Mit Blutwäsche gegen Demenz?

Mit Blutwäsche gegen Demenz?

In der Studie mit dem Kurznamen IMAD (Efficacy of immunoadsorption for treatment of persons with Alzheimer dementia and agonistic autoantibodies against alpha1A-adrenoceptor) werden bestimmte Antikörper aus dem Blut entfernt, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Am Donnerstag, dem 29. März 2018, findet um 14.00 Uhr im Hörsaal Süd (Klinikneubau, Sauerbruchstraße) ein öffentliches Informationsforum über die Studie statt. Auf der Veranstaltungen werden die Wissenschaftler über den aktuellen Stand der IMAD-Studie berichten, die bis 2019 verlängert wurde. Außerdem können sich interessierte Bürger und ihre Angehörigen über die Teilnahmebedingungen an der Studie informieren. Die Unimedizin sucht weitere Studienteilnehmer. Eine Anmeldung zum Infoforum ist nicht erforderlich.

Bisher stehen nur wenige Medikamente zur symptomatischen Behandlung einer Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Eine wirksame ursächliche Behandlung ist zurzeit noch nicht möglich. Die Entwicklung neuer Medikamente blieb in der Vergangenheit ohne Erfolg. Prognosen gehen von einem Anstieg der Demenzerkrankten von derzeit 1,6 Millionen in Deutschland auf etwa 3 Millionen bis zum Jahr 2050 aus, sollte ein Durchbruch in der Demenzforschung ausbleiben.

Neuartige Therapieansätze, wie in der Greifswalder IMAD-Studie, rücken daher in den Fokus. Im Rahmen der Studie wurden bis zum aktuellen Zeitpunkt sieben Patienten mit dem neuen Verfahren behandelt. Bei der Mehrzahl der teilnehmenden Patienten konnte, gemessen über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten, eine Stabilisierung der Gedächtnisleistung nachgewiesen werden. Aufgrund der niedrigen Patientenzahl ist eine abschließende Beurteilung des neuen Therapieansatzes noch nicht möglich. Die Forscher hoffen nun, diese Ergebnisse bei weiteren Patienten zu bestätigen, die Studie soll daher bis 2019 verlängert werden.

Der Blutwäsche liegt die wissenschaftliche Annahme zugrunde, dass die Antikörper eine entscheidende Rolle bei der Regulation der Durchblutung des Gehirns und somit für die Entstehung einer Alzheimer-Erkrankung spielen. Die Behandlung zielt auf eine Verbesserung der Blutversorgung im Gehirn ab, um so die Gedächtnisleistungen der Patienten zu stabilisieren. Die Entfernung der Antikörper erfolgt mit einem Verfahren, welches der Dialyse bei Nierenkranken ähnelt.

Wer kann an der IMAD-Studie teilnehmen?

Frauen und Männer zwischen 55 und 85 Jahren aus der Region Greifswald mit einer leichten Alzheimer-Demenz können für die Studie angemeldet werden. Es erfolgt eine umfassende Aufklärung, bei der enge Familienangehörige und auf Wunsch auch der Hausarzt mit einbezogen werden sollen. Eine Aufwandsentschädigung wird gewährt.

Ansprechpartner für Studieninteressierte sind Kristin Werner und Sandra Lange, erreichbar werktags von 8.00 bis 14.00 Uhr unter Tel. 03834 86-69 61 oder per E-Mail: imad@uni-greifswald.de

Weitere Infos unter

Patientenforum zur IMAD-Studie
Donnerstag, 29. März 2018,
um 14.00 Uhr
Unimedizin, Hörsaal Süd (Klinikneubau, Sauerbruchstraße)

Foto : UMG/Franka Zinke
Studienschwester Kristin Werner beim Aufbau der Dialysegeräte für die Blutwäsche. Erste Ergebnisse sind vielversprechend, aber es werden dringend weitere Studienteilnehmer gesucht.

Universitätsmedizin Greifswald
IMAD: Projektleiter: Prof. Dr. med. Marcus Dörr
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-69 61
E imad@uni-greifswald.de

Instagram/Twitter @UMGreifswald

idw 2018/03

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