neuroRAD 2010: Frauen nehmen Gerüche anders wahr als Männer

neuroRAD 2010: Frauen nehmen Gerüche anders wahr als Männer

Der Geruchssinn ist der älteste der menschlichen Sinne. Doch erst seit einigen Jahren entschlüsseln Forscher, wie die sogenannte olfaktorische Wahrnehmung funktioniert. „Der Geruchssinn ist der einzige Sinn, mit dem der Mensch Reize unbewusst wahrnehmen kann, sogar während des Schlafes“, erläutert Professor Dr. med. Martin Wiesmann, Direktor der Klinik für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Aachen, im Vorfeld von neuroRAD, der 45. DGNR-Jahrestagung. „Düfte aktivieren nicht nur jene Hirnregionen, mit denen wir Gerüche voneinander unterscheiden. Die Reize werden darüber hinaus direkt in Areale geleitet, die eng mit dem Gedächtnis und der Verarbeitung von Gefühlen zusammenhängen.“

Schon lange wissen Forscher, dass viele Tiere Geruchsstoffe produzieren, um Partner anzulocken oder Artgenossen vor Gefahren zu warnen. Dass auch der Mensch solche Pheromone auf der Haut bildet, ist dagegen eine noch eher junge Erkenntnis. Wie der Körpergeruch von Menschen, die große Angst haben, andere Personen beeinflusst, prüften Wissenschaftler um Wiesmann mit einer besonderen Form der Magnetresonanztomographie (MRT), der sogenannten funktionellen MRT (fMRT). „Derartige Geruchsproben aktivieren bei den Versuchsteilnehmern genau jene Hirnregionen, die an der Entstehung von Angst beteiligt sind“, erläutert der Neuroradiologe. „Probanden, die Angstschweiß anderer Menschen riechen, fühlen sich ängstlicher und verhalten sich vorsichtiger – allerdings ohne zu wissen warum.“

In einer weiteren Studie untersuchte Wiesmann die Wirkung von Gerüchen auf Männer und Frauen. Beide Geschlechter reagieren auf Angstschweiß anders als auf den normalen Duft des Körpers. Aber männlicher Körpergeruch hatte auf Männer und Frauen einen entgegengesetzten Effekt: In niedriger Konzentration wirkte er auf andere Männer alarmierend. Auf Frauen übte der gleiche Duft dagegen einen beruhigenden Einfluss aus.

Welche Botschaften durch Körpergerüche übertragen werden, und warum beide Geschlechter darauf unterschiedlich reagieren, erläutert Professor Wiesmann im Rahmen einer Pressekonferenz auf der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) am 7. Oktober 2010 um 11.45 Uhr im Gürzenich Köln.

Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
Donnerstag, 7. Oktober 2010, 11.45 bis 12.45 Uhr
Gürzenich Köln, Konferenzraum 3, Martinstraße 29-37, 50667 Köln

Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org
www.neurorad.de
(idw, 09/2010)

idw 2010/09