Neue Studien bestätigen: Meditation ist ein wirksames Mittel gegen Depression

Neue Studien bestätigen: Meditation ist ein wirksames Mittel gegen Depression

Meditieren gehörte bis vor kurzem noch ins Reich der Esoterik. Dabei wird heute fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben mit Meditations- oder Entspannungsübungen konfrontiert. Progressive Muskelentspannung und einfache Meditationsübungen sind in unserer Zeit fester Bestandteil jedes Managementseminars. Dabei gibt es unzählige Arten der Meditation, die von tänzerischen Formen über die Augenmeditation bis hin zur Gehmediation aus dem Zen-Buddhismus reichen. Wer sich auf das Abenteuer Meditation einlässt, fühlt sich nach den Übungen meist entspannt und beschwingt. Dass Meditation aber auch tatsächlich messbare Veränderungen im menschlichen Gehirn hervorruft, fordert Mediziner und Psychologen zu einem neuen Umgang mit dem Phänomen auf.

Die Auswirkungen der Meditation sind messbar

Britta Hölzel, eine international anerkannte deutsche Psychologin, machte es sich in ihrer Doktorarbeit und späteren Forschungen zur Aufgabe, herauszufinden, wie Meditation wirkt und wie sich diese Wirkung durch naturwissenschaftliche Messmethoden nachweisen lässt. In einer Studie beobachtete sie im Kernspintomografen die Gehirne einer Gruppe von Anhängern buddhistischer Meditationslehren und verglich diese mit einer Kontrollgruppe, die nicht meditierte. Im Hippocampus der Meditierenden stellte sie graue Substanz in einer überdurchschnittlich hohen Dichte fest. Dieser Befund deutete auf Erneuerungsprozesse darauf hin. Wahrscheinlich reiften neue Nervenzellen heran, sicher bildeten sich neue Fortsätze an verschrumpelten Neuronen.

Meditieren lernen

Auch wenn die Forschung zum Zusammenhang zwischen Meditation und Depressionen noch in den Kinderschuhen steckt, berichten Psychologen über erste Erfolge bei ihren Patienten. Wer meditiert, nimmt weniger Psychopharmaka und lernt, mithilfe einfacher Übungen in Krisensituationen gelassen zu bleiben. Aber wie lässt sich Meditation lernen? Menschen kommen auf vielerlei Arten mit Meditation in Kontakt. Einige Psychologen und Psychotherapeuten lassen sich zu Meditationslehrern ausbilden und führen ihre Patienten in grundlegende Techniken ein. Wer keine Angst vor Spiritualität hat, kann sich auch an ein buddhistisches Zentrum wenden. Hier führen Anhänger verschiedener buddhistischer Lehren ihre Schüler in die Kunst der Meditation ein. Meditation wird in diesem Zusammenhang aber nicht als Selbstzweck, sondern als ein Weg zur göttlichen Erleuchtung betrachtet.

Reisen zum Ursprung der Meditation

Dass die Pilgerreise auf dem Jakobsweg in den vergangenen Jahren zu einer echten Mode wurde, beweist, dass sich viele Menschen nach einem spirituellen Erlebnis sehnen. Aber auch Reisen nach Indien oder Tibet sind gefragter als je zuvor. Im Blog des Online-Reiseanbieters Expedia verrät Wolfgang Grader von der Tibet Initiative Deutschland e.V., welche Orte in Tibet er für eine spirituelle Reise empfiehlt. Die Gelassenheit, die Menschen von einer Reise in die Ursprungsländer der Meditation mit nach Hause nehmen, erleichtert ihnen den Umgang mit stressigen Alltagssituationen und scheint vielversprechend als Prävention gegen Depressionen.

Jahn