Urlaub, das heißt in der Regel entspannen, zurücklehnen und sich zumindest für ein paar Tage nicht um den stressigen Alltag kümmern. Dabei ist allgemein bekannt, dass vor allem Aktivität im Freien die Stimmung verbessert, ebenso können jedoch auch ein spezielles Klima oder gar Ruhe und Abgeschiedenheit für absolute Tiefenentspannung sorgen. Gerade im Urlaub wird die Gesunderhaltung den Deutschen außerdem immer wichtiger, von der sogenannten Medical Wellness ist hierbei die Rede. Neben Wellness-Anwendungen steht dabei auch eine Menge Aktivität und Bewegung im Mittelpunkt und die präventiven Maßnahmen lassen sich zum Teil sogar direkt über die Krankenkasse beantragen.

 

Wellness und Gesundheit im Urlaub

Krankenkassen setzen heutzutage immer mehr auf Prävention, dazu gehören neben oftmals kostenfreien Ernährungsberatungen oder Rabatten im Fitness-Studio beispielsweise auch immer häufiger Zuschüsse für Wellness-Kuren, mitunter sogar im Ausland. Gerade für Menschen mit Risikofaktoren oder bereits manifesten chronischen Erkrankungen kann ein solches Programm sinnvoll sein, wobei aber keineswegs nur eine gesunde Lebensweise verdeutlicht werden soll, sondern vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz, um womöglich auch Verhaltens- oder Einstellungsänderungen herbeizuführen. Darunter fallen beispielsweise Ayurveda und verschiedenste Therapien, aber auch die richtige Ernährung sowie ein ausgewogenes Sportprogramm sind relevant. Fakt ist allerdings auch, dass der Begriff „Medical Wellness“ gerade in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt hat und dementsprechend viele Unternehmen auf diesen Zug aufgesprungen sind. Oftmals handelt es sich hierbei um reine Marketing-Projekte, Nutzer sollten sich daher im Vorfeld also gut informieren. Eine genaue Definition der Begriffe Wellness und Medical Wellness bietet zu diesem Zweck auch der Deutsche Wellness Verband.

Einen ganz anderen Ansatz können Urlauber verfolgen, die ihre Ferien in bestimmten Regionen verbringen. So haben natürliche Quellen und Thermen beispielsweise erwiesenermaßen einen sehr heilsamen Effekt, andererseits können jedoch auch klimatische Bedingungen verschiedene Effekte erzielen. Ein gutes Beispiel hierfür ist auch das gesunde Reizklima an der Nordseeküste, welches unter anderem an der dänischen Nordsee in Westjütland zu finden ist. Das dortige Klima regt den Stoffwechsel an und verbessert die Gesamtaktivität des Körpers, sodass unter anderem chronische Erkrankungen der Atemwege, Bronchitis oder Asthma effektiv behandelt werden können. Während also in aller Ruhe der Strand und die saubere Luft genossen werden, so sorgt die feuchte mineral- und jodhaltige Seeluft für eine verbesserte Atmung. Auch das Herz-Kreislauf-System profitiert von einer besseren Durchblutung dank unterschiedlichster Reize wie Wind, Sonne oder Wasser. Idealerweise wird ein solcher Ausflug mit einer rustikalen und gemütlichen Unterkunft kombiniert, wie sie ganz typisch für einen solchen naturverbundenen Urlaub ist. Ein Ferienhaus ist hier sicherlich die bessere Alternative zum klassischen Hotelzimmer und gewährleistet meist nicht nur den direkten Meerblick, sondern auch kurze Wege sowie Ruhe und Abgeschiedenheit. Anbieter wie „Esmarch“ und „Feline Holidays“ haben sich auf genau diese klassischen Ferienhäuser spezialisiert und bieten mit derzeit bereits über 1000 Häusern ein großes Angebot in vielen begehrten Lagen.

 

Die Wissenschaft beweist: Natur sorgt für mehr Wohlbefinden

Laut einer Studie von Forschern der University of Essex in Colchester sollen sogar bereits fünf Minuten an der frischen Luft dazu beitragen, dass Stimmung und Selbstwertgefühl erhöht werden, wobei hier insbesondere psychisch angegriffene und jüngere Menschen profitieren. Gleichzeitig veranschaulichen die Resultate eindrucksvoll, wie wichtig Parks und Bäume auch inmitten von Städten sind, denn gerade gestresste Menschen mit wenig Zeit haben so die Möglichkeit, sich ein wenig zu erholen. Analysiert wurden zu diesem Zweck insgesamt 1252 Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und psychischen Zustands, wobei stets dieselben Methoden der Messung zum Einsatz kamen und unter anderem Aktivitäten wie Fischen, Fahrradfahren, Wandern, Reiten oder Gartenarbeit im Fokus standen.

