Gastrointestinale Erkrankungen mindern Lebensqualität – Phytopharmaka als Alternative

Gastrointestinale Erkrankungen mindern Lebensqualität – Phytopharmaka als Alternative

Phytopharmaka (Pflanzliche Arzneimittel)  erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Patienten und werden überwiegend in der Selbstmedikation verwendet. Die Produktion von Phytopharmaka ist ein komplexer Prozess mit der besonderen Herausforderung Arzneimittel herzustellen, die die Forderung nach gleichbleibender und nachvollziehbarer Qualität erfüllen. Durch natürliche Schwankungen klimatischer Bedingungen beim Pflanzenwachstum variieren die Inhaltsstoffe in den Pflanzen von Ernte zu Ernte. Die Selektion der Pflanzen und die Steuerung der weiteren Prozesse gewährleistet die geforderte gleichbleibende Qualität der Extrakte. Das ist eine wesentliche Grundlage bei der Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln. Sie garantiert unter anderem die klinisch erprobte Wirksamkeit des Medikaments. Durch die verschiedenen Schritte des Extraktionsprozess kommt es zu einem Zeitbedarf von bis zu zwei Monaten für die Herstellung eines Extrakts. Bei Betrachtung der landwirtschaftlich notwendigen Erzeugerzeit der Pflanze, verlängert sich der gesamte Zeitbedarf auf deutlich über ein Jahr.

Phytopharmaka können bei der Behandlung bestimmter Beschwerdebilder eine Alternative sein. Von Patienten und Verbrauchern werden Pflanzliche Arzneimittel als mild wirksam und gut verträglich eingeschätzt. Dagegen fehlt vor allem bei Schulmedizinern und Zulassungsbehörden häufig die Akzeptanz als wirksame Arzneimittel auch bei Indikationen, in denen die Wirksamkeit bereits durch viele wissenschaftliche Erkenntnisse belegt ist.

Fraulich Ulrike, SteigerwaldDr. Ulrike Fröhlich, Leiterin Phytomedicines Supply & Development Center der Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH: „Für jede einzelne Heilpflanze ist das Extraktionsverfahren optimiert, validiert und behördlich genehmigt.“

Komplexer Prozess der Herstellung von Phytopharmaka

Wirkstoffe aus 9 Pflanzen bilden z.B. die Grundlage für das Phytopharmakon Iberogast. „Für jede einzelne Heilpflanze ist das Extraktionsverfahren optimiert, validiert und behördlich genehmigt“, resümierte Dr. Ulrike Fröhlich, Leiterin Phytomedicines Supply & Development Center der Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH. „Nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ist Iberogast als Arzneimittel zugelassen und gilt als eines der am besten wissenschaftlich untersuchten pflanzlichen Arzneimittel“, unterstrich Dr. Christoph Theurer, Leiter Scientific Affairs Consumer Health der Bayer Vital GmbH, die Bedeutung. „So wurden 2016 bisher über 40 wissenschaftliche Beiträge aus der präklinischen und klinischen Forschung publiziert.“ Für beide zugelassenen Indikationen ist Iberogast in den Therapieleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten aufgeführt.

Bayer errichtet Phytopharmaka-Kompetenzzentrums in Darmstadt

Mit der Einrichtung des Phytopharmaka-Kompetenzzentrums in Darmstadt intensiviert Bayer die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich. „Die Übernahme und inzwischen abgeschlossene Integration von Steigerwald entspricht unserer Strategie im Consumer Health Geschäftsbereich. Wir konnten unsere Marktposition in Deutschland stärken, insbesondere mit Iberogast bei Magen-Darmerkrankungen“, erläutert Stefan Meyer, Leiter Consumer Health, Bayer Vital GmbH.

Patientenpräferenz bei Therapieentscheidung berücksichtigen

Insgesamt leiden 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung an gastrointestinalen Erkrankungen, die sowohl das Wohlbefinden als auch die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können. Da aktuell zahlreiche Behandlungsalternativen verfügbar sind, ist es erforderlich, die Patientenpräferenzen in Hinblick auf verschiedene gastrointestinale Therapieoptionen zu ermitteln.

In einer Patientenpräferenz-Studie, an der 1096 Patienten teilnahmen, konnte gezeigt werden, dass für die Patienten die Symptome Bauchkrämpfe, Oberbauchschmerzen und Sodbrennen die größte Belastung darstellen. Die Verminderung dieser Symptome hatte für die Patienten die größte Priorität und den stärksten Einfluss auf die Therapieentscheidung. „Die Berücksichtigung der Patientenpräferenzen bei therapeutischen Entscheidungen resultiert in einer zunehmenden Patientenorientierung. Ein modernes Medikament sollte somit aufgrund seines Wirkprinzips eine evidenzbasierte Therapieentscheidung ermöglichen, aber gleichzeitig auch die im Vordergrund stehenden Behandlungsbedürfnisse der Patienten berücksichtigen“, sagte Prof. Dr. Axel C. Mühlbacher, Leiter des Instituts Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement, Hochschule Neubrandenburg.

Quelle:
Jahresmediengespräch Bayer Vital GmbH 2016: Phytopharmaka bei Bayer

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