Die SPD fordert in ihrem Papier unter anderem, durch ein Wettbewerbsverfahren zehn Medizinische Fakultäten auszuwählen, deren Profilierungskonzepte für den Zeitraum 2021 bis 2030 mit je zehn Millionen Euro jährlich gefördert werden. „Die Umsetzung eines solchen Konzepts würde der medizinischen Forschung einen enormen Schub geben. Die ausgewählten Standorte könnten neue Spitzenkräfte anziehen und ihre exzellenten Strukturen ausbauen. Wir begrüßen daher diese Form der Exzellenzinitiative für die Hochschulmedizin nachdrücklich“, äußert sich Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT). Allerdings darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass dies allein nicht die besondere Notwendigkeit des Aufbaus zentraler Forschungsinfrastrukturen für die biomedizinische Forschung auf nationaler Ebene lösen wird. Ein zusätzliches Programm hierfür wäre deshalb äußerst wünschenswert.

Der Zukunftsvertrag stellt außerdem die Lehrqualität an den Hochschulen in den Fokus und plädiert dafür, mit entsprechender Planungssicherheit vor allem auch den wissenschaftlichen Nachwuchs bestmöglich zu fördern. Angesichts einer anhaltenden Bildungsexpansion ist eine langfristig gesicherte Ausweitung der Finanzierungskonzepte für die Lehre an den Universitäten unabdingbar. Konkret wird vorgeschlagen, für jeden Studierenden in der Humanmedizin pro Jahr 3.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Hinzu kämen noch einmal 1.000 Euro jährlich für jede abgelegte Abschlussprüfung. „In der Tat müssen die vorhandenen Studienplätze auskömmlich finanziert werden. Besonders für das Medizinstudium sind die Kosten naturgemäß hoch. Ein belastbares Finanzierungskonzept auch vor dem Hintergrund der geplanten Reform des Medizinstudiums ist unumgänglich“, betont MFT-Generalsekretär Frank Wissing.

Auch die CDU hat in ihrem Anfang dieses Jahres veröffentlichten „Leitbild für eine zukunftsfähige Hochschul- und Forschungslandschaft in Deutschland“ die grundsätzliche Stärkung der Hochschulmedizin gefordert. Damit haben beide Regierungsparteien die Hochschulmedizin kurz vor der Wahl auf der Agenda. Dies ist zu begrüßen, und es bleibt zu hoffen, dass auch die übrigen Parteien das Thema in ihre Programme aufnehmen. Entscheidend wird aber am Ende sein, was davon nach der Wahl tatsächlich umgesetzt wird.

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idw 2017/02