Ortschaft Gehegemühle und zurück zum Wolletzsee. Wer sich auf diese Wanderung begeben möchte, muss nur dem roten Buchenblatt folgen, das den Streckenverlauf markiert. Daneben verlaufen übrigens auch noch zwei weitere, etwas kürzere Rundwege durch das Unesco-Weltnaturerbe: Einerseits der Wanderweg „Buchenwald Grumsin 2“, der etwa sieben Kilometer misst und in zwei Stunden zu bewältigen ist, und andererseits die Wandertour „Buchenwald Grumsin 3“ mit etwa zehn Kilometern Länge und einer Wegezeit von vier Stunden.

Geheimtipp für wissensdurstige Wanderer

Wer entlang der Strecke auch Informationen über die Landschaft erhalten möchte, liegt mit einer geführten Wanderung genau richtig. Diesbezüglich wurde von den Naturführern des Biosphärenreservats ein spannendes Programm aufgestellt. Die Wanderung „Ein Urwald entsteht – Führung in der Kernzone des Schutzgebietes“ beispielsweise hält von Mai bis Oktober jeweils am letzten Samstag eines Monats interessante Informationen zur „heiligen“ Zone des Biosphärenreservats bereit. Darüber hinaus können sich Wanderfreunde jeden Sonntag auf die Führung „Grumsin-Impressionen“ begeben. Dabei führt ein „Urwaldsteig“ zum Atelier Louisenhof 2, in dem das Künstlerehepaar Christian Bonnet und Annette Tucholke seine Werke ausstellt. Die Ausstellung kann man mit einer entsprechenden Voranmeldung besichtigen. Dabei wird man nicht nur mit exquisiter Kunst, sondern mitunter auch mit selbst gebackenem Kuchen des Künstlerpaares belohnt.

Auf Schusters Rappen rund um den Wolletzsee

Ein besonderes Erlebnis ist es auch, eine Umrundung des Wolletzsees zu Pferd oder mit dem Drahtesel in Angriff zu nehmen. Das Gewässer erstreckt sich von Westen nach Osten, wobei im Norden die Ortschaft Wolletz, im Südosten der Ort Altkünkendorf und im Südwesten das Dorf Gehegemühle liegt. Entlang des Ufers lässt sich dabei allerlei Getier entdecken, denn die seenreiche Landschaft und der Wolletzsee selbst beheimatet unter anderem zahlreiche Wasservögel, Otter und auch die eine oder andere Kröte.

Der Heidenwanderweg

Zum Zurücklegen des 18 Kilometer langen Heidenwanderwegs sollten Wanderbegeisterte mit etwa sechs Stunden rechnen. Wenn man dem gelben Punkt folgt, kann man unterwegs wunderschöne Wiesen und Felder bewundern. Doch auch der Startpunkt der Wandertour, der Ort Biesenbrow, ist ein Highlight an sich. Hier erblickte nämlich der Heimatschriftsteller Ehm Welk das Licht der Welt. Die Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend verarbeitete er in seinem Roman „Die Heiden von Kummerow“, der von einer Heidentaufe, lustigen Streichen und einer Völkerwanderung handelt. Ganz gemäß der literarischen Vorlage wird auch heute noch jeweils im August eine solche Völkerwanderung veranstaltet. Auch Gäste sind herzlich willkommen, dabei dem Heidenwanderweg zu folgen – und zwar durch Bruchhagen und Welsow, zur Burgruine Greiffenberg, der Breitenteicher Mühle und über die Ziethenmühle zurück nach Biesenbrow. Selbstverständlich können sich Wanderer aber auch an jedem anderen Tag auf den abwechslungsreichen Heidenwanderweg begeben.

Scroll to Top