Wirkt die Biomechanische Stimulation?

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Der systemische Behandlungsansatz von Dr. med. Bernhard Dickreiter basiert auf der zellbiologischen Regulationstherapie, bei der die Mikrozirkulation und damit der Zellstoffwechsel durch fachgerecht ins Gewebe eingebrachte Schwingungen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden soll. Dies geschieht mit Hilfe der biomechanischen Stimulation, die auch Matrixtherapie genannt wird.
In der medizinischen Praxis werden chronische Schmerzen oft rein symptomatisch behandelt, deren eigentliche Ursachen werden dabei übersehen oder einfach nicht berücksichtigt. Unspezifische chronische Gelenkschmerzen sind laut Dickreiter häufig auf einen gestörten Stoffwechsel der Zellen im betroffenen Gewebe zurückzuführen. Die Mikrozirkulation sorgt für den Zufluss von Nährstoffen zu den Zellen und für den Abfluss von Stoffwechselendprodukten. Sei diese gestört, komme es rasch zu einer Übersäuerung und zu reaktiven Entzündungen mit einer zunehmenden Reizung der in der Zellumgebung befindlichen Schmerzfühler. Dadurch entstehen sehr häufig unspezifische Schmerzen und Erkrankungen.
Dass diese Methode zur Behandlung von Gelenkbeschwerden wirksam ist, davon ist Dr. med. Bernhard Dickreiter überzeugt. In einer Studie mit 470 Schmerzpatienten konnte Dickreiter 2012 nachweisen, dass etwa zwei Drittel aller behandelten Patienten zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung deutlich weniger Schmerzen hatten und in der Regel auf Schmerzmedikamente komplett verzichten konnten.
Was aber passiert eigentlich genau im Körper, wenn in dem betroffenen Bereich des Körpers die Muskulatur mittels dieser Schwingungstherapie behandelt wird? Um dieser Frage nachzugehen, kooperiert Dr. B. Dickreiter und sein Therapeutenteam nun mit Medizintechnikern der Hochschule Offenburg um Prof. Dr.-Ing. med. habil. Matthias Heinke und sein Laborteam.
Die Forscher der Hochschule konnten nun mit einem im Labor Kardiovaskuläre Gerätetechnik und Rhythmologie und in der Gesundheitspraxis Alwin Schaupp in Ohlsbach eingesetztem Gerät eine hochpräzise nichtinvasive Herz-Diagnostik ermöglichen. Diese so genannte Impedanzkardiographie wird mit dem Herz-Diagnostik-Gerät CardioScreen® der Firma Medis aus Ilmenau durchgeführt.
Mit wenigen an Hals und Thorax angebrachten Elektroden überwachte das Team um Prof. Heinke und das Team um Dr. Dickreiter am 15.12.2017 in der Gesundheitspraxis Schaupp in Ohlsbach die Herzpumpleistung und Herzfrequenz bei biomechanischer Stimulation der Beinmuskulatur im Liegen und Stehen bei fünf Probanden.
„Die Ergebnisse der Messungen während der Biomechanischen Stimulation sind vielversprechend“, bilanziert Prof. Heinke: „In diesem ersten Schritt konnten wir zeigen, dass diese hochpräzise, nichtinvasive Herz-Diagnostik auch bei dieser Schwingungstherapie eingesetzt werden kann, und wir brauchbare Messwerte bezüglich der Herzpumpleistung und Herzfrequenz erhalten.“ Dies sei nicht selbstverständlich, schließlich reagiere die Messmethode auf äußere Einflüsse äußerst empfindlich. So können beispielsweise körperliche Bewegung oder in diesem Fall die biomechanische Stimulation theoretisch zu fehlerhaften Messwerten führen.
Die erste Untersuchung ergab jedoch nicht nur, dass diese Messmethode auch während einer biomechanischen Stimulation fehlerfreie Ergebnisse liefert. Darüber hinaus konnten die Forscher bereits signifikante Unterschiede der Hämodynamik, also des Blutflusses in den Blutgefäßen vor, während und nach der Behandlung und Unterschiede in der Herzfrequenz erfassen. „Wir konnten eine Änderung des Schlagvolumens und der Herzfrequenz bei biomechanischer Stimulation nachweisen.“
Dies könne, so bestätigte es Dr. Dickreiter bei einem Hämodynamik-Workshop an der Hochschule Offenburg am 18. Januar diesen Jahres, ein Beweis dafür sein, dass die biomechanische Stimulation tatsächlich nachweisbar Auswirkungen auf die Herzpumpleistungen und die Mikrozirkulation hat.
„Wir sind froh, dass wir mit der Methode der Impedanzkardiographie erstmals eine solche Messung durchführen konnten und auch brauchbare Ergebnisse erhielten“, so Heinke. „Für uns ist das Anlass genug, die Messreihen nun weiterzuführen, damit wir belastbare Ergebnisse über die Wirksamkeit der biomechanischen Stimulation bzw. zellbiologischen Regulationstherapie erhalten.“

idw 2018/02
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