Wohnen im Alter – Gesünder Wohnen im vernetzten Heim – „Connected Living“

Wohnen im Alter – Gesünder Wohnen im vernetzten Heim – „Connected Living“

Wohnen im Alter – Die Herausforderungen, vor denen das deutsche Gesundheitswesen steht, sind vielfältig. Nicht zuletzt der demographische Wandel macht es notwendig, neue Wege einer hochwertigen und effizienten pflegerischen und medizinischen Versorgung zu erschließen. Einen viel versprechenden Lösungsansatz dazu stellte der Verein "Connected Living" mit einer "Wohnung der Zukunft" vor. Das besondere daran: Alle technischen Geräte in den verschiedenen Lebensbereichen – vom Backautomaten in der Küche über den Hometrainer im Fitnesszimmer bis zum Deckenstrahler im Wohnzimmer – sind miteinander vernetzt. Sie können zentral, beispielsweise über den Fernseher, gesteuert werden. Dadurch soll der Wohnkomfort gesteigert, der Energieverbrauch der Haushalte gesenkt und die Gesundheit der Bewohner gefördert werden.

Schon heute bieten viele Geräte wie Fernseher, Heizungen oder Waschmaschinen die Möglichkeit der digitalen Vernetzung. Bisher jedoch ist ein Datenaustausch zwischen den Geräten unterschiedlicher Hersteller nur in Ausnahmefällen möglich. Ziel des Vereins, dem unter anderem auch die Deutsche Telekom, Miele, Loewe, die Energieversorger EnBW und Vattenfall sowie die Technische Universität Berlin angehören, ist es darum, diese Barrieren zu überwinden und einheitliche Standards zu entwickeln.
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"Gesundheitliche Vorsorge ist die Grundlage für ein langes, selbstbestimmtes und unabhängiges Leben", so Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, der zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehört. Entsprechend großes Potenzial bietet Connected Living für das Gesundheitswesen: So sollen im Rahmen von Connected Living digitale "Gesundheitsassistenten" in der Küche beispielsweise mit Rezeptvorschlägen bei der gesunden und ausgewogenen Ernährung helfen. Im Fitnesszimmer assistiert der digitiale Gesundheitsberater bei einer virtuellen Radtour auf dem Hometrainer: Auf dem Fernseher werden dabei nicht nur die unterschiedlichen Landschaften dargestellt, sondern auch die "Geschwindigkeit", der Kalorienverbrauch sowie die Vitaldaten angezeigt. Die Trainingsintensität wiederrum findet später Berücksichtigung bei den vorgeschlagenen Kochrezepten.

Als Leiter der "Arbeitsgruppe Gesundheit" von Connected Living entwickelt die AOK weitere konkrete Konzepte für die Prävention, die dann über das Projekt Einzug in den Wohnalltag erhalten sollen. Dabei gehe es nicht um hochfliegende technische Spielereien, deren Realisierung allenfalls in ferner Zukunft denkbar sei. "Vielmehr bemüht sich der Verein um alltagstaugliche Lösungen, die in absehbarer Zeit realisierbar sind", so Graalmann weiter, der zugleich stellvertretender Vorsitzender von Connected Living ist. (AOK-BV, 02/2010)

idw 2010/03