Abschluss einer Zahnzusatzversicherung: Diese feinen Unterschiede gibt es

Zahnzusatzversicherung

Bei Zahnzusatzversicherungen scheiden sich die Geister. Während junge Personen oftmals gegen den Abschluss sind und nicht einmal die Notwendigkeit erkennen, schwören ältere darauf und können aus leidvoller Erfahrung berichten, wie viel Geld ihnen mangels Police heute fehlt. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Günstige Versicherungen sind attraktiv, entpuppen sich jedoch häufig als Mogelpackung. Teurere zahlen viel, lohnen sich aber auch nicht immer. 

Für welche Leistungen kommt die Zahnzusatzversicherung generell auf? 

Um die Zahnzusatzversicherung ranken sich hierzulande unzählige Mythen. Während die Einen der festen Überzeugung sind, niemals eine zu benötigen, sind die Anderen bereits froh, im Ernstfall eine gehabt zu haben. Hartnäckig halten sich zudem die Gerüchte, dass eine Zahnzusatzversicherung nur für Zahnersatz aufkommt und die Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenversicherung mehr als ausreichend ist. 

Um sich legitim sein eigenes Urteil bilden und die feinen Unterschiede bei verfügbaren Policen beurteilen zu können, ist zunächst die Kenntnis darüber essenziell, welche Behandlungen eine Zahnzusatzversicherung übernimmt: 

  1. Zahnersatz (z.B. Implantate und Kronen) 
  2. Zahnbehandlungen (z.B. Wurzelbehandlungen) 
  3. Zahnvorsorge (z.B. Zahnreinigungen)
  4. Kieferorthopädie (z.B. Zahnspangen)

Woran werden die Unterschiede bei den Tarifen am häufigsten deutlich? 

Da die Fülle von Zahnzusatzversicherungen, die sich den Kunden allesamt als das Maß aller Dinge präsentieren, in der heutigen Zeit enorm ist, gehen angehende Versicherte am besten strategisch vor. Für den Einstieg empfiehlt sich die Durchführung eines Vergleichs für Zahnzusatzversicherungen. Ein solcher spart wertvolle Zeit und macht es obsolet, die Bedingungen sämtlicher in Frage kommender Versicherungen einzeln zu studieren. 

Außerdem hilft die altersmäßige Vorabselektierung dabei, sich nur mit konkret in Frage kommenden Tarifen auseinanderzusetzen. Am häufigsten treten Unterschiede bei Zahnzusatzversicherungen beim zu zahlenden Beitrag zutage. Es gibt sehr günstige Policen für unter zehn Euro im Monat und sehr teure, die fast dreistellige Beträge kosten. 

Der Unterschied liegt im Leistungsumfang, d.h. der Erstattungsanteil bei den einzelnen Tarifen variiert stark von etwa 50 bis 100%. Außerdem beziehen manche Anbieter bei der Erstattung den Festkostenzuschuss der GKV mit ein, andere jedoch nicht – mit dem Resultat, dass bei einer Erstattung exklusive Festkostenzuschuss die Selbstbeteiligung für den Versicherten geringer ausfällt. 

Generell ist es so, dass die gesetzliche Krankenversicherung sich kostenmäßig nur an der sogenannten Regelversorgung beteiligt und zwar mit einem variablen Festkostenzuschuss, der oft bei um die 50% liegt. Möchte der Patient eine bessere Versorgung als das „medizinische Mindestmaß“, wird es also teuer. Um konkrete Zahlen zu nennen, werden für ein Implantat statt einer Brücke meist mehrere tausend Euro fällig. 

Was müssen angehende Versicherte sonst noch bei den Policen beachten? 

Weitere Unterschiede bei den Zahnzusatzversicherungen betreffen die Wartezeit nach Vertragsabschluss. Oftmals werden bis zu einer Zeit von acht Monaten nach Vertragsabschluss  keinerlei Behandlungskosten übernommen. 

Außerdem gelten in der Anfangszeit bei vielen Policen Begrenzungen im Bezug auf die Leistungssumme. Üblich sind Limitierungen innerhalb der ersten vier oder fünf Jahre. Hier sollte der Betrag jedoch bestenfalls nicht unter 3000 bis 4000 Euro liegen. 

Manche Anbieter begrenzen sogar noch länger die Leistungen, wenn auch nur für verschiedene Teilbereiche, für besonders teure Behandlungen, oder beispielsweise hinsichtlich der Maximalzahl von erstattungsfähigen Implantaten. 

Zahnärztliche Behandlungen, die vor dem Vertragsabschluss bereits angeraten oder gar begonnen worden sind, sind jedoch genauso wie rein kosmetische Maßnahmen an gesunden Zähnen bei nahezu allen Gesellschaften von einer kostenmäßigen Beteiligung ausgeschlossen. 

Für angehende Versicherte bedeutet all das, dass sich Wachsamkeit und detailliertes Lesen der Versicherungsbedingungen auszahlt – gerade, wenn der Tarif eher zu den günstigeren gehört. 

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