Klaus Rubitzsch war sehr gespannt, was ihn in den Räumen des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen (LIFE), wo das NAKO-Studienzentrum angesiedelt ist, erwarten würde: „Als die Einladung zu Hause in der Post war, habe ich mit Begeisterung zugesagt. Von der Studie hatte ich bereits gehört und hoffe, dass auch ich viel über meine Gesundheit erfahren werde.“ Dass er der zweitausendste Teilnehmer ist, gab seinem heutigen Besuch eine ganz besondere Note.

Die NAKO will in den nächsten 10 Jahren bundesweit in 18 Zentren insgesamt 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren untersuchen. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der typischen Volkskrankheiten wie Krebs, Demenz, Diabetes und andere, zu verbessern. Eine Problematik bei der sich die Leipziger Forscher bestens auskennen. So betreute Kerstin Wirkner bereits die Erwachsenen-Studie von LIFE, um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Krankheiten und des Lebensstils der Betroffenen besser zu verstehen. Auch die NAKO widmet sich diesen Fragestellungen mit einem umfangreichen medizinischen Untersuchungsprogramm und Befragungen zu Lebensgewohnheiten, Ernährung, körperliche Fitness, Arbeitssituation und sozialem Umfeld. Alle Teilnehmer werden um eine Blut-, Speichel- und Urinprobe gebeten. Wenn der Studienteilnehmer es wünscht, werden ihm die wichtigsten Untersuchungsergebnisse mitgeteilt.

Bis April 2018 sollen 10.000 Bürger aus Leipzig und dem Umland untersucht werden. Ein große Aufgabe, die das Team um Kerstin Wirkner bewältigt: „Das erste Jahr des Leipziger Studienzentrums ist sehr erfolgreich verlaufen. Damit können wir sehr optimistisch sein, die geplanten Teilnehmerzahlen tatsächlich zu erreichen.“
Um den Bürgern die Teilnahme zu erleichtern, hat das Studienzentrum die großen Leipziger Arbeitgeber um Unterstützung gebeten. „Die Untersuchungen dauern zwischen drei bis sechs Stunden“ erläutert die Leiterin. „Für diese Zeit bitten wir um eine Freistellung durch die Arbeitgeber.“ Allerdings ist eine Teilnahme ohne schriftliche Einladung durch das Zentrum aufgrund des Studienkonzepts nicht möglich.

idw 2015/06