Gleich zwei Wissenschaftspreise der DEGRO gehen an die Strahlenklinik der UMM

Gleich zwei Wissenschaftspreise der DEGRO gehen an die Strahlenklinik der UMM

PD Dr. med. (univ. Debrecen) Dr. rer. nat. Judit Boda-Heggemann ist Preisträgerin des Hermann-Holthusen-Preises 2016, eines der wichtigsten Wissenschaftspreise, den die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO) im Rahmen ihres Jahreskongresses vergibt. Mit dem Preis honoriert die Fachgesellschaft die herausragende Qualität der Habilitationsarbeit der jungen Ärztin (39).

Judit Boda-Heggemann forscht an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim, die von Professor Dr. Frederik Wenz geleitet wird. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde ihr bei der Eröffnungsveranstaltung des DEGRO-Kongresses am Donnerstag, den 16. Juni 2016 im Musensaal des Congress Centers Rosengarten in Mannheim verliehen.

In der ausgezeichneten Forschungsarbeit ist es der Ärztin und Wissenschaftlerin gelungen, die Präzision der strahlentherapeutischen Behandlung von Krebspatienten durch Bildsteuerung mit Cone-beam CT und Kombination mit der Ultraschall-Bildgebung zu erhöhen. Mit dem bildgestützten Verfahren können tägliche Lagerungsungenauigkeiten vermieden und Bewegungen während der Bestrahlung, hervorgerufen beispielsweise durch die Atmung, in Echtzeit erfasst und entsprechend ausgeglichen werden.

Die Habilitationsarbeit von Boda-Heggemann wurde von der Landesregierung Baden-Württemberg mit dem Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen gefördert, das die Ärztin erfolgreich hatte einwerben können. Das Programm dient dazu, exzellente Wissenschaftlerinnen zur Habilitation zu ermutigen und in diesem Vorhaben zu unterstützen. Auch die Medizinische Fakultät Mannheim beteiligt sich als Einrichtung, an der die Habilitation durchgeführt wird, an der Förderung.

„Ich freue mich, dass unsere Fachgesellschaft, die DEGRO, die Qualität der von Frau Boda-Heggemann geleisteten Arbeit anerkennt. Diese erfüllt die Forderung, dem Fortschritt der Strahlentherapie zu dienen, bei weitem“, so Klinikdirektor und Tagungspräsident Professor Wenz. Judit Boda-Heggemann ist die zweite Wissenschaftlerin an seiner Klinik, die von der DEGRO mit diesem wichtigen Preis ausgezeichnet wurde. 2013 war PD Dr. sc. hum. Hansjoerg Wertz Träger des Holthusen-Preises, ebenfalls mit einer Arbeit, die sich neuen Techniken der Bestrahlung in Kombination mit moderner Bildgebung widmete.

Titel der ausgezeichneten Habilitationsschrift von PD Dr. Dr. Boda-Heggemann: „Bildgeführte Strahlentherapie (IGRT- image guided radiotherapy): Methoden und klinische Ergebnisse“.

Johannes Thölking Preisträger des Innovationspreises

Mit Johannes Thölking (M. Sc.), der ein Verfahren erforscht, das die Patientensicherheit während der Strahlenbehandlung erhöhen soll, wurde ein weiterer Wissenschaftler der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im Rahmen der Jahrestagung ausgezeichnet. Johannes Thölking ist ein junger Nachwuchsforscher aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Hansjörg Wertz und der diesjährige Preisträger des mit 2.000 Euro dotierten Innovationspreises, mit dem die DEGRO und die Gesellschaft für Medizintechnik (GfM) herausragende wissenschaftliche Aktivitäten honorieren.

In der ausgezeichneten Arbeit, einem Verfahren zur „Patientenindividualisierten Online-Dosisverifikation in der Strahlentherapie“, soll eine Überprüfung des Bestrahlungsplans unmittelbar während der Patientenbestrahlung ermöglicht werden. Dabei soll in Zukunft neben der Dosisapplikation auch die aktuelle Anatomie des Patienten berücksichtigt werden. Nach der Einführung dieser neuen Methodik in die klinische Routine soll das Verfahren zu einer Steigerung der Patientensicherheit führen und dank einer rückgekoppelten Therapieschleife eine bis ins Detail optimierte Behandlungsform des Patienten ermöglichen.

idw 2016/06