Organspende – Frauen spenden häufiger und Männer erhalten häufiger Organe

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Die Organspende – einst sehr umstritten, hat einen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft eingenommen. Für und wider werden immer noch hitzig diskutiert doch immer mehr Menschen entscheiden sich nach eingehender Information für eine Organspende. Die Voraussetzungen für eine Organspende sind im Transplantationsgesetz klar geregelt. Dr. rer. pol. Thomas Beck nimmt Stellung zu Fragen, die Organspender bewegen. Dr. Beck ist Kaufmännischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

Herr Dr. Beck, als Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation sind Sie für die Koordinierung von Organspenden in Deutschland mit verantwortlich. Was sind die Voraussetzungen für eine Organspende?
Die Voraussetzungen für eine Organspende sind im Transplantationsgesetz klar geregelt: Zwei Ärzte müssen unabhängig voneinander den Hirntod eines Menschen feststellen und der Verstorbene muss einen Organspendeausweis ausgefüllt oder mit seinen Angehörigen über seine Entscheidung gesprochen haben. Wenn der Verstorbene sich zu Lebzeiten nicht festgelegt hat, werden die Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten.

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Der Gedanke an eine mögliche Organspende wird von vielen Menschen verdrängt. Welche Ängste gibt es und wie kann man ihnen entgegentreten?
Manche Menschen fürchten, im Krankenhaus könne nicht mehr alles für ihre Heilung getan werden, wenn sie einen Organspendeausweis besitzen. Diese Bedenken sind absolut unbegründet. Jeder Arzt wird immer alles daran setzen, den Patienten zu retten, bevor er überhaupt an eine mögliche Organspende denkt. Darüber hinaus verunsichern auch gelegentliche Berichte über den Handel mit Organen in anderen Ländern die Menschen. In Deutschland jedoch ist jede Form von Organhandel verboten und es gibt bis heute keinen einzigen bestätigten Fall. Wer sich also vorurteilsfrei und eingehend informiert, wird schnell feststellen, dass Ängste unbegründet sind.

Männer sind allgemein weniger gesundheitsbewusst als Frauen. Haben Männer auch eine geringere Spendenbereitschaft?
Bei der Lebendspende von Niere oder Teilleber ist dies tatsächlich der Fall: Frauen spenden häufiger, Männer erhalten hingegen häufiger Organe. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie der Universität Leipzig. 40 Prozent der Frauen, aber nur 30 Prozent der Männer haben sich je über eine Lebendorganspende Gedanken gemacht. Bei der Organspende nach dem Tod fallen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht so hoch aus. Im Durchschnitt besitzen laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 19 Prozent der Frauen einen Organspendeausweis. Bei den Männern sind es 16 Prozent.
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Aber Männer leben risikoreicher als Frauen und sterben auch häufiger i[werbung]nverkehr. Hat selbst das keinen Einfluss auf die Organspenden?
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind die meisten Organspender keine Unfallopfer. Fast drei Viertel aller Organspender sind aufgrund von Gehirnerkrankungen, zum Beispiel eines Schlaganfalls, gestorben, nur ein Viertel an den Folgen einer Verletzung durch einen Unfall. Auch bei der Vergabe von Organen wird keine Unterschied gemacht, ob deren Empfänger männlich oder weiblich ist. Die Organvermittlung erfolgt allein nach medizinischen Kriterien. Im Vordergrund stehen hierbei die Erfolgsaussicht, die Dringlichkeit und die Chancengleichheit.

Die Organspendezahlen sind in Deutschland im Verhältnis zu anderen Ländern eher gering. Welche Ursachen gibt es hierfür?
An der Bereitschaft zu einer Organspende mangelt es in Deutschland grundsätzlich nicht. Umfragen bestätigen immer wieder, dass etwa 70 Medienservice Männergesundheit: Organspende 6/11 Prozent der Bevölkerung dazu bereit wären, nach ihrem Tod Organe für andere Menschen zu spenden. Ein wesentlicher Punkt ist vielmehr, dass nur 17 Prozent einen Organspendeausweis besitzen. Die Diskrepanz zwischen passiver und aktiver Zustimmung ist demnach sehr groß. Leider belegt Deutschland im internationalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Platz mit knapp 15 tatsächlichen Spendern auf eine Million Einwohner. Weltweit liegt Spanien an der Spitze mit einer Spenderquote von etwa 34. Der Grund für diese vorbildlichen Zahlen ist ein Organspendesystem, das personell um ein vielfaches besser ausgestattet ist als in Deutschland. So gibt es zum Beispiel pro Krankenhaus weitaus mehr Koordinatoren, die sich um die Organspende kümmern. Auch wenn in Deutschland jedes Krankenhaus mit Intensivstation verpflichtet ist, den Willen des Patienten zur Organspende festzustellen und umzusetzen, beteiligen sich in Deutschland noch lange nicht alle Krankenhäuser konsequent an dieser Gemeinschaftsaufgabe.

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Jeder einzelne sollte also selbst aktiv werden?
Die Bereitschaft zur Organspende kann jeder ganz einfach in einem Organspendeausweis festhalten. Den Ausweis bekommt man über die Deutsche Stiftung Organtransplantation, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Krankenkassen sowie in vielen Krankenhäusern, Arztpraxen oder Apotheken. Besonders wichtig ist es aber auch, mit der Familie über seine Entscheidung zu sprechen, da die Angehörigen im Falle des Falles immer informiert werden. (stiftung-maennergesundheit.de 06/2010)
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