Schon vor Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie darauf hingewiesen, dass die Behandlungsangebote nicht ausreichen, um alle rheumakranken Kinder und Jugendlichen adäquat ambulant versorgen zu können. „Vor allem im Nordosten und in vielen ländlichen Regionen müssen die Betroffenen nach wie vor weite Wege in Kauf nehmen“, erklärt Klaus Vogt, der die Daten zur IfL-Karte zusammengetragen und den Begleittext geschrieben hat. Die meisten Betreuungseinrichtungen für rheumakranke Kinder und Jugendliche gibt es danach in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In Ostdeutschland nimmt Sachsen mit neun Anlaufstellen den Spitzenplatz ein. Bundesweit rangiert der Freistaat im Mittelfeld.

Die Defizite bei den Behandlungsangeboten, aber auch das Nichterkennen der rheumatischen Erkrankung, können laut Vogt dazu führen, dass heute nicht einmal jedes zweite Kind mit Gelenkrheuma jemals einem Spezialisten vorgestellt wird. Es bestehe somit erheblicher Bedarf an zusätzlichen kinderrheumatologischen Ambulanzen, um eine gleichwertige bundesweite Versorgung zu gewährleisten.

In Deutschland erkrankt pro Jahr etwa eines von 1000 Kindern unter 16 an einer Gelenkentzündung. Häufig sind die Beschwerden mild und klingen bei acht bis neun von zehn Kindern ohne weitere Komplikationen und Spätfolgen ab. Bei zehn bis 20 Prozent verläuft die Krankheit dagegen chronisch, die Diagnose lautet „Gelenkrheuma“. Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenkes. Die Patienten und ihre Familien müssen mit vielen Problemen im Alltag fertig werden. Hilfestellungen geben zahlreiche ehrenamtliche Initiativen vom Elternkreis bis zum telefonischen Beratungsangebot.

Der vollständige Beitrag ist auf Nationalatlas aktuell nachzulesen. Im Rahmen des Online-Projekts veröffentlicht das IfL regelmäßig Kartenbeiträge zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum freien Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

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Volker Bode
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idw 2016/08