Harnwegsinfekt / Blasenentzündung – Brennender Schmerz beim Wasserlassen, unkontrollierbarer dringlicher Harndrang, übel riechender, eventuell sogar blutiger Urin und Schmerzen im Bereich des Unterbauches bis hinauf zum Rücken sind typische Krankheitszeichen eines Harnwegsinfekts.

Ein Harnwegsinfekt ist eine bakterielle Entzündung der Schleimhaut oder der gesamten Wand der Harnwege. Diese Infektionen können prinzipiell jeden Teil des Harnwegs – bestehend aus Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre – betreffen. Bei einer Blasenentzündung, auch Blasenkatarrh oder Zystitis genannt, handelt es sich um einen so genannten Infekt der unteren Harnwege. Es wird zwischen einer akuten und chronisch wiederkehrenden (rezidivierenden) Verlaufsform unterschieden. Von einer chronischen Form spricht der Arzt, wenn die Erkrankung mindestens dreimal in den letzten zwölf Monaten oder zweimal pro Halbjahr auftritt.

      Anzeichen für eine Harnwegsinfektion
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen
  • Nächtliches Wasserlassen
  • Vorhandene oder auch verstärkte
    Inkontinenz
  • Plötzlicher starker Harndrang
  • Blut im Urin
  • Schmerzen über dem Schambein
  • Unangenehmer Geruch
  • Trübung des Urins

 

Blasenentzündung ein Frauenleiden
Da bei einer Blasenentzündung der untere Bereich des Harnwegs betroffen ist, spricht man auch von einer Infektion der unteren Harnwege. Frauen sind weitaus häufiger von der unangenehmen Erkrankung betroffen als Männer: Bei etwa 50 bis 70 Prozent von ihnen tritt mindestens einmal im Leben eine Entzündung im unteren Harntrakt auf. Der Grund liegt in der weiblichen Anatomie. Die Harnröhre der Frau ist kürzer als die des Mannes. Daher können die krankheitsauslösenden Bakterien leichter in die Harnblase gelangen. Auch wenn Männer generell seltener betroffen sind, nimmt im Alter die Erkrankungshäufigkeit zu.

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Ursache der Blasenentzündung sind Bakterien
Eine Blasenentzündung wird durch Bakterien hervorgerufen, die meist aus dem eigenen Stuhl stammen. In den meisten Fällen handelt es sich um Bakterien des Typs Escherichia coli (E. coli). Sie gelangen vom After in die Harnröhre, wandern aufwärts in die Harnblase und können dort eine Infektion auslösen. Faktoren, die die Entstehung einer Blasenentzündung fördern, sind Störungen des Harnabflusses und der Blasenentleerung, Schwangerschaft und Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte. Außerdem ist eine Unterkühlung, beispielsweise durch nasskaltes Wetter oder das Tragen von nasser Badekleidung, ein häufiger Auslöser von Blasenentzündungen.

Behandlung von Blasenentzündungen – Was tun, wenn´s beim Wasserlassen brennt?
Frühzeitig erkannt und behandelt sind Blasenentzündungen häufig auch ohne die Verwendung von Antibiotika gut heilbar. Eine verschleppte Entzündung kann dagegen gefährliche Folgen haben und beispielsweise zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Was also tun, wenn Anzeichen wie Brennen beim Wasserlassen auf eine Blasenentzündung hindeuten?

Urin-Test: Test auf Bakterien im Urin
Bereits beim Auftreten erster Beschwerden kann mit einem Urin-Test selbst feststellt werden, ob eine Entzündung mit entsprechendem Bakterienbefall vorliegt und ein Arztbesuch notwendig ist. Dies ist besonders praktisch, wenn der Krankheitsverdacht am Wochenende oder im Urlaub aufkommt und der Arztbesuch lästig oder problematisch ist.

Urintest zur Diagnosesicherung bei Harnwegsinfektionen
Der Selbsttest aus der Apotheke ist in der Handhabung so einfach wie ein Schwangerschaftstest. Er liefert innerhalb von nur fünf Minuten zuverlässige Ergebnisse. Zeigen die Ergebnisse an, dass der Befall mit Krankheitserregern gering ist, kann die Zeit für einen unnötigen Arztbesuch und die Praxisgebühr gespart werden. Ein weiterer Vorteil: Schließt der Test einen Harnwegsinfekt aus, kann meist auf eine Behandlung mit Antibiotika verzichtet werden.

Einfache Entscheidungshilfe funktioniert wie Standard-Labortest
Grundlage des Selbstests sind medizinische Standard-Laboruntersuchungen, die auch zur Diagnosesicherung bei Harnwegsinfektionen vom Arzt veranlasst werden. Der Urin wird auf weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Nitrit untersucht. Vermehrte weiße Blutkörperchen geben Hinweise auf eine Entzündung und Nitrit ist ein Zeichen für die Anwesenheit von Bakterien.

Die Ergebnisse sind aufgrund des Farbcodes für den medizinischen Laien einfach zu interpretieren und geben Orientierung, wie die weitere Behandlung des Harnwegsinfektes erfolgen sollte: Wird eine entsprechend erhöhte Menge an weißen Blutkörperchen, Nitrit oder von beiden Stoffen im Urin nachgewiesen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht und die weitere Behandlung abgeklärt werden.

