Fortschritte in der Krebstherapie – Wirksamkeit und Verträglichkeit von Krebsmedikamenten verbessert

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Die Fortschritte in der Krebstherapie, die sich in einer höheren Wirksamkeit und besseren Verträglichkeit der Krebstherapien widerspiegeln, leisten wichtige Beiträge, um das Leben von Krebspatienten bei guter Lebensqualität zu verlängern. Einige Krebsarten sind heute bereits heilbar oder können als chronische Erkrankungen behandelt werden. Viele Krebspatienten können ein fast normales Leben führen. Die Aussicht auf ein längeres Leben mit der Diagnose Krebs hängt von vielen Faktoren ab.

Krebs bei Kindern und Jugendlichen – Heilungsraten von über 80 Prozent

Bei wenig aggressiven Tumoren, die den Organismus zunächst nicht beeinträchtigen, können Krebspatienten auch ohne Krebstherapie lange Zeit und ohne größere Beschwerden mit der Krebserkrankung leben. Besonders im Alter schreiten einige Krebserkrankungen sehr langsam voran (z. B. Prostatakrebs). (16) Bei frühzeitiger Krebsdiagnose steigen die Heilungschancen (z. B. bei Brust- oder Darmkrebs). Bei einigen Krebstumoren ist inzwischen sogar eine Krebsheilung im fortgeschrittenen Stadium oder nach Metastasierung möglich. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen werden Heilungsraten von über 80 Prozent erzielt. (10) Aber auch Erwachsene haben bei bestimmten Tumorarten gute Chancen auf ein langes Leben.

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Krebsbehandlung: mehr Lebenszeit und bessere Lebensqualität

Auch die Möglichkeit, Krebs als chronische Erkrankung zu behandeln, ist auf bessere therapeutische und diagnostische Möglichkeiten zurückzuführen: Patienten mit Darmkrebs leben heute im Durchschnitt drei- bis viermal länger als früher. (10) Nicht immer führen neue Krebsbehandlungen zu einer Heilung, wohl aber zu mehr Lebenszeit und besserer Lebensqualität . (10) Insgesamt leben Krebspatienten heute nach ihrer Krebsdiagnose nahezu sechsmal länger als noch vor ungefähr 40 Jahren. (17)

Krebstumor und Krebsstadium für Krebstherapie entscheidend

Welche Krebstherapien am wirkungsvollsten sind, hängt vom individuellen Krebstumor und dem Krebsstadium (Ausdehnung, Anzahl befallener Lymphknoten sowie Metastasen) ab. Zunächst werden im Rahmen der Diagnose die Herkunft des Krebstumors bestimmt, eine Gewebeprobe untersucht sowie diagnostische Tests durchgeführt. Aufgrund dieser Befunde lässt sich an hand von Leitlinien der Fachgesellschaften gezielt eine Krebstherapie festlegen. Die Leitlinien spiegeln den jeweiligen aktuellen Stand der klinischen Medizin auf der Grundlage klinischer Studien wieder. Man spricht von der so genannten evidenzbasierten Medizin.

Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Antihormontherapie
  • Diagnostische Tests mit zielgerichteten Therapien
  • Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
  • Kombinationstherapie

Chemotherapie

Lange Zeit standen den Ärzten zur Krebsbehandlung nur die klassischen Chemotherapie-Medikamente zur Verfügung. Diese Arzneimittel greifen in den Vermehrungsvorgang von Zellen ein und stören den Zyklus, den eine Zelle bis zur nächsten Zellteilung durchläuft. Damit möglichst viele Tumorzellen zerstört werden, wird meist eine Kombination aus mehreren Zytostatika eingesetzt, die an verschiedenen Stellen des Zellzyklus ansetzen. Die Chemotherapie wirkt systemisch und erfasst insbesondere die teilungsaktiven Zellen; daher werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen (z. B. Zellen der Mund- und Darmschleimhaut).

