Zwar findet nach wie vor der Löwenanteil der klinischen Studien in den USA statt, dennoch hat Deutschland sich fest als Größe der medizinischen Forschung etabliert und nimmt Platz zwei der forschungsstärksten Länder ein. Im Jahr 2016 wurden ganze 594 Studien in Deutschland durchgeführt. Gerade die hierzulande ansässigen Pharmaunternehmen tragen zu der hohen Anzahl an medizinischen Studien bei.

Deutsche Forschungslandschaft

Dass in Deutschland mehrere Pharmaunternehmen ansässig sind, ist kein Geheimnis. Die großen Namen der deutschen Pharmaindustrie sind die Bayer AG, Merck KGaA, Fresenius Kabi, Stada Arzneimittel und Boehringer Ingelheim. Das Zentrum der Pharmaindustrie liegt klar in West- und Mitteldeutschland, gerade im Land Hessen sind die großen Pharmakonzerne beheimatet.

Nachwuchsförderung par Excellence

Obwohl die Pharmaindustrie vorwiegend im Westen beheimatet ist, wird der Nachwuchs der Branche in ganz Deutschland ausgebildet. Denn auch die deutschen Hochschulen stellen sich auf den Bedarf an qualifizierten Forschern ein. Die Universität Würzburg beispielsweise bietet einen Begleitstudiengang mit dem Namen „Experimentelle Medizin“ an, welcher Studierenden der Humanmedizin die experimentelle Medizin näherbringen soll. Dabei werden insbesondere molekularbiologische Grundlagen der Forschung behandelt, welche vielen Studierenden durchaus Schwierigkeiten bereiten. Daher werden gezielt diese Bereiche integriert, um den Nachwuchs der Forschung an die Materie heranzuführen und eventuelle Voreingenommenheit abzubauen. Darüber hinaus ist die Erforschung molekularer Prozesse ein vielversprechendes Forschungsgebiet.

Herausforderung Internationalität

Die Konkurrenz schläft nicht. Dieser Grundsatz gilt gerade in den Wissenschaften. Wer viel von anderen Wissenschaftlern zitiert wird, kann sich im internationalen Vergleich durchsetzen. Die Wahrscheinlichkeit, zitiert zu werden, steigt, sobald die Arbeit in englischer Sprache erscheint. In den USA wurden im Jahr 2016 immerhin mehr als 2.300 Studien veröffentlicht. In Großbritannien waren es ganze 554 Arbeiten. Damit liegt das Vereinte Königreich auf Platz drei hinter Deutschland. Auch das viertplatzierte Kanada mit 524 publizierten Arbeiten ist weitestgehend englischsprachig aufgestellt. Erst auf Platz fünf stellt Spanien neben Deutschland auf Platz zwei ein weiteres Land, in dem nicht Englisch gesprochen wird.

Deutsche und spanische Wissenschaftler fügen sich der vorherrschenden Sprache und veröffentlichen ebenfalls Studien auf Englisch, um international besser wahrgenommen zu werden. Dazu werden sowohl Studien direkt auf Englisch durchgeführt, aber auch Studienergebnisse vom Deutschen ins Englische übersetzt. Dazu bedienen sich die publizierenden Wissenschaftler in der Regel spezialisierter Übersetzungsdienste mit Fachwissen, bei denen die Übersetzer nicht nur sprachlich, sondern auch fachlich geschult sind. Das richtige Übersetzungsbüro für dieses Vorhaben zu finden, ist daher essentiell für den Erfolg der Publikation.

Wie wichtig internationale Beziehungen in der Pharmaindustrie sind, zeigt sich auch bei der Betrachtung der Exportraten. Etwa zwei Drittel der in Deutschland hergestellten Pharmazeutika werden ins Ausland exportiert. Dies entspricht einem Warenwert von circa 70 Milliarden Euro. Ohne entsprechende Forschung wäre dieser hohe Beitrag zur Wirtschaftsstärke Deutschlands nicht möglich.

Breit aufgestellt zum Erfolg

Die beinahe 594 in Deutschland durchgeführten Studien wurden zur Behandlung von 210 verschiedenen Krankheiten initiiert. Am häufigsten wird in Deutschland an Behandlungen für Krebserkrankungen geforscht. Fast ebenso häufig wurden Entzündungskrankheiten untersucht. Schon etwas abgeschlagen auf Platz drei liegen Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch die internationale Konkurrenz, aber auch durch die nationale Konkurrenz wird die Forschung in Deutschland stark angefacht und bleibt dadurch letzten Endes konkurrenzfähig.

A.T.