Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker

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Es dauert immer lange, bis sich diagnostische und therapeutische, aber vor allem technische Innovation in Arztpraxen durchsetzen. Der stark zunehmende Selbstvermessungs-Trend (Quantified Self) wird jedoch Mediziner zwingen, sich schneller und umfassender mit dieser Materie zu beschäftigen. Der Grund – so prognostiziert Klaus-Dieter Thill, Leiter des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) – liegt im Potential der eingesetzten Apps und Tracker, als medizinische Instanzen zu fungieren.

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Wenig Lust auf Neues
Die generelle Innovationsfreudigkeit niedergelassener Ärzte ist bislang nur sehr gering ausgeprägt. Sie ist sogar ganz besonders niedrig, wenn es um das Thema „Internet“ geht. Die Zurückhaltung besteht dabei nicht nur gegenüber dem Einsatz für eigene Belange („Social Media? Brauchen wir nicht!“), sondern auch in Zusammenhang mit der Nutzung von medizinisch ausgerichteten Internetquellen durch Patienten.

Die Arzt-Co-Instanzen kommen
Doch diese Grundhaltung wird sich in Anbetracht eines sich schnell entwickelnden Trends bald verändern: der medizinischen Co-Instanzenbildung durch Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker. Ihre in den USA bereits stark boomende Entwicklung manifestiert sich inzwischen mit steigender Tendenz auch in Deutschland. Diese elektronisch-virtuellen Hilfen ermöglichen den Anwendern die Erhebung vielfältiger anamnestischer Informationen und die Ableitung diagnostischer Schlüsse. Aus ärztlicher Sicht wird ihnen bislang jedoch kaum Beachtung geschenkt: „Spielerei!“, „Nettes Zubehör!“, „Vielleicht kommt ja der ein oder andere so dazu, ein paar Schritte mehr zu laufen!“.
Entwicklung virtueller Gegenkompetenzen
Doch die Nutzer sehen das anders: für sie sind / werden die Geräte und Hilfen ein elementarer, emotional verankerter Bestandteil ihres täglichen Lebens. Hierdurch erhalten die ermittelten Informationen und Auswertungen eine umfassende Absolutheit, die Tools entwickeln sich zu medizinischen Instanzen und stellen eine virtuellen Gegenkompetenz zum Arzt dar: „…aber meine App sagt, dass…!“.

Neue Erklärungszwänge
Schon heute klagen Ärzte darüber, wie schwierig es ist, Patienten mit falschen Informationen aus dem Netz, an die sie aber glauben, vom Gegenteil zu überzeugen. Zukünftig haben sie es mit Patienten zu tun, die nicht nur Informationen eingeholt, sondern persönliche Daten erhoben haben und deshalb von ihrer Meinung noch überzeugter sein werden. Besonders schwierig wird es für Ärzte, wenn die Diagnose des virtuellen Mediziners nicht zutrifft oder die programmierten Zielparameter eine frühzeitige Entdeckung von Risikofaktoren verhindert haben.

Ein Trend mit Chancen
Andererseits erwachsen für Ärzte aus diesem Bereich auch neue Möglichkeiten der Adhärenz-Förderung, Therapie-Unterstützung und Patienten-Kommunikation, die gleichzeitig das Praxismanagement entlasten können. Wer diese Optionen nutzen möchte, muss sich aber in der Materie auskennen und einen Einblick in die damit verbundenen Denk- und Verhaltensweisen haben.

Quelle: http://bit.ly/1kpK0nX

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