Wenn das Immunsystem des Körpers auf bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten überreagiert, liegt eine Arzneimittelallergie vor. Die starke Abwehrreaktion äußert sich zunächst meist durch einen Hautausschlag, der auch Arzneimittelexanthem genannt wird. Das unverträgliche Arzneimittel sollte dann unverzüglich abgesetzt werden, um schlimmere Folgen und Komplikationen zu vermeiden.

Risiko bei jedem Arzneimittel

Hautausschlag kann verschiedene Ursachen haben. Im Falle eines Arzneimittelexanthems kommen praktische alle verwendeten Medikamente als Ursache in Frage, unabhängig davon, ob sie als Spritzen, Zäpfchen, Sprays oder Tabletten verwendet wurden. Manche Arzneimittel sind allerdings bekannt dafür, besonders oft Allergien auszulösen – wie zum Beispiel Penicillin. Bestimmte Anwendungsformen steigern das Risiko einer allergischen Reaktion. Medikamente, die äußerlich auf die Haut aufgebracht werden, lösen häufiger Allergien aus als Saft, Tropfen und Tabletten.

Verlauf und Begleitsymptome

Wenn innerhalb weniger Minuten, Stunden bis hin zu fünf Tagen nach der ersten Einnahme eines Medikaments rote Flecken auf der Haut sichtbar werden, die zudem stark jucken, ist das ein deutlicher Hinweis, dass man gegen diese Arznei allergisch ist. Der Hautausschlag beginnt meist an den Armen und Beinen und breitet sich dann über den Rumpf aus. Er kann feinfleckig wie bei Röteln oder großfleckig und zusammenfließend wie bei Masern sein. Auch die Bildung von Quaddeln ist häufig. Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Husten und Atemnot sind weitere Symptome der Allergie. Das Arzneimittelexanthem ist dabei meist nur Vorbote. Auch andere Organe können von der allergischen Reaktion betroffen sein. Sobald das allergieauslösende Medikament abgesetzt wird, geht das Exanthem zurück und auch die anderen Beschwerden bessern sich.

Fehldiagnosen,

Nach Einnahme von neuen Medikamenten können viele Reaktionen folgen, dabei sollte zwischen einer tatsächlichen allergischen Reaktion und bloßer Unverträglichkeit unterschieden werden. Denn eine falsche Diagnose schränkt den Patienten bei zukünftigen Behandlungen in seinen Therapiemöglichkeiten ein, wenn er unnötigerweise auf hilfreiche Medikamente verzichtet. Selbst wenn die Symptome einer anderen Erkrankung teilweise einer Arzneimittelunverträglichkeit gleichen, muss nicht immer unbedingt eine Allergie dahinterstecken. Jede Hautveränderung sollte deshalb ärztlich überprüft werden, um die Ursache wirksam behandeln zu können.

Lucas Frenzel