Ausgehend von einem positiven Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und den daraufhin bewilligten Fördermitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) konnte die Uni-Augenklinik den Laser anschaffen. Bedingung hierfür war, dass das innovative Gerät nicht nur im Rahmen der Krankenversorgung, sondern auch für die Forschung zum Einsatz kommt. Bereits 2015 hatte das Uniklinikum das Augenlaserzentrum um einen hochmodernen Excimer-Laser erweitert, der vor allem zur Behandlung von Fehlsichtigkeit eingesetzt wird.

Steffen Mauer ist 35 Jahre alt, als bei ihm eine Heterochromiezyklitis – eine Entzündung der Iris – diagnostiziert wird. Zehn Jahre später, im Sommer 2016, folgt die Diagnose „Grauer Star“, unter der in der Regel vor allem Senioren leiden. Als Folge der häufigen Augenentzündungen beginnt sich die Augenlinse einzutrüben. Als die Sehkraft seines linken Auges auf 50 Prozent sank, entschloss Steffen Mauer sich zur Operation – andernfalls wäre das Auge erblindet. Den ursprünglichen Operationstermin verschiebt er auf den Januar 2017, um einer der ersten Patienten zu sein, die im Uniklinikum mit dem Femtosekunden-Laser operiert werden. „Patienten mit einer komplexen Krankengeschichte wie Herr Mauer sind für die Behandlung mit dem ‚FEMTO LDV Z8‘-Laser prädestiniert“, erklärt Prof. Frederik Raiskup, der die Operation vorgenommen hat. „Der neue Femtosekunden-Laser ist der modernste Laser auf dem Markt. Er operiert mit einer einmaligen Präzision und lässt sich – anders als mechanische Operationstechniken mit Skalpell oder älterem Laser – ganz individuell auf das Auge des Patienten anpassen“, erklärt der Augenexperte.

Deutliche Behandlungsvorteile

Eine hohe Impulsfrequenz der Laserstrahlen sorgt während der Operation des Grauen Stars dafür, dass im Auge deutlich feinere Schnitte gesetzt werden können, als bei anderen handelsüblichen Geräten. Diese Präzision und die äußerst kurze Bestrahlungszeit von einer Billiardstel-Sekunde helfen, dass Gewebe im Inneren des Auges zu schonen. „Durch die Laser-Behandlung schließen wir die seltenen aber dafür schwer kontrollierbaren Risiken und Nebenwirkungen mechanischer Operationstechniken aus“, erklärt Prof Raiskup. „Durch den neuen Laser können wir zudem belastende Operationstechniken wie die Anwendung von Ultraschall zum Entfernen der eingetrübten Linse auf ein Minimum reduzieren.“

Dabei ist der Femtosekunden-Laser des Uniklinikums Dresden nicht nur auf die Behandlung von Linsen-Erkrankungen beschränkt – damit ergänzt das neue Gerät die Möglichkeiten der Dresdner Hochschulmedizin optimal. So lässt sich die neue Technik mit dem 2015 erworbenen Excimer-Laser kombinieren, der bisher lediglich zur Behandlung von Fehlsichtigkeit eingesetzt wurde. Zukünftig können so auch lasergestützte Hornhautoperationen und -transplantationen ermöglicht werden. Dazu setzt der Femtosekunden-Laser exakte Schnitte, um die transplantierte Hornhaut an bestehende Strukturen anpassen zu können.

Die Möglichkeit Linsen- und Hornhauterkrankungen mit einem Gerät zu behandeln ist einzigartig in Sachsen. Dank dieser Kombination, des geringen Gewichts und der hohen Mobilität der neuen Technik ergeben sich für die Patienten noch weitere Vorteile: „Dank des mobilen Lasers müssen die Patienten während der Operation nicht den Platz wechseln, wie es bei anderen Femtosekunden-Lasern heute noch der Fall ist. Der Laser kommt ans Bett der Patienten und nicht umgekehrt“, erklärt Prof. Lutz Pillunat, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde. „Dieses Vorgehen bietet im Rahmen der Operationsplanung zusätzlichen Spielraum – etwa bei der Wahl zwischen Vollnarkose oder Lokalanästhesie. Hier können wir unseren Patienten ab sofort individuelle Angebote machen“, erklärt der erfahrene Augenarzt.

Möglich wurde die Neuanschaffung des Femtosekunden-Lasers durch das positive Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst dazu veranlasste, die Anschaffungskosten in Höhe von 585.000 Euro zu übernehmen. Von der Neuanschaffung werden in Zukunft auch die Forschungen der Augenklinik profitieren. So soll etwa die schonende Behandlung mit dem Femtosekunden-Laser in der Linsen-Chirurgie, die Behandlung von Fehlsichtigkeit und das Ausführen präziser Schnitte bei Hornhaut-Transplantationen genauer untersucht werden.

Weiterführende Informationen
augenlaser.uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de

Kontakt für Patienten
Universitätsklinikum Dresden
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Augenlaserzentrum im Universitätsklinikum
Sprechstundenorganisation: Sandra Keller
Telefon: 0351 / 458 – 13196
E-Mail: augenlaserzentrum@uniklinikum-dresden.de

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Dresden
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Augenlaserzentrum im Universitätsklinikum
Leitung: Prof. Frederik Raiskup
Telefon: 0351 / 458 – 12199
E-Mail: frederik.raiskup@uniklinikum-dresden.de

idw 2017/03