Arzneimittelreste im Trinkwasser – eine Gefahr, die viele übersehen

Arzneimittelreste im Trinkwasser – eine Gefahr, die viele übersehen

Den Empfehlungen von Experten nach sollte man im Rahmen einer gesunden Ernährung mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen – am besten in Form von ungesüßten Getränken. Bisher galt Trinkwasser als eines der gesündesten Getränke. In Wasser sind keinerlei Kalorien enthalten, außerdem besteht der menschliche Körper gleich nach der Geburt zu 80 Prozent aus Wasser. Im Laufe des Lebens nimmt dieser Anteil kontinuierlich ab. Erreicht man ein Alter von 85 Jahren, hat man immerhin noch 45 bis 50 Prozent Wasseranteil im Körper. So ging man bisher davon aus, dass Wasser die ideale Flüssigkeitsversorgung darstellt. Nun haben Untersuchungen ergeben, dass Leitungswasser der Gesundheit nicht so zuträglich ist wie bisher angenommen. Leider ist Wasser mit allerlei Schadstoffen verunreinigt. Einen nicht zu vernachlässigenden Teil davon bilden Reste von Medikamenten.

Wie gelangen die Medikamentenrückstände in das Trinkwasser?

Wie in dem Bericht auf umweltbundesamt.de nachzulesen ist, werden in Deutschland jährlich 8.100 Tonnen Arzneimittel verwendet- und das alleine in der Humanmedizin. In diesen Medikamenten sind 1.500 verschiedene Wirkstoffe enthalten. Noch dazu kommen Arzneien, die in der Tierhaltung verabreicht werden. Durch verschiedene Wege gelangen Rückstände dieser Mengen an Medikamenten in unsere Gewässer. Zwei Wege sind besonders relevant:

  • Medikamente werden vom menschlichen und tierischen Körper nicht vollständig abgebaut. Durch die Ausscheidungsprodukte werden Reste von Medikamenten in die Kanalisation und somit in weiterer Folge in die Flüsse und Seen gespült.
  • Immer noch werden von Landwirten Mist und Gülle als Dünger verwendet. Nicht alle Bestandteile können von der Erde absorbiert werden, ein Teil davon gelangt ins Grundwasser.

 

Welche Auswirkungen haben Medikamentenrückstände?

Die Auswirkungen von Arzneimittelrückständen auf Mensch und Tier können noch nicht im vollen Ausmaß abgeschätzt werden. Laut focus.de wurden in Studien mit Fischen nachgewiesen, dass sich Medikamente auf das Verhalten von Fischen massiv auswirken. Bei einem Versuch wurden Fischen nur eine geringe Dosis einer Medikamentenkonzentration verabreicht. Im Laufe des Beobachtungszeitraums wurden die Tiere deutlich mutiger und aktiver. Selbst scheue Flussbarsche ließen sich dazu verleiten, ihr gewohntes Revier zu verlassen. Auf der anderen Seite waren die Tiere weniger sozial. Beim Menschen muss man damit rechnen, dass verunreinigtes Trinkwasser ähnliche Nebenwirkungen hervorrufen kann wie die Medikamenteneinnahme an sich.

Kläranlagen sind überfordert

Selbst mit moderner Technologie gelingt es den großen Kläranlagen nicht mehr, sämtliche Chemikalien aus dem Trinkwasser zu beseitigen. Wie in einem Artikel auf welt.de nachzulesen ist, sind Wissenschaftler derzeit damit beschäftigt, alternative Filtermethoden zu entwickeln. In Berlin wird in Kooperation der Technischen Universität in Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Die derzeit am besten wirkenden Stoffe dürften Aktivkohle und Ozon sein. Allerdings kostet die zusätzliche Reinigung des Wassers natürlich Geld, weil nun ein weiterer Klärungsvorgang zugschaltet wird. Pro Kubikmeter Wasser fallen bei der Reinigung durch eine Kläranlage derzeit rund 2,60 Euro an. Die weitere Reinigung durch Aktivkohle würde nach Berechnungen rund 10 Cent mehr kosten. Ein Betrag, den sich jeder seiner Gesundheit zuliebe eigentlich leisten sollte. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche Rückstände sich im Trinkwasser befinden. Es gilt, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln und Menschen darüber aufzuklären, warum es beim Genuss von angeblich gesundem Wasser zu gesundheitlichen Problemen kommen kann.

Was können Privathaushalte tun?

Bis die neueste Technologie von allen Kläranlagen angewendet wird, fließt im wahrsten Sinne des Wortes noch viel Wasser die Flüsse hinab. Deswegen gibt es Aktivkohlefilter, die in privaten Haushalten montiert werden können. Passende Lösungen bei Wasserhelden.Net versprechen eine Beseitigung der Medikamentenrückstände. In diesem Filter bleiben die Schadstoffe ähnlich wie bei einem Magneten einfach auf den Aktivkohlepartikeln hängen. Das Einsatzgebiet ist vielfältig und bei der Montage kommen keine großen Umbauarbeiten auf den Einzelnen zu. Von der Wartung her sind die Aktivkohlefilter für Privathaushalte ebenfalls pflegeleicht: die Aktivkohle muss lediglich alle sechs Monate gewechselt werden. Jeder kann aber auch etwas dazu beitragen, damit Chemikalien erst gar nicht ins unsere Gewässer gelangen. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Sorgsam mit Medikamenten umgehen
  • Keine Überdosierung, Pillen nur so lange einnehmen, wie nötig
  • Auf keinen Fall abgelaufene Medikamente im WC entsorgen – bitte in die Apotheke zurückbringen!
  • Scharfe Reinigungsmittel nur im Notfall einsetzen – ökologische Putzmittel zum Beispiel Essigreiniger belasten die Umwelt deutlich weniger
  • Auch mit Desinfektionsmittel sparsam umgehen
  • Bei Waschmitteln, Geschirrspülern und Shampoos umweltfreundliche Produkte kaufen
  • Chemikalien und Medikamente generell immer richtig entsorgen – im Altstoffsammelzentrum, in der Apotheke, etc.
  • Im Garten keinerlei chemische Dünger oder Gifte gegen Schädlinge einsetzen – auf natürliche Mittel setzen

So kann jeder einen Beitrag zum Umweltschutz und in weiterer Folge zur Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit beitragen. Ein Film von der ARD zeigt im Detail die Ursachen der Problematik auf. Wenn Industrie, Handel und Privatpersonen an einem Strang ziehen, könnte es gelingen, die Trinkwasserqualität zu verbessern.

C.B.