NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann besucht hsg

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann besucht hsg

Als Karl-Josef Laumann vor knapp siebeneinhalb Jahren, am 6. Mai 2010, zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls Gesundheitsminister in NRW, die hsg besuchte, brachte er den Genehmigungsbescheid für die Modellvorhaben mit. Die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum konnte daraufhin im Wintersemester 2010/2011 mit den Modell-Studiengängen in den Disziplinen Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie starten und sich der Aufgabe der Akademisierung der Gesundheitsberufe widmen – als erste Fachhochschule ausschließlich für Gesundheitsberufe in Deutschland. Über die Akademisierung sollten die Gesundheitsberufe für junge Menschen noch attraktiver werden.

Am 19. Oktober 2017 besuchte Karl-Josef Laumann, seit dem 30. Juni 2017 wieder in der Funktion des NRW-Gesundheitsministers, erneut die hsg, dieses Mal erstmals in ihrem Neubau, den die Hochschule im Sommer 2015 auf dem Gesundheitscampus NRW in Bochum bezogen hat. Hier konnte er sich vom weiteren Aufbau der Hochschule, die aktuell 1.300 Studierende in zehn Studiengängen zählt, und der Weiterentwicklung der Akademisierung der Gesundheitsberufe überzeugen.

Für Minister Laumann ist „eine der größten Herausforderungen unseres Gesundheitssystems, genügend Menschen für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu gewinnen. Dafür sollte professionelle Pflege auch ein stärkeres Selbstbewusstsein entwickeln und fair bezahlt werden. Das steigert die Attraktivität des Berufs. Und wir brauchen eine gute Pflegeausbildung. Mit dem Pflegeberufegesetz ist hier auf Bundesebene ein ganz wichtiger Schritt gemacht worden. Nordrhein-Westfalen wird hier mit gutem Beispiel vorangehen und das neue Gesetz konsequent umsetzen.“

„Bei der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes muss darauf geachtet werden, dass auch die Qualität der hochschulischen Ausbildung gesichert wird. Wir benötigen gut ausgebildete Pflegekräfte für alle Sektoren vom Krankenhaus bis zur Langzeitpflege. Außerdem ist es uns wichtig, die Disziplin so weiterzuentwickeln, dass wir die gesundheitlichen Versorgungsbedarfe der Bevölkerung erfüllen können. Wenn beispielsweise heilkundliche Kompetenzen im Pflege-Studiengang sinnvoll eingebracht werden können, dann würden wir dies auch gern umsetzen. Hier haben wir gute Ideen und hoffen auf Unterstützung seitens des Gesundheitsministeriums“, erklärte Prof. Dr. Markus Zimmermann, Gründungsdekan des Departments für Pflegewissenschaft der hsg, nach dem Gespräch mit dem Minister.

Auch in den Jahren 2014 bis 2017, in denen Laumann als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege in Berlin wirkte, war der Kontakt zu ihm nicht abgebrochen. Regelmäßig tauschten sich hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs und Karl-Josef Laumann aus. Auf der Tagesordnung stand im Herbst 2016 zum Beispiel das Vorhaben der Bundesregierung, die Modellphase für die Studiengänge zu verlängern. Die zunächst auf zehn Jahre geplante Verlängerung der Modellphase wurde dann auf vier Jahre reduziert.

„Diese Verlängerung der Modellklausel war für uns frustrierend, denn der Bericht zu den Evaluationen der Modellstudiengänge hatte empfohlen, die Studiengänge zügig in den Regelbetrieb zu überführen“, erklärte Anne Friedrichs und fügte hinzu: „Nun bereiten wir uns darauf vor, den Übergang Ende 2021 möglichst problemlos zu gestalten. Aufgrund des Spannungsfeldes zwischen Hochschul- und Beruferechts können wir aktuell nicht die bestmögliche hochschulische Ausbildung in den Gesundheitsberufen anbieten. Das möchten wir baldmöglichst ändern und hoffen hier auf Unterstützung.“

Mit Blick auf die bevorstehenden Koalitionsgespräche zur Bildung einer künftigen Bundesregierung erklärte Prof. Dr. Thomas Evers, Vize-Präsident für Studium und Lehre der hsg: „Wir hoffen, dass zur dringenden Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe auch in den Koalitionsgesprächen die Überführung der Modell- in Regelstudiengänge eine Rolle spielen wird.“

idw 2017/10

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