Leben retten grenzenlos – Verbesserung der deutsch-polnischen Kooperation im Rettungsdienst

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Bisher fehlt es an rechtlich verbindlichen Regelungen und Handlungsanweisungen zur grenzüberschreitenden Notfallversorgung. In der Folge geraten deutsche und polnische Rettungsdienstmitarbeiter immer wieder in Situationen, in denen die Versorgung lebensbedrohlich erkrankter oder verletzter Patienten durch sprachliche und logistische Barrieren sowie ungeklärte Rahmenbedingungen der grenzüberschreitenden Hilfe unzumutbar verzögert wird. Das soll sich künftig ändern.

Am Donnerstag, dem 25.Januar 2018, findet in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald die Auftaktveranstaltung des deutsch-polnischen Projektes „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ statt, das im Rahmen des Programmes Interreg V A von der EU in Höhe von 2 Millionen Euro gefördert wird. Dazu sind die Vertreter der Medien recht herzlich eingeladen (s. Programm). Um 14 Uhr besteht die Möglichkeit, bei einer Pressekonferenz mit den verantwortlichen Projektbeteiligten ins Gespräch zu kommen.

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Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Bürger, die Verflechtung der Gesellschaften beiderseits der Grenze und der wachsende Tourismus in der beliebten deutsch-polnischen Ostseeregion führen zu einem Anstieg medizinischer Notfälle. Oftmals müssen deutsche oder polnische Patienten an der Grenze in einen anderen Rettungswagen umgelagert werden, da bislang keine ausreichenden gesetzlichen Grundlagen für den grenzüberschreitenden Rettungsdienst existieren. Noch schwieriger ist die Lage der Luftrettung, da die Ländergrenze nicht überflogen werden darf. Diese fehlenden Voraussetzungen für eine gegenseitige Unterstützung in der Notfallrettung haben bisher auch verhindert, dass Sprachbarrieren überwunden und integrative Prozesse geschaffen werden, die einen einheitlichen Trainingszustand im Notfallmanagement befördern.

In den kommenden drei Jahren werden Projektpartner aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der polnischen Wojewodschaft Westpommern die Gesamtsituation systematisch analysieren, um Lösungswege für einen funktionsfähigen und rechtssicheren deutsch-polnischen Rettungsdienst aufzuzeigen. Gleichzeitig wird ein umfangreiches Schulungsprogramm durchgeführt, um das Verständnis für die jeweils andere Fachsprache bei den Rettungsdienstmitarbeitern im Grenzbereich zu fördern und sie in die Lage zu versetzen, an Simulatoren die gemeinsame Beherrschung von Notfallszenarien zu trainieren.

Der offizielle Startschuss für das auch für andere Grenzregionen wegweisende Vorhaben wird auf der Auftaktveranstaltung am 25. Januar in Greifswald gegeben, auf der das Projekt das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Auftaktveranstaltung
Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)
Donnerstag, 25. Januar 2018
Konferenzraum, Domstraße 11 (2. Aufgang von rechts), 17489 Greifswald

P r o g r a m m

10:00 Uhr – Begrüßung
Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Greifswald
Dirk Scheer, Beigeordneter und Dezernent, Landkreis Vorpommern-Greifswald
10:20 Uhr – Grußwort
Dr. Barbara Syrbe, Landrätin des Landkreises Vorpommern-Greifswald
10:30 Uhr – Grußwort
Dr. Paweł Rodzoś, Direktor der Abteilung für Sicherheit und Krisenmanagement, Wojewodschaftsamt
Westpommerns in Stettin

10:40 Uhr – Einleitende Worte zum Projekt
Dr. Lutz Fischer, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Landkreis Vorpommern-Greifswald
10:55 Uhr – Einleitende Worte zum Projekt
Roman Pałka, Direktor der Wojewodschaftsstation des Rettungsdienstes in Stettin

11:10 Uhr – InGRiP-Projektvorstellung
Prof. Dr. Konrad Meissner, Stellv. Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Greifswald

11:30 Uhr – Notfallmedizinisch orientierte Sprachausbildung
Prof. Dr. Bernhard Brehmer, Lehrstuhl für slawische Sprachgeschichte, Universität Greifswald

11:45 Uhr – Situation im Landkreis Märkisch-Oderland
Dipl. Ing. Armin Viert, Geschäftsführer, Gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland GmbH

12:15 Uhr – Nachhaltigkeit der Projektziele
Prof. Dr. Steffen Fleßa, Lehrstuhl für ABWL und Gesundheitsmanagement, Universität Greifswald

12:30 Uhr – Schlusswort
Prof. Dr. Marek Zygmunt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Universitätsmedizin Greifswald

12:45 Uhr – get together (Konferenzraum)

14:00 Uhr – Pressegespräch (Konzilsaal)

Universitätsmedizin Greifswald
Klinik für Anästhesiologie
Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Direktor: Prof. Dr. med. Klaus Hahnenkamp
Projektleiter InGRiP: Prof. Dr. Konrad Meissner
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-58 01
E anaesthesiologie@uni-greifswald.de
Projektbüro : Kathrin Krügel
T+ 49 3834 86-5641
E ingrip-projekt@uni-greifswald.de

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idw 2018/01
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