Die Medizin der Zukunft

Die Medizin der Zukunft

Spätestens seit den 60er Jahren des letzten Jahrtausends hat sich die Medizin so rasant weiterentwickelt, dass nur von einer Revolution gesprochen werden kann. Bedeutende Erkenntnisse in Neurologie, Genetik, Immunologie und Onkologie führen heute schon dazu, dass viele Erkrankungen, die früher mit einem Todesurteil gleichzusetzen waren, heute heilbar sind oder zumindest bedeutende Fortschritte erkennbar werden.

Stammzellen – krankes Gewebe ersetzen

Stammzellen sind Zellen, die noch gar nicht oder wenig spezialisiert sind. Grundsätzlich kann eine Zelle alle Funktionen erfüllen. Die Voraussetzung dafür ist lediglich, dass sie sich ausdifferenziert, was maßgeblich vom umgebenden Milieu abhängt. Sie können jedoch durch asymmetrische Zellteilung auch vermehrt werden. Stammzellen, wie sie beispielsweise aus Nabelschnurblut von der Seracell Pharma AG  gewonnen werden, sind noch nicht spezialisiert und können deswegen kranke Zellen ersetzen. Die Möglichkeiten, diesen Zelltypus einzusetzen, sind derzeit noch sehr begrenzt. Es gibt jedoch durchaus Studien, die das Nachzüchten von Organen zum Ziel haben. Bevor ein vollständiges „Organ im Reagenzglas“ erfolgreich gezüchtet wird, wird jedoch noch einige Zeit verstreichen. Derzeit gibt es jedoch durchaus nennenswerte Erfolge mit Haut-, Knorpel und Blutgefäßtransplantationen. Bereits 25.000 Patienten konnte durch das als Tissue Engineering bezeichnete Verfahren bereits geholfen werden und gerade die 3D-Drucktechnik könnte zum Erfolg beitragen. Eine der bekanntesten derzeit praktizierten Heilmethoden ist jedoch schon länger bekannt: Bei Leukämie werden Stammzellen aus dem Knochenmark geeigneter Spender entnommen und übernehmen nach der Transplantation die Blutbildung des Empfängers.

Laser – krankes Gewebe entfernen

Die Laser-Technologie ist bereits heute nicht aus der Medizin wegzudenken. Zahlreiche operative Verfahren wurden in den letzten Jahren durch die wesentlich sanftere Methode ersetzt. Die Einsatzgebiete sind so vielfältig, dass Laserstrahlen aus den verschiedenen Fachgebieten nicht mehr wegzudenken sind. Ihren Siegeszug begann die Lasertechnologie in der Augenheilkunde bevor ihre Möglichkeiten auch von anderen Fachbereichen entdeckt wurde. Von Dermatologie über Urologie, Onkologie und Gynäkologie bis hin zur Chirurgie und Allgemeinmedizin sind Laser inzwischen willkommenen Alternativen. Seien es das „Bohren ohne Bohrer“, bei dem Karies mithilfe von Lichtstrahlen vollkommen schmerzfrei abgetragen wird, oder wesentlich bessere Heilungschancen bei Krebserkrankungen: Lasern revolutioniert die Medizin. Aufgrund der unterschiedlichen Wellenlängen und Reichweiten ist Ärzten mit der Technologie ein wesentlich präziseres Arbeiten möglich. Sie können Laser nicht nur als Skalpell nutzen, sondern sogar gezielt krankes Gewebe zerstören. Dies führt zu weniger Blutungen und Narbenbildung, macht schlecht erreichbare Stellen zugänglich und verringert das Risiko von Infektionen. Teils können dadurch sogar Operationen umgangen werden. Gerade in der Onkologie könnten Weiterentwicklungen zu bedeutenden Fortschritten führen, zumal die Technik bereits jetzt schon besonders häufig bei Metastasen eingesetzt wird.

Elektronik und Technik – funktionsunfähige Strukturen ersetzen

Die Blinden sehend und die Lahmen gehend – was lange Zeit Zukunftsmusik oder ein Fall religiöser Wunder war, ist inzwischen für viele Erkrankungen Realität. Die Weiterentwicklung von Computertechnologie und Forschungsergebnisse der Neurologie machen inzwischen Prothesen möglich, die sich in ihrer Steuerbarkeit und Beweglichkeit durchaus mit dem menschlichen Körper vergleichen können. Chips und spezielle Linsen, die vor allem bei Hornhauterkrankungen helfen können, sind inzwischen in der Lage, Sehbehinderten ein fast normales Leben zu ermöglichen. Was seinen Ursprung in Hörgeräten nahm, ist aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken: Elektronik führt bereits jetzt schon dazu, dass körperliche Behinderungen immer häufiger kompensiert werden können. Herzschrittmacher sind schon jetzt aus den Operationssälen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Doch bei myolektrischen Armprothesen oder Retina-Implantaten scheinen die Grenzen noch lange nicht erreicht und Eingriffe in das Gehirn sind schon lange kein Tabu mehr. Die Tiefe Hirnstimulation lindert heute nicht nur das Leiden von schweren Parkinsonfällen, sondern soll in Zukunft auch häufiger gegen Depressionen, Epilepsie oder Tourette-Syndrom zum Einsatz kommen.

Das Faszinierendste an diesen Technologien ist, dass ihre Grundlagen und Funktionsweise noch vor hundert Jahren fast oder gar gänzlich unbekannt waren. Kaum auszumalen, welche unglaublichen Möglichkeit alleine in diesen drei Methoden stecken und wie die Medizin in weiteren hundert Jahren aussehen wird.

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