Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Bei zwei von drei Menschen über 65 Jahren verschleißt der Gelenkknorpel durch Unfälle, Fehlbelastung, Rheuma oder schicksalhaft und verliert dadurch seine Funktion als Stoßdämpfer zwischen den Gelenkpartnern. „Wenn die Möglichkeiten der konservativen Therapie der verschlissenen Gelenke durch eine physiotherapeutische Behandlung, Schmerzmitteln oder Injektionen ausgeschöpft sind, bleibt häufig nur der Gelenkersatz durch eine Endoprothese“, erklärt Prof. Gunter Hofmann, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Künstliche Gelenke, Mediziner sprechen von Endoprothesen, werden implantiert und ersetzen damit dauerhaft unfall- oder verschleißbedingt zerstörte Gelenke. In der neu eingerichteten Endoprothetiksprechstunde beraten die Endoprothetikspezialisten des UKJ Patienten mit Gelenkbeschwerden mittwochs, donnerstags und freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten des Gelenkersatzes.
Im Jahr 2013 wurden in Thüringen mehr als 4500 Hüftgelenksendoprothesen und über 4000 Kniegelenksendoprothesen aufgrund von Arthrose implantiert. Auch an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ versorgen die Jenaer Unfallchirurgen seit Jahren an Arthrose leidende Patienten mit Endoprothesen an allen großen Gelenken. Weitere Schwerpunkte sind neben der Frakturendoprothetik und dem beidseitigen Gelenkersatz auch Endoprothesenwechsel bei schmerzhaften, infizierten, gelockerten oder ausgebrochenen Endoprothesen. Zudem können Patienten am UKJ operiert werden, die aufgrund ihrer Grunderkrankungen in vielen Krankhäusern in Thüringen nicht mehr versorgt werden können.

„Um die Ergebnisse bei Endoprothesenimplantationen langfristig weiterhin zu verbessern, werden im Endoprothetikzentrum des UKJ umfangreiche Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchgeführt“, bestätigt Dr. Arne Wilharm, Oberarzt an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ. Dadurch arbeiten die beteiligten Kliniken und Institute in strukturierten Abläufen und nach festgelegten Behandlungspfaden zusammen. „Vor allem Patienten, bei denen erstmals eine Endoprothese implantiert wird, profitieren von diesen Entwicklungen.“

Patienten mit Gelenkbeschwerden und an Gelenkersatz Interessierte können sich neben der Spezialsprechstunde auch in einer Veranstaltung der GesundheitsUni zum Thema „Wenn Gelenke verschleißen: Arthrosebedingter Gelenkersatz durch Endoprothesen“ am 6. Mai 2015 um 19.00 Uhr im Hörsaal 1 des Universitätsklinikums am Standort Lobeda informieren.

Kontakt:
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ
Erlanger Allee 101
07747 Jena

Endoprothetiksprechstunde
Zeit: Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.00 bis 14.00 Uhr
Tel.: 03641 – 9 322801

 

idw 2015/04