Heute gibt es in Deutschland knapp drei Millionen Pflegebedürftige, die von etwa 1,1 Millionen Beschäftigten in der stationären und ambulanten Pflege versorgt werden. Welche digitalen Kompetenzen künftig in Pflegeberufen gefordert sein werden, wie deren Entwicklung und Erwerb gelingen kann und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden müssen, sind Gegenstand der heute veröffentlichten „Leitlinien Pflege 4.0“. Darin werden fünf Handlungsfelder identifiziert und konkrete Empfehlungen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ausgesprochen.

Prof. Dr. Jochen Koubek, Sprecher des GI-Beirats IT-Weiterbildung: „Technische Innovationen im Pflege- und Gesundheitssektor, wie neue Dokumentations- und Kommunikationsmedien, Assistenzsysteme, innovative Robotertechnik oder Mobilitätslösungen können die Versorgung und Betreuung in erheblichem Umfang entlasten. Dafür müssen die Erfahrungen, Bedürfnisse, Kultur und Lernmöglichkeiten von Pflegebedürftigen, Pflegenden und Angehörigen frühzeitig einbezogen werden. Zudem bedarf es eines Erwerbs digitaler Kompetenzen bei den Beschäftigten und den Führungskräften im Pflegebereich.“

Prof. Barbara Schwarze: „Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern haben wir fünf Handlungsfelder definiert. Zunächst geht es um eine Verständigung über die aktuellen Rahmenbedingungen für die Pflege vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Es muss umgehend ein klarer Fokus auf die Stärkung der Aus-, Fort und Weiterbildung gelegt werden: Hier steht die Vermittlung von Datenschutz und ethischen Fragestellungen, die Intensivierung von Zusammenarbeit und Beteiligung sowie die Verbesserung der Attraktivität der Pflegeberufe im Vordergrund.“

Die Handlungsempfehlungen wurden von einer Vielzahl von Expertinnen und Experten aus Pflegepraxis, Wissenschaft, Wohlfahrtsverbänden, IT- und Pflegewirtschaft entwickelt. Sie werden im Rahmen des Digitalgipfels vorgestellt, der heute und morgen in der Metropolregion Rhein-Main stattfindet. Hier diskutieren Politik und Wirtschaft über das Vorankommen der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft. Schwerpunkt des Gipfels ist die Digitalisierung in Medizin und Gesundheit.

Die Publikation kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.gi.de/pflege40.

idw 2017/06