Abfall? Gibt es nicht!

Das Vorbild von WIPRONA ist die Natur. Jedes Material ist Baustein in einem fortwährenden Kreislauf. „Ziel des neuen Netzwerkes ist es zunächst, den Nachhaltigkeitsgedanken und die Potenziale nachhaltigen Handelns stärker in das Bewusstsein von Unternehmen und Kunden zu bringen“, so Dr. Stefanie Wrobel, verantwortliche Koordinatorin für WiProNa. „Materialien und Produkte sollen so gestaltet werden, dass nicht nur ein Nutzungszyklus erfüllt wird, sondern bereits im Vorfeld eine weitere Verwendung der Rohstoffe realisiert werden kann – zum Nutzen der Unternehmen und der Umwelt“, so Wrobel weiter. Im besten Falle entstehen geschlossene Materialkreisläufe, bei denen das Sekundärmaterial wieder zur Herstellung der Neuprodukte eingesetzt wird. Dies erfordert die Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus und der gesamten Wertschöpfungskette.

Handlungsbedarf und Ansatzpunkte zur Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Abfallströmen werden bei genauerer Betrachtung deutlich: Rund 70 Milliarden Tonnen Rohstoffe werden jährlich weltweit gewonnen. Das entspricht einer Verdoppelung seit Ende der 1970er Jahre. Der Ressourcenverbrauch in Deutschland liegt laut Umweltbundesamt bei etwa 200 Kilogramm Rohstoffen pro Kopf und Tag. Als Industrienation und gleichzeitig rohstoffarmes Land muss Deutschland mehr und mehr auf Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen setzen. Die Erhöhung von Recyclingquoten durch neue oder verbesserte Recyclingverfahren, die die Rückgewinnung und Aufbereitung technisch realisierbar und wirtschaftlich attraktiv machen, ist ein zentraler Weg zur Schaffung von geschlossenen Materialkreisläufen.

Genau hier setzt das neugeschaffene Netzwerk WiProNa an, dessen übergeordnete Zielsetzung ist die Schaffung von geschlossenen Wertstoffkreisläufen ist.
Das WiProNa-Netzwerk besteht aktuell aus den acht kleinen und mittelständischen Unternehmen Automobiltechnikum Bayern GmbH, bleed clothing GmbH, GMK GmbH & Co.KG, Hofer Textilveredelungs GmbH, Markgrafen Logistikzentrum Projektentwicklung, PDR Recycling GmbH & Co KG, Purus Plastic GmbH und Savuna GmbH. Zu den Projektpartnern zählen außerdem die bayern design GmbH, die Designovation GmbH, die TU Darmstadt und die Hochschule Pforzheim mit dem INEC Institute for Industrial Ecology. Dieser Verbund, dessen Management beim Cluster Neue Werkstoffe der Bayern Innovativ liegt, hat sich zum Ziel gesetzt, das interdisziplinäre Fachwissen auszubauen, das erforderlich ist, um geschlossene Wertstoffkreisläufe zu etablieren und technologische Entwicklungen anzugehen.

Neben dem früh im Produktlebenszyklus greifenden Design-for-Recycling-Ansatz betrachten das Netzwerkmanagement und die Unternehmen verschiedene weitere Ansatzpunkte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Unternehmen. Hierzu zählen die Prüfung der Einsatzmöglichkeiten von Sekundärmaterialien oder alternativer Materialien, Prozessoptimierung zur Minimierung von Material- oder Energieverbrauch sowie die Analyse von Produkten oder bestehenden Abfallströmen auf die Möglichkeiten eines stofflichen Recyclings. Im nächsten Schritt geht es dann um die Identifizierung, Anpassung oder Entwicklung geeigneter Recyclingtechnologien. Auch hinsichtlich alternativer Einsatzmöglichkeiten für neue Recyclingmaterialien oder der Vermarktung nachhaltiger Produkte unterstützt das Projektmanagement.

Im Fokus der WiProNa-Netzwerkpartner stehen dabei hochwertige Polymere, Verbundmaterialen und technische Textilien, deren Recycling heute aus technischer oder wirtschaftlicher Sicht nicht möglich ist. Diese zukünftig einem stofflichen Recycling zuzuführen, ist jedoch vor dem Hintergrund des Materialwertes, entstehender Entsorgungskosten, endlicher Ressourcen oder zu befürchtender Umweltbelastung ein klares Ziel.

Über den Austausch mit anderen Unternehmen und Experten entstehen Ideen und Impulse für weitere Aktivitäten im Unternehmen, die die Nachhaltigkeit verbessern. Hierzu wird kontinuierlich das Expertennetzwerk ausgebaut, um darüber hinaus auch Kompetenzen im eigenen Unternehmen weiterzuentwickeln, sei es im Bereich nachhaltiger Wertschöpfungsketten, Produktentwicklung, Optimierung von Materialeinsatz, Ressourcen- und Energieverbrauch oder Kreislaufwirtschaft und Recycling. Hierdurch und durch die Weiterentwicklung von Technologien leisten die Partner einen aktiven Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen und der Lebensgrundlage für die Gesellschaft. Die im Netzwerk entstehenden Erfolge sollen darüber hinaus dazu dienen, mehr und mehr Unternehmen und auch die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass „Nachhaltigkeit“ nicht nur eine leere Hülle ist.

Das WiProNa-Netzwerk ist ein wachsendes Netzwerk, das noch Partner aufnimmt, die sich im WiProNa-Themenbereich engagieren möchten und Unterstützung bei der Bearbeitung entsprechender technologischer Fragestellungen suchen. Das Netzwerkmanagement wie auch die Netzwerkpartner stehen daher allen Interessierten jederzeit zur Information über das Netzwerk und zum Austausch über das Themenspektrum Nachhaltigkeit, Recycling und Wertstoffkreisläufe zur Verfügung. Gerne besuchen wir auch Ihr Unternehmen, um mit Ihnen gemeinsam Ansatzpunkte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen, zur Schließung von Materialkreisläufen und Recycling zu identifizieren und zu konkretisieren.

Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie unter:
www.wiprona.de oder bei Dr. Stefanie Wrobel, Tel.: 0911-20671-213
wrobel@bayern-innovativ.de

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