90 Prozent der Infekte gehen bei Kindern auf Viren zurück – nur in 10 Prozent hilft ein Antibiotikum

90 Prozent der Infekte gehen bei Kindern auf Viren zurück – nur in 10 Prozent hilft ein Antibiotikum

Kinder stecken sich leicht und oft an, aber nicht nur in der sogenannten kalten Jahreszeit sind sie gefährdet. Was folgt, ist von Schnupfen bis Lungenentzündung die ganze Bandbreite der Infekte, die unsere Familien oftmals über Wochen in Beschlag nehmen können.

Wissen schützt die Kinder: Nur in einem von zehn Fällen hilft Antibiotikum! 90 Prozent der Infekte gehen auf Viren zurück, nur 10 Prozent basieren auf einer bakteriellen Infizierung – und nur gegen Bakterien ist Antibiotikum wirksam. Aber wenn die Kinder sehr krank wirken und hohes Fieber oder Ohrenschmerzen im Spiel sind, werden Antibiotika häufig „zur Sicherheit“ verschrieben. 35 Prozent der Befragten einer Online-Umfrage des Marktforschungsinstitutes EARSandEYES im Auftrag von Orion Diagnostica wussten, dass ein Antibiotikum nur bei Bakterien wirkt. Die verbleibenden 65 Prozent hingegen waren unsicher.

Resistenz ist kein Fremdwort mehr. Viele Eltern wissen um die Gefahren bei häufiger Antibiotikum-Verschreibung. Erfreulicherweise ergab die Studie bei 80 Prozent der Eltern ein gutes Wissen um die Gefahr der Resistenzen-Bildung bei häufiger Einnahme von Antibiotika. 45 Prozent hielten Magen-Darm-Probleme für das größte Problem, 33 Prozent befürchteten Allergien.

99 Prozent der Eltern würden sich ein Schnelltestverfahren vor der Verschreibung von Antibiotika wünschen. In unseren Nachbarländern, beispielsweise in Holland, ist es Usus, vor der Entscheidung für ein Antibiotikum einen Schnelltest durch zuführen. Nur 21 Prozent gaben an, schon mal von der Möglichkeiten des Schnelltests direkt in der Arztpraxis gehört zu haben. Nahezu einstimmig wurde die Frage beantwortet, ob man sich einen solchen Test vor der Verschreibung auch hierzulande als Standard wünschen würde. 99 Prozent antworteten mit „Ja“. Das positive Feedback kann auch Michael Jäger, Facharzt für innere Medizin und Rettungsmedizin, aus seiner Praxis bestätigen: „Eltern sind beruhigter, wenn ich das Kind entsprechend teste. Sie haben zum einen meine ärztliche Einschätzung, zum anderen liegt ihnen ein wissenschaftliches Ergebnis vor.“

idw 2010/11