Die wenigstens Menschen überstehen die Zeit zwischen Oktober und März, ohne an mindestens einer Erkältung gelitten zu haben. Doch was genau sorgt dafür, dass Husten und Schnupfen gerade in der kalten Jahreszeit vermehrt auf den Plan treten? Führen Regen, Schnee und niedrige Außentemperaturen tatsächlich automatisch zu einer Erkältung?

Die Symptome einer Erkältung

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Erkältung (grippaler Infekt) oft mir der Grippe gleichgesetzt. Doch hier bestehen deutliche Unterschiede. Der Krankheitsbeginn einer Erkältung ist kaum merklich und verschlechtert sich zunehmend. In der ersten Zeit kommt es zu Halsschmerzen, denen einige Tage später Schnupfen und auch Husten folgen. Gelegentlich wird die Erkrankung begleitet von Kopfschmerzen, erhöhter Temperatur und einer leichten Abgeschlagenheit. Nach etwa einer Woche ist die Erkältung jedoch in der Regel überstanden und der Körper ist wieder leistungsfähig. Weitere nützliche Informationen zu Symptomen und Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden, erhalten Sie im Ratgeber Erkältung.

Die Grippe (Influenza) tritt im Vergleich sehr plötzlich und mit meist hohem Fieber auf. Stechende Kopfschmerzen, ein quälender Husten und tiefgehende Erschöpfung sind häufige Symptome. Die Krankheitsdauer beläuft sich in den meisten Fällen auf ein bis zwei Wochen. Grippe- und Erkältungswellen breiten sich oft im gleichen Zeitraum über das Land aus und sorgen so dafür, dass eine Erkältung sich zu einer Grippe weiterentwickeln kann.

Wie eine Erkältung entsteht

Wer oder was ist eigentlich schuld an einer Erkältung? In erster Linie sind das Viren (beispielsweise Adenoviren oder Rhinoviren), die durch die sogenannte Schmier- und Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Hierbei gelangen die Erreger über Speichelpartikel, die beim Husten, Niesen oder Sprechen erkrankter Personen entstehen, durch die Luft in die Atemwege anderer Menschen. Dort angekommen, nisten sie sich in den Schleimhäuten ein und sorgen so für den Ausbruch der Erkältungs-Symptome.

Vor allem in den kalten Jahreszeiten, also in Herbst und Winter, überrollen regelmäßig Erkältungswellen das Land. Hierbei stellt sich schnell die Frage, warum der menschliche Organismus gerade bei etwas kälteren Außentemperaturen empfindlicher gegenüber den Viren zu sein scheint, als im Sommer.

Erkältungswellen: Ursache Kälte?

Bei einer näheren Betrachtung des Wortes „Erkältung“ liegt die Vermutung nahe, dass die Entstehung des grippalen Infekts tatsächlich etwas mit „Kälte“ zu tun haben könnte. Und indirekt hat sie das möglicherweise auch. Eine Unterkühlung des Körpers kann zu einer reduzierten Immunabwehr führen. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und die Abwehrzellen senken ihre Aktivität im Blutkreislauf – Viren haben leichtes Spiel. Eine weitere Theorie besagt, dass die durch Heizungsluft ausgetrockneten Schleimhäute schuld am gehäuften Auftreten von Erkältungswellen im Winter sein könnten. Je trockener und rissiger die Innenseite der Nase sind, desto besser können sich Viren einnisten. Auch die Tatsache, dass Menschen sich im Winter bevorzugt in geschlossenen Räumen aufhalten kann eine Rolle spielen. Der enge Kontakt untereinander und unzureichendes Lüften machen eine Übertragung der Erkältungs-Viren deutlich wahrscheinlicher.

Das Frühjahr und die Erkältungen

Für gewöhnlich ist die Hochsaison der Erkältungen im Frühjahr vorüber. Die Lust auf Bewegung an der frischen Luft steigt – was dem Immunsystem zu Gute kommt. Innenräume werden wieder stärker gelüftet und Heizungen heruntergedreht. Die Schleimhäute der Nase erholen sich und erhalten ihre natürliche Widerstandskraft zurück.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass es im Frühjahr nicht auch zu Erkältungs-Erkrankungen kommen kann. Gerade dann, wenn die graue und kalte Zeit sich dem Ende neigt, ist der Drang nach Sonne groß. In vielen Fällen wird dabei unterschätzt, dass gerade die Temperaturen noch kein sommerliches Niveau erreicht haben. Durch den Verzicht auf Mütze, Schal und die dicke Jacke, kommt es schnell zu einer Unterkühlung – die wiederum die Entstehung einer Erkältung begünstigen kann.

B.A.