Krebs-Früherkennung – In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 436.000 Menschen neu an Krebs, 211.000 Menschen sterben daran. Die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, Tumoren in möglichst frühen Entwicklungsstadien aufzuspüren. Denn früh erkannt sind Brustkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs zumeist gut heilbar. Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind.

Früherkennungsuntersuchungen werden aber durchaus auch kritisch betrachtet, denn sie können Nachteile oder Risiken haben. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird („falsch-negatives Ergebnis“) oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiteren diagnostischen Abklärungsmaßnahmen als unbegründet heraus stellt („falsch-positives Ergebnis“). Basierend auf sechs Kernfragen informieren die neuen Faltblätter daher umfassend über Vor- und Nachteile der derzeit angebotenen gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen. Auch der Bluttest auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA-Test) zur Früherkennung von Prostatakrebs, der nicht im gesetzlichen Programm enthalten ist und daher selbst bezahlt werden muss, wird thematisiert.
[werbung]
„Deutschland verfügt über ein hochwertiges gesetzliches Krebs-Früherkennungsangebot. Allen Interessierten empfehlen wir, sich ausführlich über die Untersuchungen zu informieren und individuell günstige und möglicherweise schädliche Auswirkungen gegeneinander abzuwägen“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses „Krebs-Früherkennung“ der Deutschen Krebshilfe. Auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung internationaler wissenschaftlicher Studien haben die Experten der Deutschen Krebshilfe für jede der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen Empfehlungen erarbeitet. Im Falle der Tastuntersuchung auf Brustkrebs sowie der digital-rektalen Tastuntersuchung auf Prostatakrebs kommen sie beispielsweise zu dem Schluss, dass diese Methoden alleine nicht in der Lage sind, die Sterblichkeit an Brust- beziehungsweise Prostatakrebs zu senken. Auch für den PSA-Test ist das Verhältnis von Nutzen und Schaden bislang nicht ausreichend bekannt. „Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Arzt beraten und treffen Sie eine individuelle Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung“, so Hansen.

„Die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören insbesondere das Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, ein umsichtiges Verhalten in der Sonne sowie ein Verzicht auf die Nutzung von Solarien“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

In einer bundesweiten Informationsoffensive stellt die Deutsche Krebshilfe kostenlos fünf neue Faltblätter zu den gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen bereit. In vielen Wartezimmern niedergelassener Ärzte liegen bundesweit ab sofort diese neuen Informationsmaterialien aus. Darin enthalten sind umfassende und verständliche Informationen über Nutzen und mögliche Risiken der Früherkennungsverfahren sowie die Empfehlungen der Experten der Deutschen Krebshilfe. Logistisch unterstützt wird die Verteilung der Früherkennungsfaltblätter an die niedergelassenen Ärzte durch die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer.

Die neuen Früherkennungsfaltblätter für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe e.V., Postfach 1467, 53004 Bonn, kostenlos bestellt oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden. (pressrelations 02/2010)

Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Internet:www.krebshilfe.de

idw 2010/02