Behandlung der Blasenentzündung – Antibiotika-Resistenz vermeiden
Wenn sie schnell erkannt werden, haben Blasenentzündungen eine gute Prognose. Mit einfachen Maßnahmen können die Betroffenen die Selbstheilung unterstützen. Bei schlimmen Beschwerden wird der Arzt in der Regel Antibiotika verordnen. Um zu vermeiden, dass die Bakterien resistent gegen Antibiotika werden, müssen die Medikamente unbedingt in der verordneten Menge über die vorgeschriebene Dauer eingenommen werden – auch wenn die Symptome nachlassen oder verschwinden. Je nach Beschwerden kann der Arzt zusätzlich krampflösende und schmerzstillende Medikamente verordnen.


(v.l.n.r.) Professor Dr. med. Dirk Watermann, Dr. Michael Kresken, Dr. Thomas Kaltenbach und Dr. Jürgen Warnecke diskutierten die Themenkomplexe Harnwegsinfekte, Antibiotikaeinsatz und Urin-Selbsttest (Bild: J. Wolff, MEDIZIN ASPEKTE)

Reizblase: keine Antibiotika – Therapie erforderlich
Von der Art und Schwere der Symptome und den Laborergebnissen hängt ab, welche Behandlung erforderlich ist. Eine Antibiotika-Behandlung ist oft nicht notwendig – in 40 Prozent aller Verdachtsfälle auf eine Blasenentzündung werden Antibiotika unnötigerweise, z. B. bei einer geringen Bakterienbelastung oder einer Reizblase, verordnet. Dabei gilt der zu häufige Einsatz von Antibiotika als einer der wichtigsten Gründe einer zunehmenden Resistenzentwicklung der Bakterien E. Coli sowie anderer Erreger von Harnwegsinfekten.

Mit dem Urin-Test aus der Apotheke können Betroffene einfach und sicher feststellen, ob die Behandlung durch einen Arzt ratsam ist. Dieser entscheidet, welche Therapie für Sie die richtige ist. Gibt der Test Entwarnung, d. h. ist der Befall mit Krankheitserregern gering, dann können Betroffene mit einer Reihe nicht medikamentöser Maßnahmen versuchen, die Gesundheit der Blase zu fördern.

Chronische Blasenentzündungen – vorbeugen mit Tipps für eine gesunde Blase
Besonders bei chronisch wiederkehrenden (rezidivierenden) Verlaufsformen ist es wichtig, Blasenentzündungen vorzubeugen. Hier finden Sie eine Reihe von Maßnahmen für eine gesunde Blase, die Sie einfach in die Tat umsetzen können:

  • Sie sollten immer ausreichend trinken (mind. 2 Liter Wasser oder auch Tee, z. B. Cranberry Tee, täglich). Dies unterstützt das „Ausspülen“ der Bakterien aus der Blase.
  • Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt
    das Immunsystem des Körpers.
  • Schützen Sie sich vor Kälte und Nässe und wechseln Sie möglichst sofort den
    Badeanzug nach dem Baden, auch wenn es sehr warm ist.
  • Der Intimbereich sollte nicht übertrieben mit Seife oder Intimwaschlotion gereinigt werden, da dadurch der natürliche Säureschutzmantel der Haut angegriffen wird.
    Dadurch können sich Bakterien schneller entwickeln.
  • Nach dem Stuhlgang immer von vorn (Scheide) nach hinten (After) reinigen.
  • Bei Harndrang immer sofort zur Toilette gehen. Zurück gehaltener Urin ist ein guter Nährboden für Bakterien.
  • Spätestens 15 Minuten nach Geschlechtsverkehr sollte die Blase entleert werden, damit Bakterien, die in die Harnröhre gelangten, sofort ausgespült werden.
  • Tragen Sie täglich frische Unterwäsche, vorzugsweise aus Baumwolle.
  • Auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberry-Extrakt können
    vorbeugend wirken. Sie können die Schutzfunktion der Blasenschleimhaut stärken
    und die Erreger daran hindern, sich an der Blasenwand anzuheften. So können sie
    die Gefahr verringern, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Besonders bei
    Frauen, die bereits Blasenentzündungen hatten, ist die Vorbeugung (z. B. mit Cranberry-Lutschtabletten mit Vitamin C) empfehlenswert.

Kostenloser Services zum Thema Hilfe bei Harnwegsinfekt
Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-punctomed (-786286633) beantworten erfahrene Experten der Firma Dolorgiet GmbH montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr die Fragen der Anrufer. (10/2009)

weitere Informationen
Weiterführende Hintergrundinformationen bietet die Firma Dolorgiet GmbH über das Internet: www.selbst-sicher-testen.de

Quelle
Workshop
„Selbst sicher auf Harnwegsinfekte testen und Antibiotikaeinsatz verringern“
Frankfurt am Main
Veranstalter: Dolorgiet GmbH & Co. KG

Referenten

  • Harnwegsinfekte: Verbreitung, Ursachen, Folgen und
    Behandlungsmöglichkeiten eines Dauerbrenners
    Professor Dr. med. Dirk Watermann
    Universitätsfrauenklinik Freiburg
  • Rationale Antibiotikatherapie – Bakterien bekämpfen,
    Resistenzen vermeiden
    Dr. Michael Kresken
    Wissenschaftlicher Sekretär der Paul-Ehrlich-Gesellschaft
    für Chemotherapie e. V.
    Geschäftsführer der Antiinfectives Intelligence GmbH, Rheinbach
  • punctomed.gesundgenau: Neuer Selbsttest zur
    Früherkennung von Harnwegsinfekten speziell für Patienten
    Dr. Thomas Kaltenbach,
    Chief Executive Officer (CEO)
    Swiss Medical Solution AG,
    Büron, Schweiz
idw 2010/07