Kombinationstherapien zählen zu den wirksamsten Strategien, um die Prognose von Krebspatienten weiter zu verbessern. Beim 
fortgeschrittenen BRAFV600-Melanom bestätigen dies erneut aktuelle Daten zur Kombination von Cobimetinib plus Vemurafenib (Zelboraf®). Die Ergebnisse wurden erstmals auf der 51. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/Illinois, USA, präsentiert: So verlängerte die zusätzliche Behandlung mit Cobimetinib in der Phase-III-Studie coBRIM das mediane progressionsfreie Überleben gegenüber der Vemurafenib-Monotherapie signifikant um mehr als fünf Monate. (1)

„Der duale Wirkansatz mit Cobimetinib und Vemurafenib ermöglicht es uns, maligne Melanome gleichzeitig an zwei Signalmolekülen synergistisch anzugreifen“, so PD Dr. Bastian Schilling, Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Essen. „So können wir die Prognose für Hautkrebspatienten in Zukunft wesentlich verbessern.“ Die auf dem ASCO vorgestellten Daten der coBRIM-Studie untermauern das große Potential der kombinierten Behandlung mit Cobimetinib und Vemurafenib bei Patienten mit fortgeschrittenem BRAFV600-Mutation-positivem Melanom.

PD Dr. Bastian Schilling Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Essen: "Der duale Wirkansatz mit Cobimetinib und Vemurafenib ermöglicht es uns, maligne Melanome gleichzeitig an zwei Signalmolekülen synergistisch anzugreifen." (Foto: MCP Wolff, MEDIZIN ASPEKTE)

PD Dr. Bastian Schilling
Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Essen: „Der duale Wirkansatz mit Cobimetinib und Vemurafenib ermöglicht es uns, maligne Melanome gleichzeitig an zwei Signalmolekülen synergistisch anzugreifen.“ (Foto: MCP Wolff, MEDIZIN ASPEKTE)

Kombination von Vemurafenib mit Cobimetinib blockiert MAPK-Signalweg

„Nach dreißig Jahren Stillstand haben wir vor gut drei Jahren mit der Zulassung des BRAF-Inhibitors Vemurafenib einen Durchbruch in der Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms erlebt“, resümierte Schilling. „Im Laufe der zielgerichtetenTherapie kommt es jedoch immer wieder zu einer Reaktivierung des für das Tumorwachstum entscheidenden MAPK-Signalweges (Mitogen-aktivierte Proteinkinase-Signalweg), was durch die Kombination mit Cobimetinib signifikant verzögert werden kann.

Die Monotherapie mit einem BRAF-Inhibitor wird in der zielgerichteten Therapie des fortgeschrittenen Melanoms zukünftig kaum noch eine Rolle spielen.“ Cobimetinib hemmt selektiv das Zellprotein MEK, das dem BRAFV600-Protein im MAPK-Signalweg nachgeordnet ist und ebenfalls die MAP-Kinasen aktiviert. Der duale Wirkansatz ermöglicht eine umfassende Blockade des MAPK-Signalweges und verstärkt so die Hemmung des Tumorwachstums.(2,3)

Die vorliegenden Ergebnisse ermutigen zu weiteren Studien.

Quellen

[1]    Larkin J et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl; Abstract #9006)[2]    Safaee Ardekani G et al., PLoS One 2012. 10: e47054[3]    Haferkamp S et al., J Invest Dermatol 2013. 133: 1601-9
mr / MEDIZIN ASPEKTE