„Gehetzte Menschen in einer stressigen Umgebung sollten regelmäßig an die frische Luft gehen. Die Selbstmedikamentierung durch den Aufenthalt im Grünen bringt Vorteile für alle Bevölkerungsgruppen und die Gesellschaft und hat Auswirkungen auf die Kosten des Gesundheitswesens.“ Professor Jules Pretty, University of Essex

 

Der Urlaub als Ursache einer Krankheit?

Übrigens kann durchaus auch der umgekehrte Fall eintreten: Der Urlaub selbst sorgt für Stress und Krankheit. Die Rede ist dabei von der sogenannten Leisure Sickness, unter der laut der BKK Exklusiv bereits rund eine Viertelmillion Deutsche leiden. Das Fatale an dieser psychosomatischen Erkrankung ist die Tatsache, dass sie erst in Ruhephasen auftritt, zum Beispiel während der Freizeit oder sogar mitten im Urlaub. Schuld daran ist eine Umstellung des Körpers, der den regelmäßigen Arbeitsstress plötzlich als Gewohnheit betrachtet und das genaue Gegenteil demnach als Stress wahrnimmt. Daraus folgt immer öfter, dass Betroffene an ihren freien Tagen erkranken. Typische Ursachen des Krankheitsbildes sind unter anderem:

  • Hohes Arbeitspensum und Dauerstress.
  • Hohes Verantwortungsgefühl und hohe Ansprüche an sich selbst.
  • Oftmals sind gerade Führungskräfte oder Arbeitnehmer mit einer hohen Anzahl an Überstunden betroffen.
  • Weitere Faktoren, die das Krankheitsbild beeinflussen können, sind außerdem Alkohol-, Zigaretten- und Kaffeekonsum oder Probleme in der Beziehung.

 

Vorbeugen gegen Leisure Sickness

Freizeit planen

Wer aufmerksam ist und öfters einmal in sich hineinhorcht, der kann erste mögliche Anzeichen der Leisure Sickness schneller erkennen und darauf reagieren. Zwar sollten nun nicht alle Aktivitäten sofort heruntergefahren werden, ein sanfter Wechsel ist aber durchaus anzuraten. Die eigene Freizeit kann bei den ersten Anzeichen außerdem schon direkt bewusster geplant werden. Ganz gleich, ob es dabei um das Lesen eines Buches, das Treffen mit Freunden oder einen Spaziergang geht, positiver Stress darf durchaus entstehen und ist sogar gesund – sofern er nicht die gleiche Intensität von Dauerstress einnimmt.

Freie Tage

Das direkte Starten aus der Arbeit heraus in den Urlaub ist oftmals kontraproduktiv, denn letzte Erledigungen oder wichtige Termine und Entscheidungen begleiten den Arbeitnehmer so vielleicht noch einige weitere Tage. Hilfreich kann es mitunter sein, wenn vor der Fahrt in den Urlaub noch ein oder zwei Tage Leerlauf sind, sodass alles ganz in Ruhe geregelt werden kann. Auch ganz abgesehen von großen Urlaubsplanungen sind einzelne freie Tage übrigens zu empfehlen und bieten Zeit, um neue Kraft zu schöpfen.

Nicht immer der „Ja-Sager“ sein

„Nein“-sagen ist wichtig, um im alltäglichen Arbeitsleben zu bestehen und eine Balance zu schaffen. Es hilft hierbei, die eigenen Ansprüche zu hinterfragen und daraufhin Grenzen zu ziehen. Oft sagen Arbeitnehmer „Ja“ aus Angst davor, jemanden zu enttäuschen oder schlecht dazustehen, wichtiger sollte es diesbezüglich aber sein, herauszufinden, was geleistet werden kann und was für das eigene Empfinden wirklich wichtig ist.

Harmonischen Ausgleich schaffen

Im Idealfall verläuft der Wechsel zwischen An- und Entspannung fließend, hier kann bereits ein wenig Sport helfen, um den Kopf einfach einmal „auf Durchzug“ zu stellen. Entscheidend ist außerdem, dass am Wochenende nicht direkt wieder an die nächste Arbeitswoche gedacht werden sollte.

Anspannung und Stress abbauen

Nicht zuletzt können außerdem auch Methoden wie beispielsweise Relaxationsverfahren und autogenes Training helfen, um Tiefenentspannung zu erfahren.

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