Brustkrebs ist nach wie vor die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen: acht bis zehn Prozent aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Die Überlebensrate ist heute hoch, deshalb geht es für viele Frauen nicht nur um die optimale Therapie, sondern auch um die Lebensqualität im Leben mit der Krankheit. Beides wird im Brustzentrum der Universitätsklinik Köln in höchster Kompetenz geboten. Dies entspricht dem Leitgedanken des Brustzentrums, dem sich auch die Schirmherrin Frau Millowitsch angeschlossen hat: „Gemeinsam gegen den Krebs. Gemeinsam für das Leben.“

Zur Eröffnung der neuen Räume betont die bekannte Schauspielerin: „Hier verliert man nie den Menschen aus den Augen, der durch die Diagnose verschreckt und verunsichert ist. Die erkrankten Frauen stehen im Mittelpunkt und auf alle individuellen Bedürfnisse soll hier eingegangen werden.“ Die Schirmherrin des neuen Brustzentrums möchte ihren Beitrag leisten, um zu zeigen, dass Brustkrebs uns alle angeht und Nicht-Betroffene zur Früherkennung motivieren sowie Betroffene bei der Bewältigung ihrer Erkrankung unterstützen.

Das Brustzentrum Köln/Frechen unter der Leitung von Frau Prof. Nadia Harbeck und Herrn Dr. Mathias Warm an der Universitäts-Frauenklinik Köln (Direktor Prof. Peter Mallmann) hat seit 2005 kontinuierlich steigende Fallzahlen und ist eines der zehn größten Brustzentren in Deutschland. 2006 wurde es als erstes universitäres Brustzentrum in Nordrhein-Westfalen zertifiziert, für 2009 steht die Re-Zertifizierung an. Im Jahr 2008 wurden über 500 primäre Mammakarzinome behandelt, über 5000 Patientinnen/Patienten ambulant betreut, insgesamt fast 5000 Therapiezyklen in der Onkologischen Ambulanz des Brustzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums sowie über 2000 Mamma-Operationen durchgeführt. Nähere Informationen zum Brustzentrum der Uniklinik Köln finden Sie unter www.brustkrebsschwerpunkt-koeln.de.

Prof. Edgar Schömig, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Köln, freut sich: „Mit der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten des Brustzentrums, des Gynäkologischen Krebszentrums und der Onkologischen Ambulanz werden den Patientinnen bessere Möglichkeiten in den Bereichen Diagnostik, Therapie und begleitende Angebote zur Verfügung gestellt.“ Im Erdgeschoss bilden Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs eine Einheit. Hierin zeigt sich die Ausrichtung der Frauenklinik (Direktor: Prof. Peter Mallmann) als integraler Bestandteil des Centrums für Integrierte Onkologie CIO, dem Onkologischen Spitzenzentrum der Universitätsklinika Köln und Bonn. Die neuen Räumlichkeiten, deren Umgestaltung durch den Vorstand der Uniklinik initiiert und gefördert wurde, bieten auch neue Möglichkeiten zur Vernetzung des ambulanten und stationären Bereichs: so ist nun im Konferenzraum auch die Teilnahme niedergelassener Kollegen an den wöchentlichen Tumorkonferenzen möglich. Neue patientenorientierte Strukturen wie die Integration der Psychoonkologie oder von Breast Care Nurses finden nun ihren Platz.
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In einer Patientinnenumfrage des Landes NRW geben die Frauen der medizinischen und pflegerischen Versorgung im Brustzentrum Höchstnoten. Aufgrund der stetig steigenden Anzahl von Patientinnen entstand bald der Eindruck von Enge und fehlender Privatsphäre, auch die weiten Wege zwischen einzelnen Behandlungsstationen wurden kritisiert. Dies hat der Vorstand der Uniklinik Köln frühzeitig erkannt und mit den neuen Räumlichkeiten modernste Strukturen geschaffen. Ein heller, offener Wartebereich mit Zugang zum Garten, die Verdoppelung der Sprechzimmer im Brustzentrum von drei auf sechs und die Aufstockung dieser Räume mit vier modernsten Ultraschallgeräten sind eine deutliche Verbesserung. Für den Bereich medikamentöse Therapie (z.B. Chemotherapie, Immuntherapie) wurde eine komplett neue Etage eröffnet.

Auch wissenschaftliches Arbeiten braucht Platz: dieser ist in Arztzimmern nun optimiert vorhanden, ergänzt durch zusätzliche Besprechungszimmer. Auch die Studienzentrale von Brustzentrum, Gynäkologischem Krebszentrum und Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs wurde Tür an Tür zu den onkologischen Behandlungseinheiten integriert.

Der Nutzen der Universitätsmedizin für Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs ist unter anderem die Möglichkeit zur Teilnahme an Klinischen Studien. Study Nurses arbeiten mit den Erkrankten und in enger Einbindung mit dem Zentrum für Klinische Studien. Forschungsergebnisse und neue Medikamente kommen so schnellstmöglich zu den Patientinnen und Patienten.

Die Einbindung ins CIO bietet den Patientinnen eine im besten Sinn ganzheitliche Betreuung. Auch dieser Ausrichtung tragen die neuen Räumlichkeiten Rechnung: in der Onkologischen Ambulanz sind Räume für Vier-Augengespräche jetzt auch für den Bereich der Psychoonkologie, der Naturheilkunde und Komplementärmedizin (Prof. Beuth) sowie der Palliativmedizin vorhanden. Auch Selbsthilfegruppen finden hier Platz, die Zusammenarbeit mit ihnen ist Bestandteil des Konzeptes des Brustzentrums. Auch das Gynäkologische Krebszentrum und das Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs (Leitung: Prof. Rita Schmutzler) finden nun in räumlicher Anbindung Platz für Sprechstunden, an denen auch die Humangenetik teilnehmen kann.

Seit März dieses Jahres hat die Leitung des Brustzentrums eine Doppelspitze: Prof. Nadia Harbeck trat ihren Dienst neben Dr. Mathias Warm an. Sie stärkt die wissenschaftliche Stellung und Neuaufstellung des Brustzentrums mit ihrem Schwerpunkt in onkologischer Therapie und Forschung. Patientinnen haben nun am Brustzentrum der Uniklinik Köln die Möglichkeit, an klinischen Studien mit neuen tumor-biologischen Medikamenten sehr früh und z.T. als einzigem Zentrum in Deutschland teilzunehmen. Auch die Zahl der Veranstaltungen – sowohl für ärztliche Kolleginnen und Kollegen und auch für Betroffene und deren Angehörige – als auch die Präsenz des Brustzentrums der Universitätsklinik Köln auf nationalen und internationalen Fachkongressen wurde mit ihrer Tätigkeit deutlich erhöht. (Uniklinik Köln 09/2010)

idw 2010/09