Antihormontherapie

Bestimmte Krebsarten, an deren Zellen Hormonrezeptoren nachgewiesen wurden, können oft über viele Jahre mit antihormonellen Maßnahmen erfolgreich behandelt werden. Eine solche Therapie kommt bisher bei Brust-, Gebärmutter- und Prostatakrebs in Betracht. Dabei werden Medikamente verabreicht, die die Produktion oder Wirkung von Östrogen bzw. Testosteron im Körper verringern. Seit Ende der 1990er Jahre stehen zielgerichtet wirkende Arzneimittel zur Verfügung. Diese Arzneimittel richten sich gegen ausgewählte Angriffspunkte auf oder in der Tumorzelle. Dadurch werden gezielt Signalwege unterbunden, mit denen die Tumorzelle ihr Wachstum steuert und sich vermehrt. Zu der Gruppe der zielgerichtet wirkenden Arzneimittel zählen monoklonale Antikörper und Medikamente aus der Gruppe der sogenannten kleinen Moleküle (small molecules).

Diagnostische Tests in Kombination mit zielgerichteten Therapien

Mit Hilfe diagnostischer Tests lassen sich heute Patientengruppen mit identischen molekularbiologischen oder genetischen Merkmalen eindeutig identifizieren. Bei bestimmten Krebsarten kann den Patienten ein diagnostischer Test angeboten werden, der eine genaue Bestimmung des Tumors durch sogenannte Biomarker (z.B. HER-Test, BRAF V600-Test) ermöglicht. So wird sichergestellt, dass der richtige Patient für die zielgerichtete Behandlung identifiziert wird.

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate

Seit 2013 steht mit den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (AWK) eine neue Wirkstoffklasse zur Verfügung. AWK binden gezielt an bestimmte Krebszellen und schleusen ein Chemotherapeutikum direkt in die betreffenden Zellen ein. Dies macht sie zu hochwirksamen Arzneimitteln, die gleichzeitig weniger unerwünschte Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Infektionen verursach en.

Kombinationstherapie

Kombinationstherapien zählen zu den wichtigsten und wirksamsten Strategien, um das Leben von Krebspatienten zu verlängern . Dazu werden verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen, eingesetzt. Auf diese Weise können mehrere Signalwege des Tumors gleichzeitig blockiert werden. Ziel ist es, den Widerstand der Krebszellen gegen eine Behandlung zu verringern, damit Patienten länger auf die Therapie ansprechen.

Ausblick – die Krebsforschung geht weiter

In den vergangenen Jahren ist die Sterberate bei einigen Krebsarten erheblich gesunken. Nach EUROCARE-5, der größten populationsbasierten Studie zum Überleben nach Krebserkrankungen in Europa, steigt die Lebenserwartung von Krebspatienten trotz regionaler Unterschiede.

Krebspatienten in Deutschland haben im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Überlebensraten: (15) Beispielsweise waren die 5-Jahres-Überlebensraten für Darmkrebs mit 62 Prozent so hoch wie in keinem anderen europäischen Land. (5) Hohe 5-Jahres-Überlebensraten werden in Deutschland außerdem bei Prostata-, Haut- sowie Nierenkrebs und Non-Hodgkin-Lymphomen erreicht. (3)

Durch die intensive Forschung wurden in der Krebstherapie bereits bedeutende Fortschritte erzielt. Dennoch besteht nach wie vor bei einigen Krebsarten ein hoher Bedarf, die Behandlungsergebnisse durch kontinuierliche Innovationen weiter zu verbessern. Interessante neue Ansätze und Konzepte sind in der präklinischen und klinischen Entwicklung. Dazu zählen u. a. neue Therapiestrategien, bei denen Tumore mithilfe des Immunsystems bekämpft werden, oder auch Antikörper der nächsten Generation. Die Forschungskooperationen zwischen Universitäten und der pharmazeutischen Industrie sind dabei wichtige Promotoren der Entwicklung. Ein pharmazeutisches Unternehmen ist Roche. Das forschende Unternehmen trägt seit Jahrzehnten als weltweit führender Anbieter von Krebstherapien durch die kontinuierliche Entwicklung innovativer Krebsmedikamente und Diagnostika zu Fortschritten in der Onkologie bei. Das Ziel ist, der Erkrankung Krebs den Schrecken zu nehmen und Patienten zu einem längeren und besseren Leben zu verhelfen.

