Psychische Probleme in Zusammenhang mit einer HIV-Infektion sind häufig – doch wenige PsychotherapeutInnen sind auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit HIV/AIDS und deren PartnerInnen und Familienangehörige vorbereitet. Der Welt-Aids-Tag, der am 1. Dezember stattfindet, schafft für dieses selten thematisierte Problem die nötige Aufmerksamkeit: Die Angst vor sozialer Ausgrenzung, Zweifel über die eigene Gesundheitssituation und HIV-Infektion, Schuldgefühle und Unsicherheit im Umgang mit der Familie, ArbeitskollegInnen und/oder in der Partnerschaft können Menschen mit HIV/AIDS oftmals nicht alleine bewältigen und benötigen professionelle Unterstützung. „Wir brauchen dringend mehr Therapieplätze für Menschen mit HIV/AIDS und deren Angehörige“ so Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS an der Dermatologischen Universitätsklinik Bochum. Er leitet das Zentrum für Sexuelle Gesundheit mit dem Schwerpunkt HIV/STI am St. Josef-Hospital in Bochum, wo auch Armin Bader als psychologischer Psychotherapeut die Patienten betreut. „Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz betragen hier im Ruhrgebiet ca. sechs Monate, das ist zu lang. Und dies ist genauso in anderen Städten Deutschlands“ beklagt Bader.

Ein erster erfolgreicher Schritt ist die Fortbildungsveranstaltung des Kompetenznetzes HIV/AIDS zur „Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS“ die Brockmeyer und Bader gemeinsam mit Arne Kayser von der Aids-Hilfe Bochum am 18./19. Januar 2013 zum zweiten Mal in Bochum organisieren. Im Mittelpunkt diesmal stehen die besonderen Aspekte der Psychotherapie bei HIV-positiven Frauen. Frauen stehen zwar nicht weniger Beratungsangebote als HIV-positiven Männer zur Verfügung, sie sind jedoch schlechter erreichbar und leben noch häufiger ein isoliertes und kräftezehrendes Doppelleben. HIVpositive Frauen sind oft auch Mütter, mitunter von HIV-positiven Kindern.

Die psychosozialen Lebensumstände sind manchmal nur schwer zu tragen und bedürfen einer gezielten, auf die Bedürfnisse dieser Frauen, abgestimmten psychotherapeutischen Behandlung.

Der direkte Austausch zwischen den BehandlerInnen, WissenschaftlerInnen und Betroffenen macht diese Veranstaltung zu einer wichtigen Fortbildung für alle, die in der HIV-Beratung und -Behandlung arbeiten. Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos und wurde von den Kammern für ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen mit 14 Fortbildungspunkten zertifiziert. Anmeldung an a.skaletz@klinikum-bochum.de

Zentrum für Sexuelle Gesundheit