Volkskrankheit Diabetes: Risiko unbedingt ernst nehmen

Die Zahl der Neuerkrankungen steigt und der Trend hält an! Besonders Kinder und Jugendliche sind in Zeiten des Überflusses und der Digitalisierung gefährdet. Studien zeigen, dass auch Erwachsene ihr eigenes Risiko, an Diabetes zu erkranken, unrealistisch einschätzen. Wieso kann das sein? Diabetes tut nicht weh – erst einmal. Die Stoffwechselerkrankung in Form des Typ-2 Diabetes entwickelt sich schleichend mit verheerenden Folgen, sofern sie nicht frühzeitig erkannt wird.

Warum die Diagnose oft (zu) spät kommt

Der eigentlichen Erkrankung geht eine sogenannte Prädiabetes voraus. Hier zeigt der Körper gelegentlich überhöhte Blutzuckerwerte, aber nicht dauerhaft. Langsam bahnt sich eine Resistenz gegen Insulin an und genauso langsam und kaum merkbar schleichen sich auch die Symptome ein. So kommt es, dass ein Diabetes Typ-2 oft erst im Ernstfall als Ursache für schlimmere Ereignisse diagnostiziert wird. Folgeerscheinungen der Krankheit können zum Beispiel ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein.

Nicht selten leidet der Patient auch an Sehstörungen, die ihn zum Arzt treiben und so zur Erkennung der Krankheit leiten.

Es gibt Möglichkeiten, den Blutzuckerwert regelmäßig zu überprüfen. Dafür stehen drei Diagnoseverfahren zur Verfügung, welche nicht selten in Kombination angewandt werden.

Der Langzeitblutzucker wird mit dem HbA1c-Wert getestet. Da aber gerade im Frühstadium der Krankheit keine dauerhafte Erhöhung vorliegt, deckt dieser Test die Erkrankung nicht zu 100 % richtig auf.

Mit dem Nüchternblutzucker lässt sich eine bereits manifestierte Stoffwechselerkrankung des Typ-2 Diabetes zwar feststellen, doch auch hier bleibt das Frühstadium unerkannt.

Für eine Früherkennung geeignet ist vor allem der Zuckerbelastungstest. Hierbei handelt es sich um den OGTT. Denn bei diesem Test wird ein direkter Vergleich zwischen dem Blutzuckerwert im nüchternen Zustand und nach dem Konsum von Zucker angestellt.

Zur Früherkennung des Diabetes 1 -. Typen eignet sich ein Bluttest, indem nach Autoimmunprozessen gesehen wird.

Trotz der Diagnoseverfahren bleibt die Volkskrankheit oft unentdeckt und das liegt daran, dass sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber machen, sich testen zu lassen. Doch wer sollte sich regelmäßig untersuchen lassen?

Typ-2 Diabetes: Die Risikogruppen

Da sich dieser Typ Diabetes vor allem im Alter entwickelt, empfiehlt sich ein Test bei Personen ab dem 50. Lebensjahr. Da die Menschen sich aber allgemein sehr viel weniger Bewegen als früher und gleichzeitig immer ungesündere Nahrung zu sich nehmen, ist das Risiko, zu erkranken auch bereist für die Kleinsten gegeben.

Alkohol und Nikotin tragen erheblich zu der sich entwickelnden Insulinresistenz bei. Darum sollten Raucher sich mit ihrem Hausarzt über regelmäßige Diabetestests beraten.

Faulheit stellt ein sehr hohes Risiko dar. Zu wenig Bewegung im Alltag und zu wenig Sport in der Freizeit führen zu Übergewicht. Übergewicht, vor allem am Bauch, erhöht das Erkrankungsrisiko stark.

Fastfood Junkies und Gemüseverweigerer gehören ebenfalls zur Risikogruppe. Die ständige Zufuhr von Salzen, Zusatzstoffen und enorm zuckerhaltigen Lebensmitteln kann den Körper überschwemmen und so zu einem Typ-2-Diabetes führen.

