International führende Neurochirurgen tagen in Heidelberg

International führende Neurochirurgen tagen in Heidelberg

Vom 7. bis 10 Oktober 2015 treffen sich 200 weltweit führende Neurochirurgen in Heidelberg, um neuste Studien- und Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Das „Joint-Meeting“ ist ein Ausdruck der engen Verbundenheit und des intensiven Austauschs zwischen den großen neurochirurgischen Fachgesellschaften in Deutschland und den USA mit langer Tradition: Seit 1978 veranstalten die Amerikanische Akademie für Neurochirurgie (AAcNS), die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) und die Deutsche Akademie für Neurochirurgie (DANC) die gemeinsamen Symposien. Die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Unterberg) ist Gastgeber des 5. Joint-Meetings. Getagt wird in der Alten Aula der Universität Heidelberg und im Hotel Europäischer Hof.

Die Beiträge decken das gesamte Spektrum der Neurochirurgie ab. Ein wichtiges Thema ist die operative Behandlung von Tumoren im Sprachzentrum des Gehirns. Wie umfassend der Tumor in diesem sensiblen Areal entfernt werden kann, hängt sehr von der genauen Position ab. Professor Dr. Mitchel Berger, Präsident der AAcSN und ausgewiesener Spezialist auf diesem Gebiet, wird aus seiner langjährigen Erfahrung in der Chirurgie dieser Tumoren und den daraus gewonnenen Erkenntnissen zur Organisation der Sprache berichten.

Gefäßfehlbildung im Gehirn: Behandlung ja oder nein?

Ein unter Neurochirurgen derzeit kontrovers diskutiertes Thema ist die präventive Behandlung sogenannter arterio-venöser Malformationen (AVM). Diese Gefäßfehlbildungen sind Kurzschlussverbindungen von hirnversorgenden Arterien und Venen, bei denen es zur Ausbildung eines stark durchbluteten Gefäßknäuels kommt. Die Gefäßwände in diesem Knäuel sind extrem dünn. Es besteht daher immer eine gewisse Gefahr, dass ein solches Gefäßknäuel platzt und zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung führt. Eine vorsorgliche Behandlung wäre daher sinnvoll, ist allerdings je nach Ausmaß der Malformation mit einem mehr oder weniger großen Risiko verbunden, ihrerseits Hirnblutung oder Schlaganfall auszulösen. Angesichts dieser beiden gegeneinander abzuwägenden Risiken – Gefäßriss versus Komplikation – stellt sich daher die Frage, bis zu welcher Größe und Komplexität der AVM die Behandlung sinnvoll und bei welchen Patienten eher abzuraten ist. Eine aktuelle neurochirurgische Studie unter Federführung der Macquarie University in Sydney, Australien, mit 779 Patienten hat dazu nun Antworten geliefert, die während der Tagung vorgestellt werden.

Operation bei Skoliose kann Lebensqualität verbessern

Eine weitere wichtige Studie, die von Wissenschaftlern der University of California, USA, vorgestellt wird, ist für erwachsene Patienten mit Skoliose, einer Verkrümmung der Wirbelsäule, interessant. Bisher war nicht klar, ob eine Operation, bei der die Wirbelsäule aufgerichtet und teilweise versteift wird, für Patienten sinnvoll sein kann, selbst wenn sie noch nicht unbedingt notwendig wäre. Die Antwort der Studie mit 479 Patienten lautet ja. Denn die 258 operierten Patienten berichteten über einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität, signifikant mehr als bei den 221 konservativ mit Korsett und Physiotherapie behandelten Teilnehmern der Kontrollgruppe.

Die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg ist eines der führenden neurochirurgischen Zentren Europas. Pro Jahr behandelt das erfahrene Behandlungsteam der Klinik rund 12.000 Patienten und führt mehr als 3.500 Operationen durch.

Interviewpartner
Prof. Dr. med. Andreas Unterberg
Geschäftsführender Direktor
Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 56 6300 (Sekr.)
Andreas.Unterberg@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

idw 2015/10

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