Flächendeckende Versorgung bei Epilepsie: Telemedizin soll bundesweit etabliert werden

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Fachärzte mit Expertise in der Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit Epilepsie sind nicht in allen Regionen Deutschlands verfügbar. Aufgrund der teils weiten Entfernungen zum nächsten zertifizierten Epilepsiezentrum werden Patienten zudem zum Teil erst nach Jahren diagnostiziert oder erhalten keine spezialisierte Versorgung. „Oft müssen Betroffene weite Strecken zurücklegen, um den nächsten auf Epilepsie spezialisierten Neurologen oder Neuropädiater zu finden“, erklärt Professor Dr. med. Felix Rosenow, Leiter des Epilepsiezentrums Frankfurt Rhein-Main am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. “Erschwerend kommt hinzu, dass diese Patienten in der Regel nicht fahrtauglich oder durch Begleiterkrankungen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“ So komme es bei vielen Patienten zu verspäteten oder fehlerhaften Diagnosen und zu einer entsprechenden Unter- oder Fehlbehandlung, bedauert der Experte. Die DGKN weist anlässlich ihrer Jahrestagung in Berlin auf den dringenden Bedarf an strukturellen Maßnahmen zum Ausbau der Telemedizin in Deutschland hin. Hierdurch könnte die flächendeckende Versorgung verbessert werden.
Diagnose und Therapie von Epilepsie erfordern in vielen Fällen eine spezialisierte, neurologisch-epileptologische oder neuropädiatrisch-epileptologische Expertise. Diese interdisziplinäre Arbeit können zertifizierte Epilepsiezentren erbringen. Sie verfügen neben der fachlichen Kompetenz und Erfahrung auch über die notwendigen Diagnosemethoden wie speziell angepasste Kernspintomografie und Elektroenzephalografie (EEG). „In der Schlaganfall-Versorgung ist dank der Telemedizin bereits ein reger Austausch zwischen peripheren Kliniken und Schlaganfallzentren etabliert. Davon profitieren besonders die Patienten, die eher in ländlichen Regionen wohnen“, betont Rosenow. In der Epilepsie-Behandlung stecke die Telemedizin jedoch noch in den Kinderschuhen. „Um allen Epilepsie-Patienten in Deutschland eine gleichwertige Behandlung zu garantieren, müssen fachliche und administrative Probleme in der Telemedizin, die noch bestehen, erfasst und beseitigt werden.“ Hierzu gehöre unter anderem, dass es bislang noch keine einheitliche telemedizinische Aufzeichnung, Übermittlung und Befundung zum Beispiel von EEG gebe. Zudem existieren sehr unterschiedliche EEG-Formate und somit kein standardisiertes Ablageformat der Befunde. Dies erschwere den ärztlichen Austausch und die Nachbefundung.
Vor diesem Hintergrund laufen aktuell verschiedene Projekte, um die Telemedizin in der Epilepsie-Versorgung bundesweit zu etablieren. Unter anderem sollen die Erfahrungen von telemedizinischen Landesnetzwerken sowie Studien zu ambulanten Versorgungsmethoden, wie beispielsweise des ambulanten Trockenhauben-EEG, einfließen. „Vor allem muss eine standardisierte Datenspeicherung etabliert werden, vorzugsweise im DICOM-Format, das wiederum kompatibel mit den KIS-Systemen der Krankenhäuser ist und eine Langzeitspeicherung ermöglicht“, fordert Rosenow. Tele-EEG-Anwender müssten sich dann künftig über die DGKN qualifizieren und zertifizieren, um einen einheitlichen Standard in Deutschland zu gewährleisten.
Die verschiedenen Projekte stellen Experten auf der Jahrestagung der DGKN vor, die vom 15. bis 17. März in Berlin stattfindet.

***Bei Abdruck Beleg erbeten***

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Jahres-Pressekonferenz
im Rahmen der 62. wissenschaftlichen Jahrestagung der DGKN

Termin: Donnerstag, 15. März 2018, 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr
Ort: Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin
Anschrift: Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem
Vorläufige Themen und Referenten:
Bis ins hohe Alter fit im Kopf: Was bringen Training und elektrische Hirnstimulation?
Professor Dr. med. Agnes Flöel
Kongresspräsidentin der 62. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGKN, Präsidentin der DGKN, Direktorin der Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin Greifswald

Besser betreut bei Epilepsie mit EEG-Monitoring aus der Ferne
Professor Dr. med. Felix Rosenow
Leitung Epilepsiezentrum, Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Frankfurt

„Narben“ im Gehirn: langfristige neurobiologische Folgen von Traumatisierung im Kindesalter
Professor Dr. rer. nat. Christine Heim
Leitung Institut für medizinische Psychologie, Charité Universitätsmedizin Berlin

Demenz früher erkennen mit automatisiertem MRT?
Professor Dr. med Stefan Teipel
Gruppenleitung Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Universitätsmedizin Rostock

Altern und Adipositas: Einfluss von modifizierbaren Lebensstilfaktoren auf das Gehirn
Dr. rer. nat. Veronica Witte
Gruppenleitung Abteilung Neurologie, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig

Moderation: DGKN-Pressestelle, Stuttgart

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Pressestelle DGKN
Carina Tenzer
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-361
Fax: 0711 8931-167
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idw 2018/03
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