weitere Informationen:

www.roche.de

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Quellen

  1. GLOBOCAN 2008, abrufbar unter: http://globocan.iarc .fr/ WHO World Health Reports, abrufbar unter: http://www.who.int/whr/2004/en/index.html und http://www.who.int/whr/2008/chapter1/en/index.html
  2. WHO Fact Sheet N. 310 The 10 leading causes of death in the world, 2000 and 2011 (Juli 2013), abrufbar unter: http://www.who.int/mediacentre/fact sheets/fs310/en/
  3. The Global Economic Cost of Cancer, Livestrong and American Cancer Society, 2010. Accessed online at http://www.cancer.org/acs/groups/content/@internati onalaffairs/documents/document/acspc- 026203.pdf (04/12/2012)
  4. World Cancer Report 2014, abrufbar unter: http://www.iarc.fr/en/publications/books/wcr/wcr-toc.php
  5. Robert Koch-Institut. Zahl des Monats (Stand: 3.2. 2014). abrufbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/ Themen/Zahl_des_Monats/Zahl_des_Monats_node.html
  6. Zentrum für Krebsregisterdaten. Robert Koch-Institut (Stand: 15.12.2013) abrufbar unter: http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/C ontent/ZfKD/Aktuelles/KID_datenbank.html
  7. WHO International Agency for Research on Cancer Glob ocan Cancer Fact Sheet, 2012.
  8. G. K. Reeves u. a.: Cancer incidence and mortality i n relation to body mass index in the Million Women Study: cohort study. In: BMJ 335, 2007, S. 11 34. PMID 17986716
  9. Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V . (Hrsg.). Berlin, 2013
  10. Hardcastle JD, Chamberlain JO, Robinson MH et al. Randomised controlled trial of faecal-occult-blood screening for colorectal cancer. Lancet 1996; 348:1472-1477
  11. Kronborg O, Fenger C, Olsen J et al. Randomised st udy of screening for colorectal cancer with faecal-occult-blood test. Lancet 1996;348:1467-1471
  12. Mandel JS, Bond JH, Church TR, et al. Reducing mort ality from colorectal cancer by screening for fecal occult blood. N Engl J Med 1993;328:1365-1371 [Erratum, N Engl J Med 1993;328:1365-71]
  13. Zauber AG, Winawer SJ, O’Brien MJ et al. Colonoscop ic polypectomy and long-term prevention of colorectal-cancer deaths. N Engl J Med. 2012 Feb 23 ; 366(8):687-96. doi: 10.1056/NEJMoa1100370. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1100370
  14. Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V . (Hrsg.) Berlin, 2013
  15. De Angelis et al. Cancer survival in Europe 1999—2 007 by country and age: results of EUROCARE- 5–a population-based study. The Lancet Oncology , doi: 10.1016/S1470-2045(13)70546-1; 2013
  16. http://www.krebsgesellschaft.de/dkk_2012_thema_kre bs_chronisch,202157.html 17 Living after diagnosis; median cancer survival tim es. Macmillan Cancer Support 2011. http://www.macmillan.org.uk/Documents/AboutUs/Newsro om/LivingAfterCancerMedianCancerSur vivalTimes.pdf
  17. Pressekonferenz: Fortschritte in der Onkologie, 06/2014
    Veranstalter: Roche Pharma AG
    Vortrag: Fortschritte in der Krebstherapie zum Wohl der Patienten – was haben wir erreicht?
    Referent: Prof. Dr. Christof von Kalle
    Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und Abteilung Translationale Onkologie
    Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
MEDIZIN ASPEKTE / J. Wolff / mr
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