Schwangere sollten sich mit ihrem Frauenarzt über Schwangerschaftsdiabetes beraten. Wenn diese vorliegt, ist das Risiko erhöht, auch nach der Schwangerschaft betroffen zu bleiben. Somit empfiehlt sich auch hier ein regelmäßiger Test.

Wenn erhöhte Blutfettwerte oder das Metabolische Syndrom diagnostiziert wurden, sollte ebenfalls engmaschig auf Prädiabetes untersucht werden.

Anzeichen für einen Arztbesuch

Auch wer nicht in eine der genannten Risikogruppen fällt, sollte auf seinen Körper hören. Während sich beim Typ-2 die Symptomausprägung über Jahre hinziehen kann, kann sich der Typ-1 binnen weniger Wochen aufbauen. Trotzdem sind die Anzeichen nahezu identisch.

Einziger Unterschied: Beim Typ-2 kann der Atem riechen wie gärendes Obst. Das ist Aceton und es entsteht beim Abbau von Fettzellen.

Generelle, mögliche Symptome für Diabetes:

1. Häufiger Harndrang
2. Viel Durst
3. Trockene Mundschleimhaut
4. Abgeschlagenheit /Unkonzentriertheit
5. Abnahme von Gewicht
6. Anfälligkeit für Infekte und Pilze
7. Verminderte Wundheilungskräfte

Der Körper versucht, den überflüssigen Zucker im Blut loszuwerden. Darum steigert sich der Durst und somit der Harndrang und das trockene Gefühl im Mund. Oft beginnt die Haut zu jucken. Auch dies ist eine Folge von zu wenig Flüssigkeit.

Dadurch, dass das Immunsystem mit der Stoffwechselerkrankung geschwächt ist, ist es anfälliger für Infekte, Pilze und Bakterien. Zudem heilen Wunden schlechter und Erkältungen und Co sind nicht mehr so schnell überstanden.

Früherkennung schenkt Lebensqualität

Wer bei den leisesten Anzeichen zum Arzt geht, hat eine gute Chance, die Erkrankung bereits im Vorstadium zu identifizieren und ihr gezielt entgegenzuwirken. Wird der Diabetes bereits behandelt, bevor er sich manifestiert, so bleiben schwerwiegende Folgeerscheinungen aus. Das heißt, das Risiko Schäden am Herz-Kreislaufsystem, den Nerven, Augen, sowie an Nieren und Durchblutungsstörungen von Extremitäten auf Grund des Zuckers zu erleiden, sind sehr gering.

Der Typ- 2-Diabetes wird mit einem Diabetesstufenplan behandelt. Bereits im Vorstadium setzt Stufe eins ein. Hier wird der Patient aufgefordert, seine Gewohnheiten zu ändern. Dazu gehört eventuell eine Rauchentwöhnung, sehr viel mehr Bewegung und ein gesundes Essverhalten. So wird ein Normalgewicht versucht zu erreichen. In vielen Fällen reicht dies aus, um eine tatsächliche Erkrankung zu verhindern. Für diesen Versuch sind bis zu sechs Monate angedacht.

Erst danach wird begonnen, die Lebensänderung mit einem Medikament zu unterstützen. Diese werden oral eingenommen. In den weiteren zwei Stufen setzt der Arzt dann auf eine Kombination von Tabletten und Insulin. Außerdem müssen im fortgeschrittenen Stadium oft auch Begleiterkrankungen mitbehandelt werden.

Also gilt: Desto eher die Zuckererkrankung diagnostiziert wird, desto einfacher und effektiver ist die Behandlung und desto weniger Risiko an Folgeerscheinungen zu leiden. Das eigene Risiko in der Zeit von Fertigessen und Stunden langem Sitzen darf nicht unterschätzt werden.

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B.A.